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Gold, Silber, Kupfer: Die wichtigen Metalle brechen teils deutlich ein. Analysten sind dennoch optimistisch. Für Anleger ergeben sich neue Chancen.
Der Kupferpreis befindet sich seit einigen Tagen unter erheblichem Druck. Und das, nachdem fast den ganzen Januar über eine „Metall-Manie“ aus China die Preise angetrieben hatte. Bei dem Einbruch soll mitunter eine US-Entscheidung zur Notenbank Federal Reserve eine Rolle spielen. Was für Kupfer spricht, ist, dass es in vielen Zukunftstechnologien vorkommt, darunter Elektroautos und KI-Hardware. Ende Januar stieg der Tonnenpreis auf über 13.800 Dollar, ehe er auf 13.370 abstürzte. Welche Chancen ergeben sich daraus für Anleger?
Warum Kupfer auf Höhenflug war
Mehrere Faktoren hatten zum rasanten Aufstieg von Kupfer beigetragen. Eine Mischung aus Angst der Händler vor neuen US-Zöllen und Schwierigkeiten in den großen Kupferminen sorgt für eine Verknappung des Materials: Eine Entwicklung, die laut der Preisberichtsagentur Argus Media anhalten soll. Gleichzeitig steigt der weltweite Bedarf. Offenbar plant Chinas Präsident Xi Jinping, im KI-Wettrennen mit den USA mitzuhalten, was bedeuten würde, dass Peking selbst mehr von seinem Kupfer braucht und weniger exportieren kann. Angesichts dessen, dass China einen großen Teil der Kupferproduktion kontrolliert, müsste der Westen sich nach alternativen Quellen umschauen.
Ein weiteres Problem, das zum rasanten Anstieg des Kupferpreises beigetragen hatte: Zuletzt gingen zu wenige neue Minen an den Markt und Südamerika, normalerweise die stärkste Region in Sachen Kupferproduktion, schwächelt. Marktteilnehmer glauben an eine „starke erste Hälfte 2026“ für die weltweiten Kupferpreise.
Kupfer ist seit wenigen Tagen volatil
Zur jüngsten Korrektur wiederum trug Medienberichten zufolge ein politisches Signal bei: Ende Januar nominierte US-Präsident Donald Trump den als Inflationsgegner geltenden Kevin Warsh als neuen Präsidenten der Federal Reserve – ein Schritt, der an den Märkten Zinssorgen und damit Gewinnmitnahmen auslöste.
Analysten schließen einen neuen Aufschwung jedoch nicht aus, denn die Faktoren, die zum Höhenflug beigetragen haben, seien keineswegs verschwunden. „Die mittel- bis langfristige Logik hinter dieser Rallye bleibt intakt. Unter chinesischen Investoren herrscht ein einhelliger, optimistischer Konsens“, zitierte Bloomberg einen Analysten. Das bietet Chancen für Anleger.
Infrastruktur braucht wichtige Rohstoffe
Zwar sollten sie die Augen besonders bei denjenigen Rohstoffen offenhalten, die wegen starker Investitionstrends eine verstärkte Nachfrage erleben. „Wir sprechen dabei nicht nur von der Künstlichen Intelligenz und dem dafür notwendigen Bau von Datencentern, sondern auch von dem Aus- und Umbau der Energie- und Kommunikationsnetze, der Infrastruktur für Transportwege, Nahrungsmittel und dem Gesundheitswesen, um nur einige zu nennen“, sagt Carsten Roemheld, Kapitalmarkstratege bei Fidelity International, zu FOCUS online.
Er rät dazu, dass eine Anlagestrategie immer auch Rohstoffinvestments beinhalten sollte, „um sich im Rahmen einer breiten Diversifikation die Preiseffekte dieser Anlageklassen zunutze zu machen“. Rohstoffe dienen auch dem Inflationsschutz, erklärt der Experte. Anleger sollten sich ausgiebig darüber informieren, welche Anlageform oder welche Instrumente hier am geeignetsten sind.
Augen auf beim Kupferkauf
Käufer haben hier mehrere Möglichkeiten. Es gibt Indizes, die Bewegungen am Rohstoffmarkt abbilden. Allerdings bieten einige Rohstoffhändler auch den Kauf des physischen Metalls an, das weggeschlossen wird. Dieses fungiert dann quasi wie eine Aktie.
Roemheld zufolge werden sich bestimmte Rohstoffe „weiterhin gut entwickeln“. Basismetalle wie Kupfer, Aluminium oder die berüchtigten Seltenen Erden profitieren langfristig erheblich vom Ausbau der Infrastruktur.
Jedoch unterliegen Rohstoffe an sich bestimmten Risiken: Ihre Preisentwicklung funktioniert oft zyklisch und haben über lange Zeiträume „nicht immer“ die Erwartungen von Anlegern erfüllt. Sobald die Käufer von Rohstoffen ihren Bedarf gedeckt und einen Vorrat aufgekauft haben, folgen dann oft Perioden mit „enttäuschender Preisentwicklung“.
So teuer soll Kupfer werden
Im Falle von Kupfer ist das vor allem wegen der Zoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump deutlich erkennbar. Im Frühjahr 2025 hatte er angedroht, Kupferprodukte stärker bezollen zu wollen, woraufhin US-amerikanische Käufer massiv zugeschlagen und größere Bestände gekauft hatten.
Im Sommer dann folgte die Entspannung: Trump sagte seine Zölle vorerst ab, die Nachfrage sank und damit auch der Preis. Das Handelsportal Trading Economics zeigt einen drastischen Preisabfall zwischen dem 22. Juli und dem 7. August 2025. Aktuell – und daraus ergibt sich auch das neue Nachfragehoch – fürchten die Händler die Zölle schon wieder. Ob ein erneuter deutlicher Einbruch folgt, wird sich zeigen.
Wie sieht es für die nähere Zukunft aus? Im Basisszenario für 2026 erwartet die US-Bank Goldman Sachs einen geringen Marktüberschuss und einen Kupferpreis, der mit 5,17 US-Dollar pro Pfund (2,2 Pfund sind in etwa ein Kilogramm, also umgerechnet rund 9,59 Euro pro Kilogramm) über dem Schnitt von 2025 (4,82 US-Dollar pro Pfund) liegt.
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6 Kommentare
I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.
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Interesting update on Kupfer-Preis unter starkem Druck – warum der Markt auf China hofft. Looking forward to seeing how this develops.
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