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- Netflix Inc. – WKN: 552484 – ISIN: US64110L1061 – Kurs: 94,390 $ (Nasdaq)
Der Streamingkonzern hat einen Teil des 59 Mrd. USD schweren Überbrückungskredits refinanziert, mit dem das Gebot für Warner Bros. Discovery Inc. unterlegt ist. Wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht, sicherte sich Netflix eine revolvierende Kreditlinie über 5 Mrd. USD sowie zwei verzögert abrufbare Term Loans von jeweils 10 Mrd. USD. Damit verbleiben noch 34 Mrd. USD des ursprünglichen Überbrückungskredites zur Syndizierung am Markt übrig.
Netflix hatte sich Anfang Dezember mit Warner Bros. auf eine Transaktion verständigt, die die Studio- und Streamingaktivitäten mit 82,7 Mrd. USD bewertet. Kurz darauf heizte Paramount Skydance Corp. mit einem feindlichen Übernahmeangebot den Wettbewerb an. Der daraus entstandene Bieterstreit dürfte die US-Unterhaltungsbranche nachhaltig verändern und bringt Finanzierungsvolumina mit sich, die zu den größten der vergangenen zehn Jahre zählen.
Banken, Brückenfinanzierung und Bonität
Zu den Kreditgebern des unbesicherten Überbrückungskredits zählen unter anderem Wells Fargo & Co., BNP Paribas SA und HSBC Holdings. Solche Brückenkredite dienen üblicherweise dazu, kurzfristige Finanzierungslücken bei Übernahmen zu schließen und werden später durch länger laufende und günstigere Schuldtitel ersetzt.
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Netflix plant, den verbleibenden Kreditbetrag schrittweise über den Kapitalmarkt zu refinanzieren und gleichzeitig die Laufzeiten seiner Verbindlichkeiten zu strecken. Dank der soliden Bonität dürfte das Unternehmen dabei zu attraktiven Konditionen Zugang finden. Die Ratingagentur Moody’s stuft Netflix mit A3 ein, S&P Global Ratings vergibt ein A-Rating. Noch vor wenigen Jahren war der Konzern auf den Hochzinsmarkt angewiesen, ehe er 2023 in den Kreis der Investment-Grade-Emittenten aufstieg.
Der Verwaltungsrat von Warner Bros. unterstützt das Netflix-Angebot ausdrücklich und riet den Aktionären zuletzt, die Offerte von Paramount abzulehnen. Diese umfasse Verpflichtungen von insgesamt 54 Mrd. USD und sei in ihrer Finanzierung zu riskant sowie „unzureichend“, hieß es zur Begründung.
Trotz dieser Rückendeckung ist der Deal alles andere als sicher. In Washington regt sich Widerstand gegen die geplante Übernahme. Die demokratische Senatorin Elizabeth Warren sprach von einem „kartellrechtlichen Albtraum“. Netflix bemüht sich parallel, interne Sorgen zu zerstreuen, und versichert, dass der Zusammenschluss nicht zu Studioschließungen führen werde.
Fazit: Netflix bekommt die Kredite mit nur einem geringen Aufschlag ggü. dem risikolosen Marktzins angeboten. Die starke Bonität hilft hier ungemein. Die Banken stehen Schlange, um den Deal zu finanzieren. Ob es letztendlich dann zu der Übernahme kommt, werden insbesondere die Wettbewerbshüter entscheiden. Hier gilt es, viele Jurisdiktionen zu überzeugen.
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17 Kommentare
Die Tatsache, dass der Verwaltungsrat von Warner Bros. das Netflix-Angebot unterstützt und den Aktionären rät, das Paramount-Angebot abzulehnen, deutet auf eine starke Präferenz für die Netflix-Übernahme hin, aber ist das wirklich ausreichend?
