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- NVIDIA Corp. – WKN: 918422 – ISIN: US67066G1040 – Kurs: 187,470 $ (Nasdaq)
- Super Micro Computer Inc. – WKN: A40MRM – ISIN: US86800U3023 – Kurs: 29,572 $ (Nasdaq)
- Dell Technologies Inc. – WKN: A2N6WP – ISIN: US24703L2025 – Kurs: 123,060 $ (NYSE)
- Credo Technology Group Holding Ltd – ISIN: KYG254571055 – Kurs: 155,995 $ (Nasdaq)
- Hon Hai Precision Ind. Co.Ltd. – WKN: A2N7M5 – ISIN: US4380908057 – Kurs: 12,400 € (L&S)
- Quanta Services Inc. – WKN: 912294 – ISIN: US74762E1029 – Kurs: 450,570 $ (NYSE)
NVIDIAs Extreme CO-Design setzt Server-Assembler unter Margendruck
NVIDIA verfolgt bei der Entwicklung seiner KI-Server-Plattformen eine Strategie zunehmender vertikaler Integration. Ziel ist die Maximierung der Rechenleistung pro Flächeneinheit und Energieverbrauch, um Engpässe in Rechenzentren hinsichtlich Platz und Stromversorgung zu adressieren. Zugleich verbessert sich durch das stärker integrierte Design die Fertigungseffizienz, die Lieferkette wird vereinfacht und Wartungskosten sinken. Alles gut für Nvidia und dessen Endkunden.
Ein Beispiel für diese Entwicklung ist Vera Rubin VR200 NVL72. Laut Branchenerhebungen nutzt das Compute-Tray ein kabelloses Design und benötigt dadurch rund 40 % weniger Einzelkomponenten als das Vorgängermodell GB300 NVL72. Für die Assembler bedeutet dies jedoch einen deutlich reduzierten Spielraum für kundenspezifische Anpassungen.
Anteil spezifizierter Komponenten steigt deutlich
Nach Branchenerhebungen liegt der Anteil von Komponenten, bei denen keine Anpassungsmöglichkeit besteht, beim VR200 NVL72 bei etwa 20 bis 22 %. Beim GB300 NVL72 betrug dieser Anteil lediglich 5 bis 7 %. Vollständig ODM-eigene Komponenten wurden beim VR200 NVL72 aus dem Design entfernt.
Der Margendruck zeigt sich bereits in den Zahlen. White-Box-Assembler erzielten im ersten Quartal 2025 bei früheren Plattformen noch Bruttomargen von 18 bis 20 %. Für das erste Quartal 2026 werden bei GB300 NVL72 nur noch 6 bis 8 % erwartet. Auch der Übergang von GB200 NVL72 zu GB300 NVL72 hatte bereits einen deutlichen Margenrückgang zur Folge.
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Kyber-Generation dürfte Trend verschärfen
Die Aussichten deuten auf eine Fortsetzung dieser Entwicklung hin. Künftige Kyber-Rack-Designs sollen eine noch höhere Integrationsstufe aufweisen. Der Profitabilitätsdruck auf die Assembler dürfte sich damit weiter verstärken.
Als Gegenmaßnahmen prüfen die Hersteller verschiedene Strategien. Dazu zählt eine stärkere Ausrichtung auf ASIC-basierte KI-Server, die höhere Margen versprechen.
Exkurs: Gefahr für Credo?
Die zunehmende vertikale Integration von NVIDIA stellt auch für Credo ein zweischneidiges Schwert dar. Während das Unternehmen bisher massiv vom Boom der Blackwell-Generation und dem damit verbundenen Bedarf an Active Electrical Cables (AECs) profitierte, deutet der Übergang zur Vera-Rubin-Architektur (VR200) auf eine strukturelle Herausforderung hin.
