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DOW JONES–Nach der jüngsten Rally mit Rekordständen sind am Montag an der Wall Street Gewinne eingestrichen worden. Insbesondere gestiegene geopolitische Spannungen förderten die Neigung zu Gewinnmitnahmen, zumal der marktbreite S&P-500 über Weihnachten Allzeithochs markiert hatte. Unternehmensseitig trocknet die Nachrichtenlage um diese Zeit des Jahres ohnehin aus, konjunkturseitig waren für Montag keine Daten anberaumt. Der Dow-Jones-Index sank um 0,5 Prozent auf 48.462 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite verloren 0,3 bzw. 0,5 Prozent. An der Nyse wurden 1.036 (Dienstag: 1.137) Kursgewinner gezählt und 1.721 (1.629) -verlierer, während 62 (59) Titel unverändert schlossen. Die US-Börsen sind Dienstag und Mittwoch geöffnet, lediglich der Rentenmarkt schließt zur Wochenmitte früher.
„Geopolitisch hofften die Märkte, dass das Treffen zwischen Trump und Selenskyj am Wochenende zu einer formellen Einigung führen würde, aber es gab nur weitere ‚Fortschritte'“, erläuterte Analyst Tom Essaye von Sevens Report die Enttäuschung der Anleger über die Verhandlungen der Präsidenten aus den USA und der Ukraine. Zudem nahmen die Spannungen rund um Taiwan mit einem chinesischen Großmanöver weiter zu. Der russische Präsident Putin kündigte die Unterstützung Chinas durch Russland an, sollte um Taiwan ein Krieg ausbrechen. Auch der Iran wurde wieder zum Thema: Trump äußerte Unterstützung, sollte Israel den Mullahstaat angreifen, um dessen Raketen- und Atomprogramm zu stoppen.
Am Anleihemarkt setzte sich der jüngste Renditerückgang fort mit der Spekulation auf weiter fallende US-Leitzinsen. Die Zehnjahresrendite kam knapp 2 Basispunkte auf 4,11 Prozent zurück. Auch die erhöhten geopolitischen Spannungen bescherten dem Rentenmarkt leichten Zulauf. Die Anleihemärkte warteten zudem auf das Protokoll der Dezembersitzung der US-Notenbank, das am Dienstag veröffentlicht wird.
Der Dollar tendierte seitwärts, der Dollar-Index stagnierte. Robuste Daten zu den Hausverkäufen im November gaben dem Greenback nur vorübergehend etwas Auftrieb. Der japanische Yen legte dagegen zum Dollar zu, nachdem Mitglieder der Bank of Japan weitere Zinserhöhungen signalisiert hatten.
Die Geopolitik setzte auch bei Rohstoffen Akzente. So zogen die Ölpreise (+2%) merklich an. Für Auftrieb sorgten die anhaltenden Spannungen zwischen den USA und dem Ölförderland Venezuela. Befeuert wurden die Ölpreise aber auch durch die Gespräche über Frieden in der Ukraine, die keinen Durchbruch brachten. Damit dürften Sanktionen gegen die russische Ölindustrie in Kraft bleiben, ebenso wie Drohungen der USA gegenüber Ländern, die Öl aus Russland beziehen.
Steil abwärts ging es unterdessen mit den Preisen der Edelmetalle. Deren jüngste Rally war neben den Zinssenkungsspekulationen auch davon ausgelöst worden, dass Gold und Silber wegen diverser geopolitischer Unwägbarkeiten als sichere Häfen Zulauf fanden. Bei Silber machte der Markt zudem strukturelle Angebotsdefizite aus. Nun wurden auf den Rekordhochs aber kräftig Gewinne mitgenommen – insbesondere bei Silber. Dessen Preis war zuletzt noch einmal massiv gestiegen, nachdem Tesla-Chef Elon Musk die Bedeutung von Silber in industriellen Prozessen betont hatte. Silber verbilligte sich um über 8,1 Prozent, Gold um 4,5 Prozent je Feinunze.
