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Non-Farm Payrolls: Marcus Klebe erwartet begrenzte Auswirkungen auf die Fed – sofern es keine klare Überraschung gibt
Nach Einschätzung des Daytraders und Marktanalysten Marcus Klebe dürfte der anstehende US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls) die Erwartungen an die Geldpolitik der Federal Reserve nur dann spürbar verändern, wenn die Daten deutlich von den Markterwartungen abweichen.
Klebe rechnet mit einem Stellenzuwachs von rund 66.000 Arbeitsplätzen, nach 64.000 im Vormonat. Damit läge der Wert im Bereich der aktuellen Konsensschätzungen. Ein Ergebnis in dieser Größenordnung würde aus seiner Sicht eher als Bestätigung des bestehenden Marktbildes gewertet werden – nicht als neuer Impulsgeber.
„Der Markt ist bereits auf eine Abschwächung eingestellt“, so Klebe. „Solange das Beschäftigungswachstum niedrig, aber positiv bleibt, wird der Bericht eher als Zeichen einer kontrollierten Abkühlung interpretiert – nicht als Warnsignal.“
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Fed-Erwartungen derzeit gut verankert
An den Zinsmärkten sind aktuell zwei Zinssenkungen für dieses Jahr eingepreist, wobei der erste Schritt weiterhin für Ende April erwartet wird. Klebe geht davon aus, dass dieses Szenario relativ stabil ist und nur durch eine deutliche Abweichung bei den Arbeitsmarktdaten infrage gestellt würde.
„Kleine Abweichungen nach oben oder unten reichen nicht aus“, erklärt er. „Um den Zeitpunkt der ersten Zinssenkung spürbar zu verschieben, müsste der Arbeitsmarkt entweder klar stärker oder deutlich schwächer ausfallen als erwartet.“
Welche NFP-Ergebnisse für die Märkte relevant sind
Aus Marktsicht hebt Klebe mehrere Schwellenwerte hervor, die für Investoren entscheidend sein dürften:
- Rund 70.000 bis 100.000 neue Stellen
Dieses Szenario gilt als konstruktiv für Aktienmärkte. Es signalisiert weiteres Wirtschaftswachstum ohne neue Inflationsrisiken und stützt den Pfad einer schrittweisen geldpolitischen Lockerung. - Unter 50.000 neue Stellen
Ein solcher Wert würde unter die geschätzte „Break-even“-Schwelle des Arbeitsmarktes fallen und Sorgen vor einer stärkeren konjunkturellen Abkühlung schüren. Die Folge könnten erhöhte Volatilität und defensive Marktreaktionen sein. - Über 120.000 bis 125.000 neue Stellen
In diesem Fall könnten Marktteilnehmer den Zeitpunkt der ersten Zinssenkung neu bewerten und Erwartungen eher in Richtung Frühsommer verschieben.
„Der Markt sucht aktuell keinen Extremwert“, fasst Klebe zusammen. „Weder eine deutliche Schwäche noch eine neue Beschleunigung – gefragt ist Stabilität auf niedrigem Niveau.“
Volatilität dürfte überschaubar bleiben
Trotz der hohen Bedeutung des Arbeitsmarktes für die Geldpolitik rechnet Klebe nicht mit starken Ausschlägen rund um die Veröffentlichung. Positionierung und implizite Volatilität deuten darauf hin, dass Marktteilnehmer auf ein eher ruhiges Szenario eingestellt sind – vorausgesetzt, die Daten bleiben im erwarteten Rahmen.
„Das ist eher ein Bestätigungs- als ein Wendepunkt-Event“, so Klebe. „Erst wenn die Zahlen das bestehende Narrativ klar infrage stellen, dürfte es zu stärkeren Marktbewegungen kommen.“
Fazit
Mit einer erwarteten Stellenzunahme von 66.000 bleibt der US-Arbeitsmarkt zwar im Abkühlungsprozess, zeigt aber weiterhin Stabilität. Solange der Bericht dieses Bild bestätigt, dürfte sich an den Erwartungen für die Geldpolitik der Federal Reserve wenig ändern.
Für die Märkte zählt daher weniger die absolute Zahl als vielmehr die Frage, ob der Bericht das Soft-Landing-Narrativ bestätigt oder bricht. Nur bei einer deutlichen Überraschung ist mit nachhaltigen Marktreaktionen zu rechnen.
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26 Kommentare
Die NFP-Zahlen sind natürlich wichtig, aber beeinflussen auch andere Faktoren die Entscheidung der Fed, wie beispielsweise die Inflationsdaten oder die Entwicklung der Lohnforderungen?
Absolut, die Lohnentwicklung ist ein entscheidender Punkt. Eine steigende Lohninflation könnte die Fed dazu zwingen, ihre Zinserwartungen zu revidieren, selbst bei moderaten NFP-Zahlen.
Die Schwellenwerte von 70.000-100.000 und über 120.000-125.000 sind sehr spezifisch. Auf welcher Analyse basieren diese Zahlen genau?
Ich finde es gut, dass Klebe die Bedeutung der NFP-Zahlen relativiert und betont, dass andere Faktoren ebenfalls eine Rolle spielen. Das ist ein realistischer Blick auf die Dinge.
