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Die USA wollen eine Reserve für kritische Rohstoffe anlegen. Sie kostet zwölf Milliarden Dollar. Project Vault soll künftig die Versorgung sichern.
Sie stecken in Elektroautos, Smartphones, bestimmten Legierungen für Luft- und Raumfahrt und vielen anderen Technologien: Seltene Erden spielen eine wachsende Rolle in der Weltwirtschaft. Weil China viele dieser Rohstoffe kontrolliert und diese Kontrolle als Waffe einsetzt, müssen westliche Staaten Wege finden, um sich aus der Abhängigkeit zu befreien. Die USA setzen ihre Hoffnungen auf „Project Vault“.
Trump will Rohstoff-Zugriff mit Project Vault sichern
Das steckt dahinter: US-Präsident Donald Trump hat verkündet, einen Vorrat für besonders wichtige Rohstoffe und Seltene Erden anlegen zu wollen. Zu den wichtigen Rohstoffen zählt das Innenministerium rund 50 Minerale, einschließlich Lithium, Uran, Kupfer und weitere. Das teilte er am Montag (2. Februar) bei einer Veranstaltung im Weißen Haus mit.
Dafür will seine Regierung zunächst zwölf Milliarden Dollar ausgeben (umgerechnet etwa 10,1 Milliarden Euro). Die Reserve soll Hersteller während Handelsdisputen oder anderweitigen Unterbrechungen der Rohstoffversorgung vor Engpässen schützen. Innerhalb der Vereinigten Staaten betrifft das etwa Autohersteller, Technologiekonzerne und die Rüstungsindustrie.
So wollen die USA sich ein Stück weit unabhängiger von China machen. „Jahrelang hatten amerikanische Unternehmen das Risiko, während Marktverwerfungen keine kritischen Mineralien mehr zur Verfügung zu haben“, zitierte CNBC den Präsidenten Donald Trump. „Heute starten wir, was als Projekt Vault bekannt sein wird, um sicherzustellen, dass amerikanische Unternehmen und Arbeiter nicht noch einmal durch Rohstoff-Engpässe in Schwierigkeiten geraten.“
Trump bezog sich explizit auf 2025 und gab an so etwas „nie wieder“ durchmachen zu wollen, auch wenn es ja am Ende funktioniert habe.
„Positiver Nutzen“ für US-Bürger
Das Geld für Project Vault wird aus zwei Quellen kommen: Die US-Regierung will 1,67 Milliarden Dollar an privatem Kapital mit einem Zehn-Milliarden-Dollar-Darlehen der Export-Import-Bank der USA kombinieren. „Wir wollten nicht zum Kongress gehen und sagen: Hey, wisst ihr, wie wäre es mit einer Zusage für zwölf Milliarden Dollar, um das Ganze loszutreten? Das hätte lange dauern können. Vielleicht wäre es nie passiert“, sagte der US-Innenminister Doug Burgum auf einer Keynote des Center for Strategic & International Studies (CSIS).
Nun habe die Regierung einen Weg gefunden, wie der Aufbau einer Rohstoffreserve für den Privatsektor gewinnbringen sein kann. „Es bringt den US-Bürgern als Steuerzahlern einen positiven Nutzen, und ich denke, jeder hat gesehen, was heute an den Märkten passiert ist – nämlich, wenn man etwas im Zusammenhang mit seltenen Rohstoffen besitzt, die Aktien gestiegen sind.“
Tatsächlich sind viele rohstoffbezogene US-Aktien im vorbörslichen Handel nach Bekanntwerden von Project Vault sprunghaft gestiegen. Ein paar Beispiele dafür sind USA Rare Earths, Critical Metals, United States Antimony und NioCorp Developments.
