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Nach einem enttäuschenden Jahr stellt Kia sein Deutschland-Geschäft neu auf. Vertriebschef Thomas Djuren sieht die Ursachen auch in der zu starken E-Auto-Fokussierung.
Nach einem für Kia schwierigen Jahr 2025 richtet sich der Hersteller in Deutschland neu aus. Mit 60.391 Neuzulassungen lag die südkoreanische Marke laut Kraftfahrt-Bundesamt zwölf Prozent unter dem Vorjahr.
Deutschland-Geschäftsführer Thomas Djuren räumt im Gespräch mit dem Portal Edison ein: „2025 lief nicht ganz nach Plan.“ Mit dem Gesamtvolumen sei man nicht zufrieden, die Ursachen seien jedoch bekannt.
Kia: Vertrieb wohl zu stark auf Elektrofahrzeuge fokussiert
Nicht das Modellangebot habe das Minus verursacht. Kia verfüge über die jüngste Produktpalette aller etablierten Hersteller in Deutschland.
Probleme sieht Djuren vielmehr im Vertriebsnetz: Seit Inkrafttreten neuer Händlerverträge im Mai 2024 fehlten an wichtigen Standorten weiterhin Partner, was die Volumenziele belastet habe.
Hinzu komme, dass der Vertrieb Anfang 2025 zu stark auf Elektrofahrzeuge fokussiert gewesen sei, während Verbrenner und Hybride nicht offensiv genug angeboten wurden.
Kia will künftig flexibler sein
Dabei sei die Ausrichtung auf Elektromobilität grundsätzlich richtig gewesen. Allerdings habe Kia zu wenig flexibel auf Nachfrageschwankungen reagiert.
Djuren betont, dass auch attraktive Verbrenner und Hybridmodelle im Portfolio seien, die stärker hätten genutzt werden müssen.
Für 2026 setzt Kia auf neue Impulse durch zusätzliche Elektrofahrzeuge. Mit dem EV2 als neuem Einstiegsmodell, dem EV5 und dem Transporter PV5 als erstem Nutzfahrzeug der Marke soll der Elektroanteil weiter steigen.
Vor allem vom Kleinwagen EV2 erwartet Djuren einen positiven Effekt auf das Absatzvolumen. Das Modell sei im zweitstärksten Marktsegment positioniert und stamme aus europäischer Produktion, was für viele Kunden relevant sei. Konkrete Preise nannte er nicht.
Kia-Chef kritisiert Elektroauto-Kaufprämie
Parallel arbeitet Kia daran, Lücken im Vertriebsnetz zu schließen. Djuren zeigt sich optimistisch, dass die Marke in diesem Jahr wieder Fahrt aufnehmen kann. Belastend wirkte zuletzt die lange Unsicherheit rund um das neue staatliche Förderprogramm für Elektroautos, die sich deutlich in den Auftragseingängen bemerkbar gemacht habe.
Die ab diesem Jahr vom Bund gewährte Elektroauto-Kaufprämie kritisiert Djuren als zu komplex. Da sie vom Haushaltseinkommen und weiteren Faktoren wie der Kinderzahl abhänge, könne sie zu unerwünschten Effekten führen.
Kritik wegen steigender Werkstattkosten bei Elektroautos
„Das wird für gewisse Stilblüten sorgen“, sagt er und nennt Beispiele wie Käuferkonstellationen innerhalb von Familien. Grundsätzlich begrüßt er die Förderung, hält sie aber nicht für das wirksamste Instrument. Eine Senkung der Strompreise an Ladesäulen und Wallboxen würde seiner Ansicht nach mehr bewirken.
Unabhängig von der Förderung hat Kia die Preise für seine E-Autos angepasst und will wettbewerbsfähige Leasingraten anbieten, auch beim künftigen EV2.
„Wandel hin zur Elektromobilität braucht Zeit und eine ruhige Hand“
Kritisch äußert sich Djuren zu steigenden Werkstattkosten bei Elektroautos. Höhere Stundensätze zur Kompensation sinkender Umsätze seien eine „Milchmädchenrechnung“, da Kunden bei zu hohen Preisen fernblieben. Investitionen in Technik und Schulung seien notwendig, aber kein neues Phänomen.
„Das kann keine Begründung für Preiserhöhungen sein. Der Wandel hin zur Elektromobilität braucht Zeit und eine ruhige Hand“, so der Deutschland-Chef. Kia wolle dazu den Dialog mit dem Handel suchen.
An der grundsätzlichen Strategie hält das Unternehmen fest. Unabhängig von möglichen Änderungen am geplanten EU-Verbrenner-Aus will Kia seine Modellpalette weiter elektrifizieren, gleichzeitig aber auch Verbrenner anbieten können. Eine Straffung des Programms ist nicht geplant. Gerade im Kleinstwagensegment mit dem Picanto neben dem neuen elektrischen EV2 sehe man weiterhin eine solide Nachfrage und keinen Anlass, konventionelle Modelle aus dem Angebot zu nehmen, erklärt Djuren.
Das Original zu diesem Beitrag „Warum Kia trotz Elektro-Offensive auf Verbrenner setzt“ stammt von ecomento.
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6 Kommentare
Great insights on News. Thanks for sharing!
I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.
Interesting update on Kia gesteht Fehler bei strikter Elektro-Strategie – und passt Vorgehen an. Looking forward to seeing how this develops.
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