Unter den Technologiepapieren gerieten einige Schwergewichte unter Druck, Tesla und Nvidia büßten 3,3 bzw. 1,2 Prozent ein. Das KI-Dickschiff Nvidia hatte eine milliardenschwere Lizenzvereinbarung mit dem Startup Groq, das KI-Beschleunigerchips entwickelt, geschlossen und dabei mehrere Spitzenmanager des Unternehmens an Bord geholt.
Im Rüstungssektor legten Lockheed Martin (+1,2%) und Northrop Grumman (+0,1%) mit den geopolitischen Spannungen zu, allerdings gaben andere Wehrtechniktitel ab. Lockheed Martin hatte von der US-Luftwaffe eine Erweiterung zu einem bestehenden Auftrag zur Lieferung von Transportflugzeugen erhalten. Dadurch stieg der kumulierte Gesamtwert von 15 auf 25 Milliarden Dollar.
In Reaktion auf die fallenden Edelmetallpreise ging es für die Aktien der Minenbetreiber Freeport-McMoRan und Southern Copper um je 2,9 Prozent nach unten. Der Kurs des weltgrößten Goldminenbetreibers Newmont ermäßigte sich um 5,6 Prozent.
DigitalBridge machten einen Satz um 9,7 Prozent, der Investor für digitale Infrastruktur wird von der japanischen Softbank Group übernommen. Der Risikomodellierer Verisk (+2%) hatte die geplante Übernahme des Anbieters von Dachdeckersoftware Acculynx abgeblasen, da die US-Aufsichtsbehörden die Prüfung der Transaktion nicht fristgerecht abgeschlossen hatten.
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INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 48.461,93 -0,5% -249,04 +14,5%
S&P-500 6.905,74 -0,3% -24,20 +17,8%
NASDAQ Comp 23.474,35 -0,5% -118,75 +22,2%
NASDAQ 100 25.525,56 -0,5% -118,83 +22,0%
DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Di, 18:11 % YTD
EUR/USD 1,1772 +0,0% 1,1771 1,1775 +13,7%
EUR/JPY 183,77 -0,3% 184,28 184,02 +13,1%
EUR/CHF 0,9293 +0,0% 0,9292 0,9298 -1,0%
EUR/GBP 0,8715 -0,1% 0,8724 0,8736 +5,4%
USD/JPY 156,07 -0,3% 156,50 156,31 -0,5%
GBP/USD 1,3507 +0,1% 1,3494 1,3479 +7,9%
USD/CNY 7,0320 -0,2% 7,0431 7,0447 -2,3%
USD/CNH 6,9981 -0,1% 7,0046 7,0191 -4,5%
AUS/USD 0,6693 -0,2% 0,6709 0,6693 +8,4%
Bitcoin/USD 87.150,55 -0,8% 87.841,15 87.910,75 -7,3%
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 57,92 56,74 +2,1% 1,18 -20,9%
Brent/ICE 61,80 60,64 +1,9% 1,16 -19,4%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold 4.331,20 4.533,62 -4,5% -202,42 +72,8%
Silber 72,62 79,00 -8,1% -6,38 +173,6%
Platin 1.795,25 2.081,96 -13,8% -286,71 +137,7%
Kupfer 5,49 5,77 -4,8% -0,28 +33,6%
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
(Angaben ohne Gewähr)
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/flf
(END) Dow Jones Newswires
December 29, 2025 16:10 ET (21:10 GMT)
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37 Kommentare
Trump’s Unterstützung für einen israelischen Angriff auf den Iran ist ein riskanter Schritt, der die Lage im Nahen Osten weiter destabilisieren könnte. Wie bewerten die Märkte diese Äußerung?
Die Unterstützung der USA für Israel im Falle eines Angriffs auf den Iran ist ein gefährlicher Eskalationspunkt. Könnte das zu einem größeren Konflikt im Nahen Osten führen?
