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FRANKFURT (dpa-AFX) – Am letzten Börsentag des Jahres dürfte sich am deutschen Aktienmarkt nicht mehr viel tun. Der Handelstag ist verkürzt: Um 14 Uhr werden die Bücher für dieses Jahr geschlossen. Rund eine Stunde vor Beginn des Börsenhandels signalisierte der X-DAX ein Plus von 0,1 Prozent auf 24.369 Punkte. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Euroregion, wird 0,1 Prozent tiefer erwartet.
Nach einem Anstieg um mehr als 22 Prozent beim Dax im laufenden Jahr bleiben viele Anleger der Börse zwischen den Jahren fern. 2025 dürfte so das beste Dax-Jahr seit 2019 werden – mit dem Rekord von 24.771 Punkten in Schlagweite. Das deutsche Kursbarometer hat damit 2025 deutlich besser abgeschnitten als der EuroStoxx und auch der US-Leitindex Dow Jones Industrial.
Marktexperte Thomas Altmann von QC Partners sprach von einem exzellenten Börsenjahr, verwies aber darauf, dass dies nur für die erste Jahreshälfte gilt, denn das zweite Halbjahr sei „eher ein Seitwärtslaufen“ gewesen. Von seinen 34 Allzeithochs habe der deutsche Leitindex 31 im ersten Halbjahr markiert, nur drei im zweiten.
Geringe Handelsumsätze und Neugewichtungen zum Monats-, Quartals- und Jahresende könnten am Dienstag bei gewissen Einzelwerten nochmals für erratische Kursausschläge sorgen. Laut dem Marktbeobachter Stephen Innes von SPI Asset Management kann in dem Umfeld einer stark verkürzten Handelswoche „jeder noch so kleine Geldfluss überproportionale Spuren hinterlassen“.
Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank verwies zudem auf das Protokoll der letzten Zinssitzung der US-Notenbank Federal Reserve, das am Dienstagabend veröffentlicht wird. „Das Protokoll wird einen spannenden Blick hinter die Kulissen erlauben. Die Meinungen innerhalb der Fed gehen weit auseinander – jede zusätzliche Information ist daher Gold wert, weil sie Anlegern hilft, den Zinskurs für das kommende Jahr besser auszutarieren“, so Stanzl.
Wichtigstes geopolitisches Thema bleibt die Lage in der Ukraine. Der russische Präsident Wladimir Putin will seine Position bei den Verhandlungen mit US-Präsident Donald Trump nach Kremlangaben wegen eines angeblichen Terroranschlags Kiews überarbeiten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wies die Anschuldigungen als Lüge zurück. Die Rüstungswerte Rheinmetall, HENSOLDT und RENK stiegen auf der Handelsplattform Tradegate um bis zu 1,2 Prozent.
Ansonsten ist die Nachrichtenlage aus Unternehmenssicht erneut sehr überschaubar. Einen Blick wert sein könnten die Aktien von Mutares, die auf Tradegate um 1,2 Prozent zulegten. Die Private-Equity-Gesellschaft will ihr Portfoliounternehmen Conexus an Advance Technologies System (ATS), eine Tochtergesellschaft des Finanzinvestors Maximum Return System Group verkaufen. Finanzielle Details wurden nicht mitgeteilt./edh/jha/
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23 Kommentare
Die Tatsache, dass der DAX 2025 das beste Jahr seit 2019 anstrebt und den Rekord von 24.771 Punkten in Reichweite hat, ist ein positives Signal für die deutsche Wirtschaft.
Die Erwähnung, dass der DAX dieses Jahr um über 22 Prozent gestiegen ist, ist beeindruckend. Ist dieser Anstieg hauptsächlich auf bestimmte Sektoren zurückzuführen, oder war es eine breite Marktentwicklung?
Es ist interessant zu sehen, dass Rüstungswerte wie Rheinmetall, HENSOLDT und RENK von der geopolitischen Unsicherheit profitieren und auf Tradegate zulegen. Zeigt das eine Verschiebung der Anlegerpräferenzen?
Ich bin etwas skeptisch, ob das Protokoll der Fed wirklich so viele neue Erkenntnisse liefern wird. Oftmals sind die Aussagen sehr allgemein gehalten und wenig konkret.
