Das Canadian International Trade Tribunal hat am 22. September 2026 im Rahmen seiner Untersuchung NQ-2026-002 entschieden: Dumping und Subventionierung bei geschmiedeten Mahlkugeln (forged grinding media) mit Ursprung in oder Ausfuhr aus China haben der kanadischen Industrie bislang keinen Schaden zugefügt. Das Tribunal stellt jedoch eine drohende Schädigung fest. Die kanadische Grenzbehörde Canada Border Services Agency wird auf dieser Grundlage Anti-Dumping- und Ausgleichszölle erheben.
Die Feststellung des Tribunals unterscheidet damit zwischen zwei Kategorien: tatsächlich eingetretener Schaden liegt nach Ansicht der Behörde nicht vor, eine Bedrohung für die heimische Industrie jedoch schon. Diese Unterscheidung ist die rechtliche Grundlage für die nun folgenden Abgaben. Die ausführliche Begründung des Tribunals soll am 7. Oktober 2026 veröffentlicht werden – bis dahin bleibt offen, auf welche konkreten Marktdaten sich die Einschätzung einer drohenden Schädigung stützt.
Betroffene Ware
Gegenstand des Verfahrens sind geschmiedete Mahlkugeln aus China. Solche Mahlkörper werden industriell etwa in Bergbau und Zementherstellung zur Zerkleinerung eingesetzt. Mit dem heutigen Beschluss ist der Weg für die Erhebung von Anti-Dumping- und Ausgleichszöllen auf diese Warengruppe durch die kanadische Zollbehörde frei.
Deutsche Handelsbeziehung zu Kanada
Deutschland exportierte 2025 Waren der Gruppe Güter der Gewerblichen Wirtschaft im Wert von 11,9 Milliarden Euro nach Kanada. Diese Warengruppe umfasst ein breites Spektrum industrieller Erzeugnisse; ob und in welchem Umfang geschmiedete Mahlkugeln deutscher Herkunft darunterfallen, geht aus der Mitteilung des Tribunals nicht hervor.
Das Verfahren NQ-2026-002 richtet sich seinem Wortlaut nach ausschließlich gegen Einfuhren mit Ursprung in oder Ausfuhr aus China. Die Tribunalsentscheidung selbst nennt keine weiteren betroffenen Herkunftsländer oder Marktteilnehmer. Mit der für den 7. Oktober 2026 angekündigten Veröffentlichung der Entscheidungsgründe dürften weitere Details zur Marktanalyse und zur Höhe der festgesetzten Abgaben folgen.

