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Startseite»News»Devisen-News»Nikkei und USD/JPY: Kurzer Polit-Krimi in Japan
Devisen-News

Nikkei und USD/JPY: Kurzer Polit-Krimi in Japan

stock3Von stock3vor 3 Monaten27 Kommentare8.1k Aufrufe
Nikkei und USD/JPY: Kurzer Polit-Krimi in Japan
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  • Nikkei225 – WKN: 969244 – ISIN: XC0009692440 – Kurs: 48.790,48 Pkt (TTMzero Indikation)
  • USD/JPY – WKN: 965991 – ISIN: XC0009659910 – Kurs: 152,940 ¥ (FOREX)

Geplant sei, den weltweiten Versand von Waren zu beschränken, die US-Software enthalten oder die mit deren Hilfe hergestellt wurden. Von China hieß es dazu, man werde „entschlossene Maßnahmen zum Schutz seiner legitimen Rechte und Interessen“ ergreifen, sollte die US-Regierung diesen Weg beschreiten.

Ist das nur Säbelrasseln vor dem möglichen Gespräch zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Amtskollegen Xi Jinping, um möglichst viel Verhandlungsmasse in der Hand zu haben? Oder bahnt sich hier die nächste Stufe in der Eskalation des Handelsstreits an?

Das ist leider unklar. Und diese Unsicherheit spiegelt sich auch jüngst in den Börsenkursen wider, da sich die US-Indizes von ihren Rekordhochs etwas entfernt haben. Insgesamt präsentieren sich die Aktienmärkte aber weiterhin eher unbekümmert.

Kurzer Polit-Krimi in Japan

In Asien zeigte man sich jüngst sogar wieder hoch erfreut über die jüngsten Ereignisse. Denn in Japan wurde die konservative Politikerin Sanae Takaichi zur neuen Regierungschefin gewählt. Am Montag hatte Takaichi eine Koalitionsvereinbarung mit der bisher oppositionellen Ishin-Partei unterzeichnet und sich so die Mehrheit gesichert.

Zuvor hatte der frühere Koalitionspartner die 26 Jahre bestehende Allianz aufgekündigt, als die Liberaldemokratischen Partei (LDP) die rechtsgerichtete Takaichi zu ihrer neuen Vorsitzenden machte. Dadurch stand ihre Wahl zur Ministerpräsidentin auf der Kippe.

Das erste Konjunkturpaket schon in der Pipeline

Takaichi gilt als Befürworterin einer lockeren Fiskalpolitik. Sie hat höhere Ausgaben und Steuersenkungen gefordert, um die Verbraucher von der Inflation zu entlasten. Und gestern wurde bekannt, dass Japans neue Ministerpräsidentin bereits an einem milliardenschweren Konjunkturpaket arbeitet, das laut Insidern ein Volumen von mehr als 13,9 Billionen Yen (rund 85 Milliarden EUR) haben soll.

Den Angaben nach soll das Paket auf drei Säulen ruhen: Maßnahmen gegen die Inflation, Investitionen in Wachstumsbranchen und die nationale Sicherheit. Zur Finanzierung arbeitet die Regierung an einem Nachtragshaushalt für das laufende Fiskaljahr.

Polit-Krimi sorgt für wildes Auf und Ab

Die Nachricht von dem geplanten Paket bewegte am Mittwoch die Märkte. Der japanische Leitindex Nikkei drehte ins Plus, während der Yen seine morgendlichen Gewinne abgab. Zuvor hatte der Aktienindex bereits in Erwartung eines großen Konjunkturpaketes massiv zugelegt und der Yen nachgegeben. Der Polit-Krimi um die Regierungskoalition hatte zwischenzeitliche für recht starke Gegenbewegungen gesorgt. Doch letztlich konnte der Nikkei seine Kursgewinne, die er seit dem Zoll-Crash erzielen kann, auf inzwischen +64,61 % ausbauen.

Und damit entwickelt er sich weiterhin besser als die US-amerikanischen Technologieaktien in Gestalt des Nasdaq 100 und lässt diesen Index inzwischen sogar relativ weit hinter sich.

Die Übertreibung setzt sich also auch in Asien munter weiter fort, befeuert jüngst durch die Hoffnung der Anleger auf Konjunkturmaßnahmen der neuen japanischen Regierungschefin, flankiert durch eine anhaltend lockere Geldpolitik der japanischen Notenbank.

Wie lange kann das noch so weitergehen? Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung. Vielmehr warte ich täglich auf eine größere Korrektur, die längst überfällig ist. Doch solange diese nicht einsetzt, kann man sich sowohl eine Analyse der Konjunkturdaten als auch der Charts sparen.

USD/JPY im Aufwärtstrendkanal

Das macht am Devisenmarkt, an dem es wesentlich gesitteter zugeht, deutlich mehr Sinn. Zwar hat es jüngst auch den Yen ordentlich durchgerüttelt, zum Beispiel im Verhältnis zum US-Dollar (siehe gelbes Rechteck im folgenden Chart), doch findet dies in vernünftigen Bahnen statt. So kann man über das Kursgeschehen seit dem Tief vom April einen Aufwärtstrendkanal legen (grün).