Durch den Wechsel von einer kabelintensiven Rack-Verkabelung hin zu einem „kabellosen“ Design mit integrierten Midplanes und Backplanes verliert Credo in NVIDIAs künftigen Flaggschiff-Systemen an physischer Präsenz. Der „Content per Rack“ sinkt stark, da NVIDIA die physikalischen Schnittstellen zunehmend selbst kontrolliert und standardisierte Verbindungslösungen durch proprietäre, hochintegrierte Hardware ersetzt. NVIDIA nutzt zunehmend eigene Spectrum-6 Ethernet-Chips, die für eine nahtlose vertikale Integration optimiert sind. Wenn NVIDIA die physikalische Schicht so eng mit der Logikschicht verzahnt (z. B. durch Co-Packaged Optics), wird es für Drittanbieter wie Credo schwieriger, ihre standardisierten AECs in diese geschlossenen Ökosysteme einzubringen.
Gleichzeitig löst dieser Druck von NVIDIA jedoch eine Gegenbewegung bei den großen Auftragsfertigern wie Wiwynn oder Quanta aus, die für Credo neue Türen öffnet. Um dem Margendruck und der totalen Abhängigkeit von NVIDIA zu entkommen, forcieren diese Hersteller eigene ASIC-basierte Serverdesigns für andere Hyperscaler wie Meta oder Amazon. In diesem Bereich bleibt Credo als unabhängiger Anbieter von SerDes-IP und Konnektivitätslösungen unverzichtbar.
Aktuell spricht jedoch wenig dafür, dass die Entwicklungen bei NVIDIA eine relevante Belastung für Credo darstellen. Der genannte Margendruck entsteht vor allem dort, wo NVIDIA durch höhere Integrationsgrade klassische OEM- und ODM-Wertschöpfung verdrängt. Dies trifft in erster Linie Assembler, deren Geschäftsmodell auf variable Komponenten, kundenspezifischen Anpassungen und eigenem Designanteil basiert. Credo ist anders positioniert. Sie agieren als spezialisierter Anbieter von Hochgeschwindigkeits-Connectivity-Lösungen, die vor allem auf Anforderungen großer Hyperscaler zugeschnitten sind. Nachfrage entsteht aus festen Architekturvorgaben der Betreiber großer Rechenzentren. Solange Hyperscaler Credos SerDes- und Interconnect-Lösungen explizit in ihren Systemarchitekturen vorsehen, bleibt der Absatz weitgehend unabhängig davon, wie stark NVIDIA einzelne Serverplattformen vertikal integriert oder standardisiert.
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Fazit
Von der beschriebenen Entwicklung sind vor allem Firmen betroffen, deren Geschäftsmodell stark auf klassisches ODM-Server-Assembly für NVIDIA-Plattformen ausgerichtet ist und deren Wertschöpfung traditionell aus Designanpassungen und Komponentenwahl stammt.
An vorderster Stelle steht Wiwynn, das einen hohen Fokus auf NVIDIA-basierte KI-Server-Racks legt und den Margendruck bereits in den veröffentlichten Ergebnissen widerspiegelt. Ebenfalls relevant sind die großen taiwanesischen ODMs Quanta Computer, Inventec und Wistron. Auch Foxconn ist in unterschiedlichem Umfang im KI-Server-Assembly engagiert. Je höher der Anteil standardisierter, vollständig integrierter Rack-Lösungen ohne ODM-Designanteil ausfällt, desto geringer ist der Spielraum für margenrelevante Eigenleistungen.
Systemintegratoren wie Super Micro Computer oder Dell sind ebenfalls stark im NVIDIA-Ökosystem positioniert, unterscheiden sich jedoch durch zusätzliche Leistungen in Systemintegration, Plattformvarianten und Direktkundenbeziehungen. Die zunehmende vertikale Integration durch NVIDIA reduziert den Wertschöpfungsanteil der Assembler systematisch. Ohne erfolgreiche Anpassung der Geschäftsmodelle dürfte der Margendruck in den kommenden Quartalen anhalten.
Viel Erfolg wünscht Euch Valentin
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19 Kommentare
Die Prognose eines Margenrückgangs von 18-20% auf 6-8% innerhalb eines Jahres ist drastisch. Das deutet auf einen sehr intensiven Wettbewerb hin.
