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06.01.2026 / 14:07 CET/CEST
Veröffentlichung einer Research, übermittelt durch EQS News – ein Service der EQS Group.
Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw. Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.
Einstufung von Montega AG zu Bertrandt AG
| Unternehmen: | Bertrandt AG |
| ISIN: | DE0005232805 |
| Anlass der Studie: | Update |
| Empfehlung: | Kaufen |
| seit: | 06.01.2026 |
| Kursziel: | 26,00 EUR (zuvor: 24,00 EUR) |
| Kursziel auf Sicht von: | 12 Monaten |
| Letzte Ratingänderung: | – |
| Analyst: | Bastian Brach |
FY24/25: Schwaches Branchenumfeld resultiert in deutlichem Top Line-Rückgang – Ausblick auf 25/26 optimistischer
Bertrandt hat im Dezember den Bericht für das Geschäftsjahr 2024/25 veröffentlicht, der aufgrund der Zurückhaltung der OEMs bei Projektentscheidungen von einer deutlich gesunkenen Auslastung geprägt war. Gleichzeitig konnte das Unternehmen die Kostenbasis signifikant verbessern und dürfte neben einem positiven operativen Ergebnis eine Rückkehr zu Top Line-Wachstum im zweiten Halbjahr zeigen.
[Tabelle]
Prozentual zweistelliger Umsatzrückgang: Das Geschäftsjahr 2024/25 stand im Zeichen eines herausfordernden globalen Umfelds für die Automobilindustrie. Anhaltende Unsicherheiten, handelspolitische Spannungen sowie OEM-spezifische Problemlagen führten zu Gewinnwarnungen und kurzfristigen Kostensenkungsprogrammen bei mehreren Kunden. In der Folge wurden Entwicklungsprojekte verzögert, was die zu Jahresbeginn erwartete Belebung der Projektvergaben in H2 ausbremste. Für Bertrandt resultierte dies in einem Umsatzrückgang von 17,6% yoy aufgrund der niedrigen Kapazitätsauslastung insbesondere im Heimatmarkt Deutschland und in Frankreich. Positiv hervorzuheben ist jedoch die robuste Entwicklung außerhalb des klassischen Automotive-Geschäfts, wobei der Defence-Bereich ein deutliches Wachstum verzeichnete und die Kundenbasis spürbar ausweiten konnte. Da sich der Markt für Entwicklungsdienstleistungen in diesem Bereich noch in einem frühen Stadium befindet, sehen wir hier strukturelle Wachstumspotenziale für die kommenden Jahre.
Bottom Line von Sondereffekten belastet: Auf der Ergebnisseite konnte Bertrandt zwar im Schlussquartal zu einem positiven EBIT zurückkehren, gleichzeitig stand für das Gesamtjahr jedoch ein nicht zufriedenstellendes operatives Ergebnis von -35,5 Mio. EUR zu Buche. Dieses war jedoch von mehreren Sondereffekten, u.a. für Restrukturierungen (15,6 Mio. EUR) und Portfoliomaßnahmen (10,7 Mio. EUR), negativ beeinflusst, ohne die das EBIT nahezu den Break-Even-Punkt erreicht hätte. Darin zeigt sich auch der Erfolg des abgeschlossenen Fit-for-Future-Programms. Mit Kosteneinsparungen von rund 90 Mio. EUR jährlich ab dem laufenden Geschäftsjahr wurde die Kostenbasis sowie der Break-Even-Umsatz des Geschäftsmodells signifikant gesenkt. Diese Maßnahmen bilden eine solide Grundlage, um bei einer Normalisierung der Auslastung auf die angestrebten 95% wieder überproportionale Ergebnissteigerungen zu erzielen und mittelfristig die EBIT-Zielmarge von 6-9% zu erreichen. Im vierten Quartal 2024/25 lag die Auslastung bei knapp unter 90%. Vor diesem Hintergrund erscheint Bertrandt gut positioniert, um von einer Wiederbelebung der Projektvergaben überdurchschnittlich zu profitieren, sobald sich das Marktumfeld stabilisiert und die Investitionszurückhaltung der OEMs nachlässt.
Fazit: Nachdem zu Jahresbeginn 2025 noch eine Erholung der Rahmenbedingungen in Reichweite schien, hat Bertrandt aufgrund von Zolldiskussionen und Projektverschiebungen der OEMs ein schwaches Geschäftsjahr 24/25 hinter sich gebracht. Im laufenden Jahr sollte eine leichte Erholung der Top Line in Kombination mit dem vollen Effekt des Fit-For-Future-Programms zu einer Rückkehr zu positiven operativen Ergebnissen führen. Wir bestätigen unsere Kaufempfehlung mit einem erhöhten Kursziel von 26,00 EUR (zuvor: 24,00 EUR).
+++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS / HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter http://www.montega.de +++
Über Montega:
Die Montega AG ist eine innovative Investment-Banking-Boutique mit klarem Fokus auf den Mittelstand und agiert als Plattformanbieter für den Austausch zwischen börsennotierten Unternehmen und institutionellen Investoren. Montega erstellt hochwertiges Equity Research, veranstaltet vielfältige Kapitalmarktevents im In- und Ausland und bietet eine umfassende Unterstützung bei Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen. Die Mission: Emittenten und Investoren zusammenbringen und für Transparenz im Börsenumfeld sorgen. Dabei konzentriert sich Montega auf jene Marktteilnehmer, deren Sprache die Mittelstandsexperten am besten beherrschen: Small- und MidCaps auf der einen sowie Vermögensverwalter, Family Offices und Investment-Boutiquen mit einem Anlagefokus im Nebenwertebereich auf der anderen Seite.
Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden: Factsheet
Kontakt für Rückfragen:
Montega AG – Equity Research
Tel.: +49 (0)40 41111 37-80
Web: www.montega.de
E-Mail: [email protected]
LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/montega-ag
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23 Kommentare
Die Entwicklung im Defence-Bereich ist ein Lichtblick, aber wie sieht es mit den Margen in diesem Bereich aus? Sind sie vergleichbar mit dem Automotive-Geschäft?
Mich wundert, dass die Zurückhaltung der OEMs bei Projektentscheidungen so stark die Auslastung beeinflusst hat. Könnte Bertrandt nicht stärker auf Diversifizierung in andere Branchen setzen, um dieses Risiko zu minimieren?
Die Erwähnung von handelspolitischen Spannungen als Faktor für den Umsatzrückgang ist wichtig. Wie schätzt Montega AG die Auswirkungen weiterer Eskalationen ein?
Die Analyse von Montega AG scheint optimistisch zu sein. Ich würde gerne eine unabhängige Bewertung der Situation von Bertrandt sehen.
Ein negatives EBIT von -35,5 Mio. EUR ist zwar nicht ideal, aber die Erwähnung von Sondereffekten in Höhe von 26,3 Mio. EUR (Restrukturierung und Portfoliomaßnahmen) deutet darauf hin, dass das operative Geschäft fast den Break-Even erreicht hat. Das ist positiv zu bewerten.
Der Bericht erwähnt OEM-spezifische Problemlagen. Können diese genauer benannt werden, um die Risiken besser einschätzen zu können?
Das Ziel einer Auslastung von 95% klingt ambitioniert. Welche konkreten Maßnahmen plant Bertrandt, um dieses Ziel zu erreichen?
Ich finde es gut, dass Bertrandt in den Defence-Bereich investiert, aber ist das nicht auch ethisch fragwürdig, wenn man bedenkt, welche Produkte und Dienstleistungen dort entwickelt werden?
Die Abhängigkeit von Deutschland und Frankreich als Hauptmärkte birgt Risiken. Plant Bertrandt eine stärkere Expansion in andere Regionen, um die geografische Diversifizierung zu erhöhen?
Die Verbesserung der Kostenbasis ist zwar lobenswert, aber reicht das wirklich aus, um die negativen Auswirkungen des Umsatzrückgangs vollständig zu kompensieren? Die Zahlen sprechen da eine andere Sprache.
Die Aussage, dass der Markt für Entwicklungsdienstleistungen im Defence-Bereich noch in einem frühen Stadium ist, klingt nach einem großen Potenzial für Bertrandt. Wie sieht die Wettbewerbslandschaft dort aus?
Die Fokussierung auf das ‚Fit-for-Future‘-Programm ist verständlich, aber hat Bertrandt auch genügend Ressourcen, um in neue Technologien und Innovationen zu investieren?
Ein Umsatzrückgang von fast 18% ist heftig. Wie bewertet Montega AG das Risiko, dass sich die Zurückhaltung der OEMs noch länger hinzieht und die Erholung verzögert?
Ich bin gespannt, ob Bertrandt im zweiten Halbjahr tatsächlich eine Rückkehr zu Top-Line-Wachstum zeigen kann, wie im Bericht angedeutet. Das wäre ein wichtiges Signal für die Zukunft.
Ich habe in Bertrandt investiert und bin jetzt etwas besorgt. Glaubt Montega AG wirklich, dass das Unternehmen in den nächsten 12 Monaten das Kursziel von 26,00 EUR erreichen kann?
Die Anhebung des Kursziels von 24,00 EUR auf 26,00 EUR durch Montega AG zeigt Vertrauen in die Erholung von Bertrandt, aber ist das angesichts des schwierigen Umfelds wirklich gerechtfertigt?
Die Tatsache, dass das EBIT ohne Sondereffekte fast den Break-Even erreicht hätte, ist ein gutes Zeichen. Aber wie nachhaltig sind diese Sondereffekte?
Das ‚Fit-for-Future‘-Programm scheint Früchte zu tragen, wenn man die Kosteneinsparungen betrachtet. Könnte das Unternehmen diese Effizienzsteigerungen noch weiter ausbauen?
Die Kostensenkungen sind zwar positiv, aber darf man dadurch nicht die Qualität der Entwicklungsprojekte gefährden? Das wäre kontraproduktiv.
Das ist ein wichtiger Punkt. Innovation darf nicht auf der Strecke bleiben, nur um kurzfristig Kosten zu sparen.
Ich bin kein Experte, aber ein Umsatzrückgang von 17,6% klingt nach einem großen Problem. Kann Bertrandt das wirklich mit Kosteneinsparungen lösen?
Das Wachstum im Defence-Bereich klingt vielversprechend. Wie hoch ist der Anteil dieses Bereichs am Gesamtumsatz aktuell und wie stark wird er voraussichtlich in den nächsten Jahren wachsen?
Der Umsatzrückgang von 17,6% im Geschäftsjahr 2024/25 ist natürlich besorgniserregend, aber die deutliche Verbesserung der Kostenbasis, insbesondere die 90 Millionen Euro Einsparungen, geben Hoffnung auf eine baldige Erholung.