Allerdings lässt sich dieser nur äußerst schwer handeln bzw. traden, da es innerhalb des Trendkanals immer wieder zu plötzlichen Richtungswechseln (rote Bögen) und Fehlsignalen kommt, so auch jüngst wieder. Über diese Problematik hatte ich bereits berichtet (siehe z. B. „BoJ überrascht, USD/JPY mit weiterem Fehlsignal„).

Immerhin sieht es aktuell nach einer Richtungsentscheidung aus. Die enge Seitwärtstendenz unterhalb des ehemaligen roten Widerstandsbereichs wurde klar nach oben aufgelöst, wenn auch – wie sollte es anders sein – mit einem Fehlsignal.

Fazit

Als Fazit bleibt daher, dass sich weder der Nikkei noch der USD/JPY derzeit für Trades anbieten. Am Aktienmarkt braucht es erst ein Ende der Übertreibung und am Devisenmarkt ein Ende der Fehlsignale.

Wer es allerdings spekulativ mag, der könnte einen kleinen Short-Trade auf den Nikkei wagen, um auf eine Gegenbewegung zu setzen. Und das gleiche ist beim USD/JPY möglich. Hier kann man darauf setzen, dass sich der Aufwärtstrendkanal fortsetzt und der Wechselkurs erneut von der oberen Begrenzung nach unten abprallt.

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27 Kommentare ansehen

27 Kommentare

  1. Peter Schneider am Januar 12, 2026 3:22 p.m.

    Die Abkehr von der 26-jährigen Allianz der LDP ist ein signifikanter politischer Bruch. Wird sich diese Neuausrichtung langfristig auf die japanische Wirtschaftspolitik auswirken?

    Antworten
  2. Laura Schmidt am Januar 12, 2026 3:22 p.m.

    Ein Konjunkturpaket von über 13,9 Billionen Yen (85 Milliarden EUR) ist eine enorme Summe. Wie realistisch ist es, dass dieses Paket die Inflation in Japan tatsächlich entlastet, oder wird es eher zu einer weiteren Abwertung des Yen führen?

    Antworten
    • Lea Schäfer am Januar 12, 2026 4:21 p.m.

      Das ist die entscheidende Frage. Wenn die Ausgaben nicht gezielt genug sind, könnte es tatsächlich die Inflation anheizen, anstatt sie zu bekämpfen.

      Antworten
  3. Lukas Schmidt am Januar 12, 2026 3:24 p.m.

    Die Wahl von Sanae Takaichi als Regierungschefin und die anschließende Koalitionsvereinbarung mit der Ishin-Partei scheinen die Märkte positiv aufgenommen zu haben, wie der Anstieg des Nikkei um 64,61% zeigt. Ist das ein nachhaltiger Trend oder eine kurzfristige Reaktion?

    Antworten
    • Peter Schäfer am Januar 12, 2026 4:17 p.m.

      Ich denke, es ist eine Kombination aus beidem. Die Erwartungshaltung bezüglich des Konjunkturpakets spielt sicherlich eine Rolle, aber auch die politische Stabilität nach dem ‚Polit-Krimi‘ beruhigt die Investoren.

      Antworten
  4. Lukas Wagner am Januar 12, 2026 3:25 p.m.

    Die drei Säulen des Konjunkturpakets – Inflation, Wachstum, Sicherheit – sind gut gewählt. Die Herausforderung wird sein, die Mittel effektiv zu verteilen.

    Antworten
  5. Laura Hoffmann am Januar 12, 2026 3:25 p.m.

    Die Betonung der nationalen Sicherheit im Konjunkturpaket klingt nach einer Verschiebung der Prioritäten. Bedeutet das, dass Japan sich stärker von der globalen Wirtschaft abwenden will?

    Antworten
  6. Hans Wagner am Januar 12, 2026 3:25 p.m.

    Ein Volumen von 85 Milliarden EUR für das Konjunkturpaket ist gewaltig. Woher soll das Geld kommen, ohne die Staatsverschuldung weiter zu erhöhen?

    Antworten
  7. Lea Hoffmann am Januar 12, 2026 3:25 p.m.

    Die WKN und ISIN Nummern für Nikkei225 und USD/JPY sind hilfreich für alle, die direkt investieren wollen. Danke für diese Informationen.

    Antworten
  8. Jonas Schmidt am Januar 12, 2026 3:25 p.m.

    Der Nikkei konnte seine Gewinne seit dem ‚Zoll-Crash‘ ausbauen, aber ist er bereits überbewertet? Eine Korrektur könnte drohen.

    Antworten
  9. Lea Wagner am Januar 12, 2026 3:26 p.m.