Die Aussage, dass der Deal die US-Unterhaltungsbranche nachhaltig verändern könnte, ist wahrscheinlich zutreffend. Die Finanzierungsvolumina sind enorm und die Konsequenzen weitreichend.
Ich finde es gut, dass Netflix die Möglichkeit bietet, den Winterdeal zu nutzen und Zugang zu technischen Features, Expertenanalysen und einer Community zu erhalten. Das könnte für Trader interessant sein.
Ich frage mich, ob die Warnung von Senatorin Elizabeth Warren vor einem „kartellrechtlichen Albtraum“ die Chancen auf eine Genehmigung des Deals tatsächlich schmälern wird, oder ob es sich nur um politische Rhetorik handelt.
Die Bewertung von Warner Bros. Discovery bei 82,7 Milliarden Dollar scheint angesichts des Bieterstreits mit Paramount und dessen als „unzureichend“ abgetaner 54 Milliarden Dollar Angebot sehr hoch. Wie rechtfertigt Netflix diese Summe?
Ich bin gespannt, wie Netflix die Laufzeiten seiner Verbindlichkeiten strecken wird, während es gleichzeitig versucht, den Kreditbetrag über den Kapitalmarkt zu refinanzieren. Das Timing könnte entscheidend sein.
Die Tatsache, dass Netflix ursprünglich auf den Hochzinsmarkt angewiesen war, bevor sie in den Investment-Grade-Bereich aufstiegen, unterstreicht die beeindruckende Transformation des Unternehmens.
Absolut. Der Aufstieg in den Investment-Grade-Bereich ermöglicht es Netflix, deutlich günstigere Kredite zu erhalten, was für einen Deal dieser Größenordnung entscheidend ist.
Die Erwähnung von Wells Fargo, BNP Paribas und HSBC als Kreditgeber ist interessant. Zeigt das, dass große internationale Banken Vertrauen in Netflix‘ Finanzierungsstrategie haben?
Die Verwendung von Brückenkrediten zur Überbrückung kurzfristiger Finanzierungslücken ist eine gängige Praxis, aber die schiere Größe dieses Kredits von 59 Milliarden Dollar ist bemerkenswert.
Das stimmt. Es zeigt, wie dringend Netflix die Übernahme von Warner Bros. Discovery vorantreiben möchte und wie bereit sie sind, dafür ein hohes finanzielles Risiko einzugehen.
Ich bin etwas besorgt über die interne Kommunikation bei Netflix. Die Zusicherung, dass es keine Studioschließungen geben wird, klingt nach einem Versuch, Ängste zu zerstreuen. Ist das realistisch?
Die Tatsache, dass der Deal noch lange nicht sicher ist, trotz der Unterstützung durch den Warner Bros. Verwaltungsrat, zeigt, dass es noch viele Hürden zu überwinden gibt.
Der Bieterstreit zwischen Netflix und Paramount Skydance Corp. ist ein spannendes Schauspiel. Wer wird am Ende das Rennen machen und welche Auswirkungen wird das auf den Wettbewerb haben?
Ein 23%iger Anstieg des Tourismus in Zypern, wie im Artikel erwähnt, ist zwar eine separate Information, aber es zeigt, wie stark sich die Unterhaltungsindustrie auf andere Wirtschaftszweige auswirken kann, wenn sie wächst und expandiert.
Es ist bemerkenswert, dass Netflix erst 2023 in den Kreis der Investment-Grade-Emittenten aufgestiegen ist und nun mit A3 von Moody’s und A- von S&P bewertet wird. Das zeigt eine deutliche Verbesserung der finanziellen Stabilität.
Die Refinanzierung eines Teils des 59 Milliarden Dollar Kredits mit einer revolvierenden Kreditlinie von 5 Milliarden und zwei Term Loans über jeweils 10 Milliarden ist ein gewaltiger Schritt, aber bleiben noch 34 Milliarden zur Syndizierung übrig – das ist eine erhebliche Summe, die am Markt platziert werden muss.