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Die Photovoltaik überholte damit im vergangenen Jahr die Braunkohle (rd. 14 %) und das Erdgas (rd. 16 %) bei der heimischen Stromerzeugung. Nach der Windenergie (rd. 27 %) zählt Solarenergie damit zu den zwei wichtigsten Stromerzeugungsquellen in Deutschland. Die hierzulande mittlerweile mehr als 5,5 Millionen installierten Photovoltaikanlagen erzeugten im vergangenen Jahr rund 87 Terawattstunden Strom (2024: 72 TWh). Dies geht aus einer vorläufigen Jahresbilanz des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) auf Basis von Daten des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme hervor.
Trotz der positiven Erzeugungsstatistik warnt der Verband vor einer rückläufigen Entwicklung beim Photovoltaik-Zubau. Eine Verschlechterung der regulatorischen Rahmenbedingungen müsse unbedingt vermieden werden, um die Klimaziele und die Branche mit ihren über 100.000 Beschäftigten nicht zu gefährden.
So sei die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen zwar deutlich gestiegen, das solare Ausbautempo habe sich aber 2025 entschleunigt. Nach Verbandsangaben wurden vorläufigen Prognose nach im Jahr 2025 neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 17,5 Gigawattpeak (GWp) in Deutschland neu in Betrieb genommen. Die neu installierte Photovoltaikleistung liegt damit in etwa auf Vorjahresniveau (17,7 GWp).
Um das für das Jahr 2030 gesetzlich verankerte Photovoltaik-Ausbauziel in Höhe von 215 GWp zu erreichen, sei hingegen ein jährlicher PV-Zubau von rund 20 Gigawatt erforderlich. Mit einer inzwischen erreichten PV-Gesamtleistung von rund 118 GWp sei erst gut die Hälfte des Weges geschafft (vgl. Pressegrafik).
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16 Kommentare
Wenn Deutschland bis 2030 215 GWp Photovoltaikleistung erreichen will, und aktuell erst 118 GWp installiert sind, dann müssen die jährlichen 20 GW Zubau wirklich eingehalten werden – das klingt nach einer enormen Herausforderung.
Die Steigerung von 72 TWh auf 87 TWh innerhalb eines Jahres ist beachtlich, aber wie hoch ist der tatsächliche Bedarf an Strom in Deutschland, um diese Zahl einordnen zu können?
Die Pressegrafik, auf die im Text verwiesen wird, sollte unbedingt öffentlich zugänglich gemacht werden, um die Datenvisualisierung besser verstehen zu können.
Ist die Entschleunigung des Ausbautempos auf Materialengpässe, Fachkräftemangel oder bürokratische Hürden zurückzuführen? Eine genauere Analyse wäre hier wünschenswert.
Die Tatsache, dass nur die Hälfte des Weges zum 215 GWp Ziel erreicht ist, zeigt deutlich, dass es noch viel zu tun gibt – es darf keine Selbstzufriedenheit aufkommen.
Die Warnung des BSW-Solar vor einer Verschlechterung der regulatorischen Rahmenbedingungen ist verständlich, denn ohne stabile Bedingungen wird der Ausbau sicherlich stagnieren.
87 Terawattstunden Strom aus Photovoltaik im letzten Jahr sind beeindruckend, aber die Entschleunigung des Ausbautempos von 17,5 GWp im Vergleich zu 17,7 GWp im Vorjahr ist besorgniserregend.
Die 17,5 GWp neu in Betrieb genommenen Anlagen sind zwar eine solide Leistung, aber der Abstand zu den benötigten 20 GWp pro Jahr ist spürbar und muss geschlossen werden.
Es ist positiv, dass Solarenergie nach Windenergie (27%) die zweitwichtigste Stromquelle ist, aber wie sieht es mit der Speicherung des erzeugten Stroms aus? Gibt es hier ausreichend Kapazitäten?
Ich frage mich, ob die 5,5 Millionen installierten Photovoltaikanlagen hauptsächlich von privaten Haushalten oder von großen Energieunternehmen stammen – diese Verteilung wäre interessant zu wissen.
Ich wohne selbst in einer Gegend mit vielen Solaranlagen und habe bemerkt, dass die anfängliche Euphorie bei einigen Eigentümern nachlässt, da die Rendite nicht immer den Erwartungen entspricht.
Das Ziel von 215 GWp bis 2030 erscheint ambitioniert, aber mit den richtigen Anreizen und einer Vereinfachung der Genehmigungsprozesse durchaus erreichbar.
Die Tatsache, dass die Photovoltaik mit 18% die Braunkohle (14%) und Erdgas (16%) überholt hat, ist ein starkes Signal für den Energiewandel, aber reicht das wirklich aus, um die Klimaziele zu erreichen?
Wenn die regulatorischen Rahmenbedingungen nicht verbessert werden, könnte das solare Ausbautempo weiter sinken, was die Energiewende erheblich behindern würde.
Über 100.000 Beschäftigte in der Solarwirtschaft sind ein wichtiger Faktor, den man bei regulatorischen Änderungen berücksichtigen muss, um Arbeitsplätze nicht zu gefährden.
Ich finde es gut, dass der BSW-Solar die Bedeutung der Branche für die Beschäftigung hervorhebt. Das sollte mehr Beachtung finden.