Das stimmt, aber selbst vage Formulierungen können interpretiert werden und kurzfristige Marktbewegungen auslösen. Es ist wichtig, auf die Nuancen zu achten.
Ich frage mich, ob die geringen Handelsumsätze am Jahresende eine realistische Einschätzung der Marktstimmung ermöglichen. Oder werden die Kurse durch fehlende Liquidität verzerrt?
Die Tatsache, dass der DAX 31 seiner 34 Allzeithochs im ersten Halbjahr erreicht hat, deutet auf eine starke Frühjahrsrallye hin. Was hat diese Rallye angetrieben?
Die Tatsache, dass das Protokoll der Fed als „Gold wert“ bezeichnet wird, unterstreicht die Bedeutung der US-Zinspolitik für die globalen Märkte.
Absolut. Die USA sind immer noch die größte Volkswirtschaft der Welt, und ihre Entscheidungen haben weitreichende Auswirkungen.
Die Aussage von Stephen Innes, dass jeder kleine Geldfluss überproportionale Spuren hinterlassen kann, ist in einer so ruhigen Handelsphase durchaus plausibel. Man sollte die Volatilität nicht unterschätzen.
Die Lage in der Ukraine und Putins Reaktion auf die Anschuldigungen sind besorgniserregend. Wie stark wird sich diese Entwicklung auf die europäischen Märkte auswirken?
Es ist beruhigend zu hören, dass Marktexperten wie Thomas Altmann die Entwicklung realistisch einschätzen und auf die Seitwärtsbewegung im zweiten Halbjahr hinweisen.
Die Diskrepanz zwischen dem DAX-Anstieg und dem des EuroStoxx 50 und Dow Jones Industrial ist bemerkenswert. Was sind die spezifischen Faktoren, die den DAX so stark gemacht haben?
Thomas Altmanns Aussage, dass das erste Halbjahr deutlich besser war als das zweite, stimmt mit meiner Beobachtung überein. Könnte das auf die zunehmenden geopolitischen Spannungen zurückzuführen sein?
Ich bin gespannt auf das Protokoll der US-Notenbank Federal Reserve. Jochen Stanzl hat Recht, jede Information über die divergierenden Meinungen innerhalb der Fed ist wertvoll, um die zukünftige Zinspolitik besser einschätzen zu können.
Die Neugewichtungen zum Monats-, Quartals- und Jahresende sind ein bekanntes Phänomen. Aber wie kann man sich als Anleger davon profitieren?
Die geopolitische Lage in der Ukraine ist natürlich ein Unsicherheitsfaktor, der die Märkte beeinflusst. Aber wie realistisch sind Putins Anschuldigungen und welche Konsequenzen könnten sie haben?
Ich finde es gut, dass auch auf kleinere Werte wie Mutares ein Blick geworfen wird. Oftmals verstecken sich hier interessante Chancen, die im DAX untergehen.
Mich wundert, dass der X-DAX nur einen geringen Gewinn von 0,1 Prozent auf 24.369 Punkte signalisiert, obwohl das Jahr insgesamt so stark war. Liegt das an Gewinnmitnahmen kurz vor Jahresende?
Der Verkauf von Mutares‘ Conexus an ATS ist ein interessanter Schritt. Könnte dies ein Trend sein, bei dem Private-Equity-Gesellschaften ihre Beteiligungen an Finanzinvestoren verkaufen?
Ich beobachte die Aktien von Rheinmetall, HENSOLDT und RENK schon länger. Der Aufwärtstrend ist deutlich, aber ist das nachhaltig oder nur eine kurzfristige Reaktion auf die Nachrichten?
Ich bin kein Experte, aber die Kombination aus einem starken DAX und der unsicheren geopolitischen Lage fühlt sich etwas paradox an. Ist das ein stabiles Fundament?
Die verkürzte Handelszeit am Dienstag, mit Schluss um 14 Uhr, könnte tatsächlich zu stärkeren Kursschwankungen führen, wie Stephen Innes vermutet. Gerade bei kleineren Werten sollte man vorsichtig sein.