    Die Tatsache, dass der Nikkei seit dem ‚Zoll-Crash‘ so stark zugelegt hat, ist bemerkenswert. Könnte das ein Hinweis darauf sein, dass die Märkte die protektionistischen Maßnahmen bereits eingepreist haben?

    Antworten
  10. Lukas Hoffmann am Januar 12, 2026 3:27 p.m.

    Der Zusammenhang zwischen den politischen Ereignissen in Japan und der Reaktion des Nikkei ist offensichtlich, aber wie lange wird dieser Effekt anhalten?

    Antworten
  11. Hans F. Weber am Januar 12, 2026 3:27 p.m.

    Ich habe gehofft, dass der Artikel detaillierter auf die spezifischen Maßnahmen gegen die Inflation eingeht, die Takaichi plant. Das bleibt leider unklar.

    Antworten
  12. Lea Wagner am Januar 12, 2026 3:27 p.m.

    Die Ankündigung des Konjunkturpakets lässt den Yen fallen. Das könnte japanische Exporte verbilligen, aber auch die Importe verteuern.

    Antworten
  13. Hans Müller am Januar 12, 2026 3:28 p.m.

    Es ist interessant zu sehen, dass die Aktienmärkte trotz der Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Handelsstreit und der politischen Lage in Japan insgesamt ‚eher unbekümmert‘ bleiben. Zeigt das eine gewisse Entkopplung von den realen wirtschaftlichen Risiken?

    Antworten
  14. Emma Schneider am Januar 12, 2026 3:29 p.m.

    Der Kurs des USD/JPY von 152,940 ¥ ist beachtlich. Wie beeinflusst die neue politische Situation in Japan die Wechselkursentwicklung?

    Antworten
  15. Mia R. Wagner am Januar 12, 2026 3:30 p.m.

    Die Erwähnung des Handelsstreits zwischen den USA und China ist beunruhigend. Die geplante Beschränkung des Exports von US-Software könnte die globale Wirtschaft weiter belasten, selbst wenn es ’nur‘ Säbelrasseln ist.

    Antworten
    • Jonas R. Weber am Januar 12, 2026 4:15 p.m.

      Absolut. Die Abhängigkeit vieler Industrien von US-Software ist enorm, und jede Einschränkung hätte weitreichende Folgen.

      Antworten
  16. Mia Schäfer am Januar 12, 2026 3:31 p.m.

    Die schnelle Bildung einer Koalition unter Takaichi, trotz des Ausstiegs des bisherigen Partners, hat die Finanzmärkte positiv überrascht. Wie stabil ist diese neue Konstellation wirklich?

    Antworten
  17. Laura Hoffmann am Januar 12, 2026 3:31 p.m.

    Ich frage mich, wie die Fokussierung auf ’nationale Sicherheit‘ als eine der drei Säulen des Konjunkturpakets konkret aussehen wird. Werden bestimmte Industrien bevorzugt behandelt?

    Antworten
  18. Lea Schmidt am Januar 12, 2026 3:32 p.m.

    Es ist gut zu sehen, dass Japan schnell auf die politische Instabilität reagiert hat und bereits ein Konjunkturpaket in Arbeit ist. Das zeigt Handlungsfähigkeit.

    Antworten
  19. Lea Hoffmann am Januar 12, 2026 3:32 p.m.

    Die Tatsache, dass der Nikkei sich besser entwickelt als der Nasdaq 100, überrascht mich. Zeigt das, dass japanische Aktien momentan eine attraktivere Anlage sind?

    Antworten
  20. Emma Fischer am Januar 12, 2026 3:32 p.m.

    Die Erwartung eines Konjunkturpakets hat den Yen bereits geschwächt. Ist das ein beabsichtigter Nebeneffekt der Politik, um die Exporte zu fördern?

    Antworten
  21. Laura Müller am Januar 12, 2026 3:33 p.m.

    Sanae Takaichi’s Befürwortung einer lockeren Fiskalpolitik könnte ein Wendepunkt für Japan sein, das traditionell für seine Sparmaßnahmen bekannt ist. Ist das ein notwendiger Schritt, um die Wirtschaft anzukurbeln?

    Antworten
  22. Lea Hoffmann am Januar 12, 2026 3:33 p.m.

    Die Formulierung ‚kurzer Polit-Krimi‘ trifft den Nagel auf den Kopf. Die Ereignisse in Japan waren wirklich dramatisch und haben die Märkte kurzzeitig aus dem Gleichgewicht gebracht.

    Antworten
  23. Lea I. Müller am Januar 12, 2026 3:34 p.m.

    Die Androhung Chinas mit ‚entschlossenen Maßnahmen‘ klingt ernst. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich zu einer Eskalation des Handelsstreits kommt?

    Antworten
  24. Karl Q. Schneider am Januar 12, 2026 3:36 p.m.

    Ich bin skeptisch, ob ein Konjunkturpaket allein die Inflation in den Griff bekommen kann. Es braucht auch strukturelle Reformen, um die Wettbewerbsfähigkeit Japans zu stärken.

    Antworten
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