Die Tatsache, dass der Dow Jones um 0,5 Prozent auf 48.462 Punkte sank, deutet auf eine spürbare Reaktion der Anleger auf die geopolitischen Unsicherheiten hin, oder? Ist das ein überproportionaler Rückgang im Vergleich zu früheren geopolitischen Krisen?
Die Tatsache, dass der S&P 500 bereits vor Weihnachten Allzeithochs markiert hatte, macht die Gewinnmitnahmen nachvollziehbar. Die Anleger sichern einfach ihre Gewinne.
Trump’s Unterstützung für einen israelischen Angriff auf den Iran ist ein riskantes Spiel. Könnte das die Ölpreise noch weiter in die Höhe treiben und die globale Wirtschaft destabilisieren?
Die sinkenden Edelmetallpreise sind überraschend, da Gold und Silber oft als sichere Häfen in Krisenzeiten dienen. Hat der Markt die geopolitischen Risiken bereits eingepreist?
Die Tatsache, dass die US-Börsen am Dienstag und Mittwoch geöffnet sind, während der Rentenmarkt früher schließt, könnte zu einer Verzerrung der Marktbewegungen führen. Sollte man das im Auge behalten?
Der Rückgang der Edelmetallpreise nach der Rallye ist verständlich, da die ’sicheren Häfen‘ weniger attraktiv werden, wenn die Zinssenkungsspekulationen nachlassen. Wie stark wird dieser Trend voraussichtlich anhalten?
Die Erwähnung struktureller Angebotsdefizite bei Silber ist ein wichtiger Punkt. Könnte dies den Preisrückgang bei Edelmetallen etwas abmildern?
Die Tatsache, dass die Anzahl der Kursgewinner an der Nyse geringer war als die der -verlierer, ist ein klares Warnsignal. Anleger sollten vorsichtig sein und ihre Portfolios diversifizieren.
Diversifizierung ist immer eine gute Idee, besonders in Zeiten erhöhter Unsicherheit. Die geopolitischen Risiken sind momentan schwer einzuschätzen.
Die Abhängigkeit der Ölpreise von den geopolitischen Entwicklungen in der Ukraine und Venezuela ist offensichtlich. Wie nachhaltig ist dieser Preisanstieg?
Die geringe Anzahl an Unternehmensnachrichten um diese Jahreszeit verstärkt die Sensibilität der Märkte gegenüber geopolitischen Ereignissen. Es gibt einfach weniger Ablenkung.
Die Tatsache, dass mehr Verlierer (1.721) als Gewinner (1.036) an der Nyse gezählt wurden, zeigt eine klare Tendenz zur Gewinnmitnahme. War die Rallye wirklich nachhaltig oder nur spekulativ getrieben?
Es ist interessant, dass die Ölpreise trotz der fehlenden Durchbrüche in den Friedensgesprächen in der Ukraine gestiegen sind. Liegt das wirklich nur an den Sanktionserwartungen gegen russisches Öl, oder spielen andere Faktoren eine Rolle?
Der Anstieg des japanischen Yen gegenüber dem Dollar, nachdem die Bank of Japan Zinserhöhungen signalisiert hat, ist ein interessanter Nebeneffekt. Wie wird sich das auf die japanische Exportwirtschaft auswirken?
Ich finde es bemerkenswert, dass die Anleihemärkte auf das Protokoll der Dezembersitzung der US-Notenbank warten. Das zeigt, wie wichtig die Kommunikation der Notenbank für die Marktentwicklung ist.
Die sinkende Zehnjahresrendite auf 4,11 Prozent deutet auf eine wachsende Erwartung von Zinssenkungen hin. Glaubt der Markt wirklich, dass die US-Notenbank so schnell handeln wird?
Die Tatsache, dass mehr Verlierer als Gewinner an der Nyse notiert wurden (1.721 gegenüber 1.036), unterstreicht die pessimistische Stimmung. Ist das ein typisches Muster bei Gewinnmitnahmen?
Die Spannungen zwischen den USA und Venezuela, die den Ölpreisanstieg befeuern, scheinen oft in den Hintergrund zu geraten. Wie lange kann diese Situation noch so weitergehen?
