Die Regierung Kanadas hat am 2. Oktober 2026 eine neue steuerliche Regelung vorgestellt, die sogenannte Productivity Mega Deduction. Die Maßnahme wird von der Regierung selbst als eine der bedeutendsten Änderungen am kanadischen Unternehmenssteuersystem seit einem halben Jahrhundert bezeichnet. Kern der Regelung ist die sofortige und vollständige Abschreibung der Anschaffungskosten für einen deutlich erweiterten Kreis von Investitionsgütern.
Breiterer Kreis an Vermögenswerten
Nach Angaben der Regierung steigt der Anteil der Vermögenswerte, die für die sofortige Abschreibung infrage kommen, von bislang rund 15 Prozent auf mehr als 65 Prozent. Zu den künftig erfassten Kategorien zählen unter anderem Glasfaserkabel, Gewächshäuser, Bergbauanlagen, Öl- und Gaspipelines, Software, Forschung und Entwicklung, Computerausrüstung, Flugzeuge und Fahrzeuge, Patente, Bahngleise, Brücken und Straßen. Zusätzlich erklärte die Regierung die Sofortabschreibung zur dauerhaften Regel und schuf damit nach eigener Darstellung Planungssicherheit für langfristige Investitionsentscheidungen von Unternehmen.
Nach Berechnung der Regierung soll der effektive Grenzsteuersatz auf neue Unternehmensinvestitionen durch die Kombination beider Maßnahmen von rund 13 Prozent auf 6,4 Prozent sinken. Dies sei, so die Mitteilung, der niedrigste Satz unter den großen Volkswirtschaften und liege bei weniger als der Hälfte des entsprechenden Satzes in den Vereinigten Staaten.
Fünf Jahre, eine Billion
Die Regierung beziffert ihre eigenen Kapitalinvestitionen und Förderanreize für Dritte über einen Zeitraum von fünf Jahren auf rund 280 Milliarden kanadische Dollar. Diese Mittel sollen nach Angaben der Regierung Gesamtinvestitionen von öffentlichen, privaten und institutionellen Partnern in Höhe von mehr als einer Billion kanadischer Dollar ermöglichen.
Deutschland exportierte 2025 Waren der Gruppe Enderzeugnisse im Wert von 129,3 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten.
Brent notierte an diesem Tag bei 101.89.

