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Das Kindergeld ist auf 259 Euro gestiegen. Wer es konsequent investiert, kann seinem Nachwuchs rechnerisch ein Millionenvermögen ermöglichen – doch es gibt Haken.
Seit Januar bekommen Eltern 259 Euro Kindergeld im Monat. Wer diesen Betrag vom ersten Lebenstag an vollständig in einen breit gestreuten ETF-Sparplan investiert, könnte daraus laut einer aktuellen Berechnung des Vergleichsportals Verivox ein kleines Vermögen machen – theoretisch seien sogar mehrere Millionen Euro drin.
Die Modellrechnung basiert auf einer durchschnittlichen Rendite von 7,5 Prozent pro Jahr – angelehnt an die historische Entwicklung des Weltaktienindex MSCI World abzüglich ETF-Kosten.
So entstehen aus 259 Euro fast 140.000 Euro
Wer das komplette Kindergeld 18 Jahre lang investiert, zahlt insgesamt rund 70.800 Euro ein. Durch Kursgewinne und den Zinseszinseffekt wachse das Depot laut Verivox bis zum 18. Geburtstag auf etwa 139.000 Euro an. Nach Abzug von Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag blieben bei einem Verkauf rund 126.000 Euro übrig.
Die Rechnung unterstellt zudem, dass das Kindergeld – wie im Schnitt der vergangenen 25 Jahre – jährlich um 2,7 Prozent steigt und entsprechend mehr investiert wird. Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier spricht von einer „außergewöhnlich soliden finanziellen Ausgangsbasis“, wenn Eltern früh beginnen und das Geld unangetastet lassen.
Der eigentliche Turbo: Zeit
Der größere Effekt entsteht aber danach. Bleibt das Depot auch nach dem 18. Geburtstag unangetastet, arbeitet der Zinseszinseffekt weiter:
- Mit 30 Jahren wären es bereits rund 331.000 Euro.
- Nach 50 Jahren steigt der Betrag auf etwa 1,4 Millionen Euro
- Mit 67 Jahren läge die Summe rechnerisch bei rund 4,8 Millionen Euro
Selbst nach Steuern wären es laut Modell noch rund 3,9 Millionen Euro. Die Millionengrenze würde demnach bereits im Laufe des 46. Lebensjahres überschritten – ganz ohne Einzahlungen des Kindes.
Allerdings: Diese Werte sind keine Garantie. Börsen verlaufen nicht geradlinig. Zwischenzeitliche Kurseinbrüche gehören dazu. Langfristig haben sich die Märkte historisch zwar immer wieder erholt. Doch Schwankungen müssen Anleger aushalten können.
Kindergeld bis 25 investiert: Der Turbo-Effekt
Der Anspruch auf Kindergeld besteht bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs, läuft aber weiter, wenn der Nachwuchs noch ein Studium oder eine Ausbildung macht. Wird das Kindergeld also bis zum 25. Lebensjahr investiert, verstärkt sich der Zinseszinseffekt erheblich.
In einer Modellrechnung mit moderatem Anstieg der Sparrate und 7,5 Prozent Durchschnittsrendite wächst das Depot bis zum 25. Geburtstag auf rund 290.000 Euro an – obwohl deutlich weniger eingezahlt wurde. Ein großer Teil des Vermögens entsteht also allein durch die Zeit.
Bleibt dieses Kapital anschließend unangetastet und arbeitet weiter am Aktienmarkt, könnte daraus bis zum 67. Lebensjahr rechnerisch ein Vermögen von rund sechs Millionen Euro werden.
Allerdings gilt: Solche Berechnungen beruhen auf langfristigen Durchschnittsrenditen. Fällt die jährliche Rendite nur ein oder zwei Prozentpunkte niedriger aus, schrumpft das Endvermögen um mehrere Millionen Euro. Genau deshalb ist die Renditeannahme der entscheidende – und unsicherste – Faktor solcher Rechnungen.
Schon 50 Euro können viel bewirken
Aber nicht jede Familie kann das komplette Kindergeld investieren. Doch auch kleinere Beträge lohnen sich bereits. Verbraucherschützer und Finanzberater betonen seit Jahren: Entscheidend ist die Zeit.
Wer monatlich nur 50 Euro anlegt und im Schnitt sechs Prozent Rendite erzielt, kommt bis zum 18. Geburtstag des Kindes auf knapp 20.000 Euro – obwohl lediglich 10.800 Euro eingezahlt wurden. Wird das Depot bis ins Erwachsenenalter weitergeführt, können daraus mehrere Hunderttausend Euro werden.
Finanzberater raten zudem, Einmalbeträge – etwa von Großeltern – direkt zu investieren und anschließend regelmäßig weiter zu besparen. So lässt sich der sogenannte Cost-Average-Effekt nutzen: Durch gleichbleibende Sparraten kauft man bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen weniger.
Auf welchen Namen soll das Depot laufen?
Eine oft unterschätzte Frage ist die steuerliche Gestaltung. Läuft das Depot auf den Namen des Kindes, können dessen persönliche Steuerfreibeträge genutzt werden – deutlich höher als bei den Eltern. Kapitalerträge über dem Sparerpauschbetrag werden sonst mit 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag versteuert, gegebenenfalls auch Kirchensteuer.
Allerdings gehört das Geld dann rechtlich dem Kind. Mit 18 Jahren kann es frei darüber verfügen. Eltern können das Depot zwar verwalten, aber nicht einfach für eigene Zwecke nutzen. Eine nachträgliche „Rückübertragung“ kann zum Streitfall werden.
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5 Kommentare
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