Die Erwähnung von Dell Technologies, Super Micro Computer und Hon Hai Precision Ind. zeigt, dass diese Unternehmen direkt von NVIDIAs Strategie betroffen sind.
Der Artikel erwähnt, dass der Anteil nicht anpassbarer Komponenten beim VR200 NVL72 bereits bei 20-22% liegt, im Vergleich zu nur 5-7% beim GB300 NVL72 – das ist eine massive Verschiebung und deutet auf eine starke Kontrolle durch NVIDIA hin.
Die Fokussierung auf Rechenleistung pro Flächeneinheit und Energieverbrauch klingt logisch für Rechenzentren, aber wie wirkt sich diese Entwicklung auf die Innovationskraft der Server-Assembler aus, wenn der Gestaltungsspielraum so stark reduziert wird?
Die Zahlen zum Margenrückgang sind alarmierend. Wenn die Prognosen für GB300 NVL72 eintreffen, könnten einige Assembler in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.
Ich bin skeptisch, ob die Assembler ihre Margen durch reine Kosteneinsparungen halten können. Sie müssen neue Wege finden, um Mehrwert zu schaffen.
Die Reduktion der Einzelkomponenten um 40% beim VR200 NVL72 ist beeindruckend, aber wie wirkt sich das auf die Flexibilität und Anpassbarkeit der Server aus?
Die Entwicklung hin zu mehr vertikaler Integration bei NVIDIA scheint unaufhaltsam. Das könnte langfristig die gesamte Server-Industrie verändern.
Die Tatsache, dass vollständig ODM-eigene Komponenten aus dem VR200 NVL72 entfernt wurden, zeigt deutlich, dass NVIDIA die Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette anstrebt.
Ich finde es bemerkenswert, dass NVIDIA nicht nur die Hardware, sondern auch das Design und die Fertigungseffizienz optimiert. Das ist ein ganzheitlicher Ansatz.
Es ist interessant zu sehen, wie NVIDIA durch das ‚Extreme CO-Design‘ versucht, Engpässe in Rechenzentren zu beheben. Die 40% Reduktion der Einzelkomponenten im Compute-Tray des Vera Rubin VR200 NVL72 ist ein beachtlicher Fortschritt.
Ich frage mich, ob die Assembler Möglichkeiten finden werden, sich durch spezialisierte Dienstleistungen oder Softwarelösungen zu differenzieren, um den Margendruck auszugleichen.
Der Margendruck auf die Assembler ist ein direktes Ergebnis von NVIDIAs Strategie. Es wird interessant sein zu sehen, wie diese Unternehmen reagieren werden.
Der Artikel deutet an, dass die ‚Kyber-Generation‘ den Trend zur stärkeren Integration noch verstärken wird. Könnte das langfristig zu einer Monopolstellung von NVIDIA führen?
Ich bin neugierig, welche spezifischen ‚tiefgründigen Recherchen‘ im AktienPuls360 angeboten werden, die die charttechnischen Analysen ergänzen.
Die Recherchen konzentrieren sich auf die Fundamentaldaten der Unternehmen und deren Auswirkungen auf die Aktienkurse, ergänzt durch die charttechnische Analyse von Rocco Gräfe.
Ich bin gespannt, wie sich die Partnerschaft zwischen Fundi und Rocco Gräfe im AktienPuls360 auswirken wird. Die Kombination aus fundamentaler Analyse und Charttechnik klingt vielversprechend.
Der Artikel erwähnt den Vera Rubin VR200 NVL72. Könnte dieser Server ein entscheidender Faktor für NVIDIA’s zukünftigen Erfolg im KI-Markt sein?
Mich wundert, dass die Bruttomargen der White-Box-Assembler für das erste Quartal 2026 auf 6-8% sinken sollen, wenn sie im ersten Quartal 2025 noch bei 18-20% lagen. Ist das ein realistischer Rückgang in so kurzer Zeit?