Wenn die NFP-Zahlen im Bereich der Konsensschätzungen liegen, wie wahrscheinlich ist es dann, dass es trotzdem zu einer unerwarteten Marktbewegung kommt, ausgelöst durch andere Faktoren?
Klebe erwähnt die Positionierung der Marktteilnehmer. Könnte es sein, dass viele bereits auf ‚Ruhig‘ gesetzt haben und daher eine kleine Überraschung überproportional auslösen könnte?
Das ist ein guter Punkt. Eine hohe Konzentration auf eine bestimmte Richtung kann die Anfälligkeit für Gegenbewegungen erhöhen, selbst bei geringen Veränderungen der Fundamentaldaten.
Die Erwähnung der impliziten Volatilität als Indikator für eine ruhige Markterwartung ist interessant. Wo kann man diese Daten einsehen und wie interpretiert man sie genau?
Ich bin mir nicht sicher, ob die implizite Volatilität wirklich ein zuverlässiger Indikator für eine ruhige Markterwartung ist. Oftmals spiegelt sie nur die Angst der Händler wider.
Ich finde es gut, dass Klebe die Bedeutung von Stabilität auf niedrigem Niveau hervorhebt. Das zeigt, dass es nicht immer um extremes Wachstum gehen muss, sondern auch um eine nachhaltige Entwicklung.
Die Aussage, dass der Markt aktuell keinen Extremwert sucht, deutet auf eine gewisse Reife hin. Das ist ein positives Zeichen für die Stabilität der Finanzmärkte.
Die ‚Break-even‘-Schwelle von 50.000 neuen Stellen klingt nach einem kritischen Punkt. Gibt es historische Daten, die diese Schwelle bestätigen und zeigen, wie der Markt in der Vergangenheit darauf reagiert hat?
Ich bin gespannt, ob sich Klebes Einschätzung bewahrheitet, dass der Markt keinen Extremwert sucht. Oftmals überreagieren Investoren auf Nachrichten, selbst wenn diese im erwarteten Rahmen liegen.
Die Betonung auf die ‚kontrollierte Abkühlung‘ des Arbeitsmarktes ist ein interessanter Ansatz. Bedeutet das, dass die Fed bereit ist, eine gewisse Schwäche in Kauf zu nehmen, um die Inflation zu bekämpfen?
Die Webinar-Serie ‚Trading Kompass‘ klingt vielversprechend. Ich werde mich auf jeden Fall anmelden, um mehr über Klebes Trading-Strategien zu erfahren.
Ich finde es beruhigend, dass Klebe von einer überschaubaren Volatilität ausgeht. Nach den jüngsten Marktbewegungen ist das ein wichtiges Signal, dass die Nerven nicht blank liegen.
Die Aussage, dass ‚kleine Abweichungen nach oben oder unten reichen nicht aus‘, um die Zinserwartungen zu verändern, scheint mir sehr realistisch. Der Markt ist da wohl recht träge.
Wenn die NFP-Zahlen über 120.000 bis 125.000 liegen, würde der Markt den Zeitpunkt der ersten Zinssenkung auf Frühsommer verschieben. Das könnte viele Long-Positionen ins Straucheln bringen.
Die Aussage, dass der Markt bereits eine Abschwächung eingepreist hat, klingt plausibel. Aber wie reagieren algorithmische Händler, wenn die NFP-Zahlen genau im erwarteten Bereich liegen – verstärken sie dann die bestehende Richtung?
Klebe erwartet einen Stellenzuwachs von etwa 66.000, was nahe an den Konsensschätzungen liegt. Glaubt er wirklich, dass eine so geringe Abweichung vom Vormonat (64.000) keine Auswirkungen auf die Fed-Erwartungen haben wird?
Wenn die NFP-Zahlen unter 50.000 liegen, erwartet Klebe erhöhte Volatilität. Das ist verständlich, aber wie weit könnte der Fall sein, wenn gleichzeitig die Arbeitslosenquote steigt?
Klebe erwähnt, dass zwei Zinssenkungen für dieses Jahr eingepreist sind, die erste im April. Welche Faktoren könnten diese Erwartung noch zusätzlich stützen oder gefährden, abgesehen von den NFP-Zahlen?
Klebe geht davon aus, dass die Fed-Erwartungen gut verankert sind. Aber wie widerstandsfähig sind diese Erwartungen wirklich gegenüber unerwarteten geopolitischen Ereignissen?
Ich bin Daytrader und finde Klebes Einschätzung sehr hilfreich. Die genannten Schwellenwerte geben mir eine klare Orientierung für meine Handelsentscheidungen.
Die Tatsache, dass die erste Zinssenkung für Ende April erwartet wird, ist ein wichtiger Anker für den Markt. Wie stark würde dieser Anker wackeln, wenn die NFP-Zahlen deutlich negativ ausfallen?
Die Spanne zwischen 70.000 und 100.000 neuen Stellen wird als konstruktiv für die Aktienmärkte gesehen. Ist das nicht etwas optimistisch, angesichts der anhaltenden Inflation?