Europäische Anleger können das ebenfalls ausnutzen. Wer an der Börse in Rohstoffe investieren will, sollte aber darauf achten, dass sie teils sehr volatil sind. Viele Rohstoffe durchlaufen Zyklen: Auf Phasen sehr guter Entwicklung folgen häufig Phasen mit eher schlechter Entwicklung, wenn die Unternehmen ihre Vorräte gefüllt und vorerst keinen Bedarf mehr haben. Wer das aussitzen kann und will, kann in Rohstoff-ETFs investieren, die die Marktentwicklung abbilden, in die Rohstoffunternehmen oder direkt in physische Rohstoffe.
China hat Markt für Seltene Erden in der Hand
Mit seiner Warnung zum letzten Jahr dürfte Trump sich auf einige sehr spezielle Exportrestriktionen beziehen, die China im April 2025 aufgesetzt hatte. Damals hatte das Land die Ausfuhr von sieben Seltenen Erden beschränkt, darunter einige Metalle der sogenannten schweren Seltenen Erden. Unter diesen befanden sich zum Beispiel Scandium, das unter anderem in speziellen Legierungen für die Luft- und Raumfahrt benutzt wird, und Terbium, das in Hochleistungsmagneten für Elektroautos und Windkraftanlagen eingesetzt wird. Ein Verbot ist es nicht, aber westliche Käufer müssen für Ausfuhren die Zustimmung aus Peking einholen und die chinesischen Beamten lassen sich teilweise Monate Zeit.
Den USA kommt es bei den schweren Seltenen Erden vor allem auf die Anwendungen in der Rüstungsindustrie an. F-35-Kampfjets, mehrere U-Boot-Arten, Tomahawk-Raketen und Radarsysteme kommen alle nicht ohne diese kritischen Rohstoffe aus. Umso schwerer wiegt das Problem, dass die USA für schwere Seltene Erden auch 2025 noch keine Verarbeitungskapazitäten hatten.
Das wiederum dahinterliegende Problem ist die Marktmacht Chinas im Bereich kritische Rohstoffe. Peking kontrolliert mehr als 60 Prozent der Seltenerdproduktion und mehr als 90 Prozent bei der Weiterverarbeitung, fast 100 Prozent bei der Weiterverarbeitung von speziellen schweren Seltenen Erden. Die USA beziehen einen gewaltigen Teil ihrer Seltenen Erden aus China, und die schon verarbeiteten Materialien, die nicht aus China stammten, wurden teilweise aus chinesischen Rohstoffen hergestellt.
Aus diesen Ländern bezogen die USA zwischen 2020 und 2023 Seltenerdmetalle und -verbandmaterialien (U.S. Geological Survey):
- China (70 Prozent)
- Malaysia (13 Prozent)
- Japan (6,0 Prozent)
- Estland (5,0 Prozent)
Project Vault ist nicht die erste US-Initiative
Die USA investieren schon seit einigen Jahren erhebliche Summen in die Beschaffung von Seltenen Erden. Seit 2020 flossen aus dem US-Verteidigungsministerium mehr als 439 Millionen US-Dollar in den Aufbau von heimischen Lieferketten. 2022 gab das Pentagon 35 Millionen Dollar für den Bau einer Anlage zur Verarbeitung schwerer Seltener Erden aus. Mit diesen (in den USA ersten) Anlagen will das Land eine volle Lieferkette für den Abbau von Seltenen Erden, die Weiterverarbeitung und den Bau von Magneten errichten.
Abschließend steht Trump vor zwei Problemen. Erstens hatte die chinesische Regierung schon früh versucht, das Anlegen von Vorräten im Westen gezielt zu behindern, um ihre Beschränkungen so effektiv wie möglich zu halten. Zweitens ändert auch Project Vault nichts daran, dass China einen massiven Vorsprung in der Verarbeitung von Seltenen Erden hat. Ob die neu finanzierten Projekte für mehr Unabhängigkeit sorgen können, bleibt abzuwarten.
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6 Kommentare
Interesting update on Mit Project Vault will Trump die USA vor Rohstoff-Katastrophe retten. Looking forward to seeing how this develops.
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Good point. Watching closely.
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