Die Situation mit Taiwan und der möglichen russischen Unterstützung für China ist wirklich besorgniserregend. Das könnte die Weltwirtschaft stark belasten.
Ich bin etwas skeptisch, ob die ‚Fortschritte‘ im Gespräch zwischen Trump und Selenskyj wirklich ausreichen, um die geopolitische Unsicherheit zu verringern. Es scheint, als ob die Probleme weiterhin bestehen bleiben.
Die Tatsache, dass der Dow Jones um 0,5 Prozent auf 48.462 Punkte sank, deutet auf eine gewisse Nervosität der Anleger hin, die über die jüngsten Rekorde hinausgehen wollte. Ist das ein normales Korrekturverhalten nach einer solchen Rallye?
Die Tatsache, dass der Rentenmarkt Zulauf fand, während die Aktienmärkte korrigierten, deutet auf eine Flucht in sicherere Anlagen hin. Ist das ein typisches Verhalten in Zeiten geopolitischer Unsicherheit?
Die Tatsache, dass der Rentenmarkt Zulauf findet, während die Aktienmärkte korrigieren, ist ein klassisches Zeichen für Risikoaversion. Werden Anleger weiterhin in sichere Anlagen fliehen?
Die Erholung des japanischen Yen gegenüber dem Dollar nach Aussagen der Bank of Japan ist bemerkenswert. Könnte dies ein Zeichen für eine bevorstehende Änderung der japanischen Geldpolitik sein?
Es ist interessant zu sehen, dass der Ölpreis um 2% gestiegen ist, obwohl es gleichzeitig Friedensgespräche zur Ukraine gibt. Die Angst vor anhaltenden Sanktionen gegen russisches Öl scheint also zu dominieren.
Ich bin gespannt auf das Protokoll der Dezembersitzung der US-Notenbank. Werden dort Hinweise auf eine baldige Zinspause oder sogar Zinssenkung zu finden sein?
Die Kombination aus geopolitischen Spannungen und der Erwartungshaltung gegenüber dem Protokoll der US-Notenbank macht die Marktlage sehr volatil. Ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um in Aktien zu investieren?
Die Tatsache, dass der Dollar-Index stagnierte, obwohl es positive Daten zu den Hausverkäufen gab, zeigt, wie stark die geopolitischen Risiken die Währungsmärkte beeinflussen.
Die Erwähnung des chinesischen Großmanövers um Taiwan und Putins Unterstützung für China im Falle eines Konflikts ist beunruhigend. Wie realistisch ist die Einschätzung eines Krieges in dieser Region?
Die Erwähnung von strukturellen Angebotsdefiziten bei Silber erklärt den jüngsten Preisanstieg besser als reine ’sichere Hafen‘-Überlegungen. Ist Silber jetzt unterbewertet?
Es ist bemerkenswert, dass der S&P 500 bereits über Weihnachten Allzeithochs markiert hatte. War die jüngste Rallye also schon überfällig für eine Korrektur?
Die Unterstützung von Trump für einen Angriff Israels auf den Iran scheint eine Eskalation zu riskieren. Wie wird die internationale Gemeinschaft darauf reagieren?
Mich wundert, dass die fehlende Einigung zwischen Trump und Selenskyj so stark an den Märkten ankommt. Analyst Tom Essaye spricht von ‚Enttäuschung‘ – ist das nicht eher eine Überreaktion, da die Verhandlungen ohnehin komplex sind?
Die robusten Daten zu den Hausverkäufen im November haben dem Dollar nur kurzzeitig Auftrieb gegeben. Das deutet darauf hin, dass die geopolitischen Faktoren derzeit stärker wirken als die wirtschaftlichen Daten.
Ich frage mich, ob die Kürze der Handelszeit an den US-Börsen (Dienstag und Mittwoch geöffnet, Rentenmarkt schließt früher) die Volatilität verstärkt hat. Weniger Zeit für eine rationale Reaktion?