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Startseite»News»ROUNDUP 2: ‚Großschadenslage‘ nach Anschlag auf Stromnetz in Berlin
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ROUNDUP 2: ‚Großschadenslage‘ nach Anschlag auf Stromnetz in Berlin

onvistaVon onvistavor 2 Monaten18 Kommentare11.6k Aufrufe
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(Aktualisierung: Großschadenslage in der Überschrift und im zweiten Absatz ergänzt)

BERLIN (dpa-AFX) – Zehntausende Menschen mitten im Winter ohne Strom, Heizung und warmes Essen, verbreitet Dunkelheit und ein Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften: Der Anschlag auf die Berliner Stromversorgung vom Samstag hat für die Hauptstadt dramatische Folgen, die noch tagelang zu spüren sein werden. Einen Tag nach der Attacke auf wichtige Kabel nahe einem Kraftwerk im Berliner Südwesten steht für Politik und Behörden fest, dass es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt und Linksextremisten dahinterstehen.

Ein aufgetauchtes Bekennerschreiben einer „Vulkangruppe“ sei authentisch, teilte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) mit. Zuvor hatte der Staatsschutz der Polizei das Schreiben geprüft, das auch auf mehreren einschlägigen Webportalen veröffentlicht wurde. Gleichzeitig rief Berlin eine sogenannte Großschadenslage aus, um so leichter etwa Hilfe der Bundeswehr in Anspruch nehmen zu können.

Zweiter Anschlag binnen weniger Monate

„Es ist inakzeptabel, dass erneut offenkundig Linksextreme unser Stromnetz angreifen und damit Menschenleben gefährden“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) zu dem Schreiben. „Wir werden massiv und ganz engagiert ermitteln, wer diese Täter sind, die verdienen eine wirklich gerechte Strafe.“ Erst im September 2025 hatte ein ähnlicher Anschlag einen großen Blackout im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick zur Folge.

Das lange Konvolut der mutmaßlichen Täter im aktuellen Fall trägt die Überschrift „Den Herrschenden den Saft abdrehen“. „In der Gier nach Energie wird die Erde ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört“, hieß es dort. Das Gaskraftwerk in Berlin-Lichterfelde sei „erfolgreich sabotiert“ worden. „Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft“, behauptet die Gruppe in dem Schreiben.

In Sichtweite des Kraftwerks hatte am frühen Samstagmorgen ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal mehr als ein Dutzend wichtige Leitungen beschädigt, darunter mehrere Hochspannungsleitungen. Nach Angaben der für Energie zuständigen Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) wurden Brandsätze direkt unter den Kabeln platziert, die mit großer Hitze die Leitungen zerstörten.

Zehntausende Haushalte ohne Strom

Von dem so ausgelösten Stromausfall waren zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2.200 Unternehmen betroffen. Inzwischen wurden 10.000 Haushalte und 300 Gewerbekunden wieder angeschlossen, wie Stromnetz Berlin mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde, in denen es viele Einfamilienhäuser und Villensiedlungen gibt, aber auch Hochhäuser. Die Polizei sucht mit einem Aufruf nach Zeugen.

Stromausfall voraussichtlich noch bis Donnerstag

Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin so schwerwiegend und die Reparatur so kompliziert, dass die Notlage außergewöhnlich lange dauern wird. Erst am Donnerstagnachmittag könnten voraussichtlich alle Stromkunden wieder versorgt werden.

Bei frostigen Temperaturen und reichlich Neuschnee stellt das viele Menschen vor erhebliche Probleme. Mehrere große Krankenhäuser in den Stadtteilen wurden zwar nach einem Tag wieder an das Stromnetz angeschlossen und mussten dank Notstromaggregaten nicht evakuiert werden.

Viele Alltagsprobleme für die Menschen

Vom Stromausfall sind aber auch zahlreiche Pflegeeinrichtungen und pflegebedürftige Menschen in ihren Wohnungen betroffen. Der Berliner Senat sei in enger Abstimmung unter anderem mit der Feuerwehr, um diese Menschen notfalls in Pflegeeinrichtungen in anderen Stadtteilen zu verlegen, die freie Kapazitäten gemeldet hätten, so Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD).

Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Feuerwehr richteten etwa in einem Freizeitzentrum oder im Rathaus Zehlendorf Notunterkünfte ein, in denen Menschen die Nacht verbringen, sich aufwärmen, etwas essen und trinken können. In der ersten Nacht wurden diese nach Angaben des Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf nur von wenigen genutzt, darunter von einer 97 Jahre alten Rentnerin.

Auch Kirchengemeinden öffneten ihre Räume. Viele ältere oder gebrechliche Menschen können solche Angebote indes schon deshalb nicht nutzen, weil die Aufzüge in ihren Hochhäusern nicht funktionieren und sie in Wohnungen in zunehmender Kälte sitzen.

Handys aufladen

Wichtig ist für viele Leute, ihre Handys aufzuladen. Das können sie in den Notunterkünften, aber auch anderen dezentralen Anlaufpunkten, die etwa Feuerwehr oder das Technische Hilfswerk eilig aufbauten. Dort kann man auch Notrufe absetzen. Internetempfang haben die meisten in den betroffenen Stadtteilen nicht. Ebenfalls Folge des Stromausfalls waren erhebliche Störungen bei den S-Bahn-Linien 1 und 7. Etliche Supermärkte blieben am Samstag dicht, am Montag dürfte es nicht anders sein.

Schulen dicht

Im Gebiet ohne Strom bleiben von Montag bis zunächst einschließlich Mittwoch rund 20 Schulen geschlossen, wie die Bildungsverwaltung mitteilte. Bei dringendem Bedarf werde in Schulen mit Strom eine Notbetreuung für Schüler eingerichtet, hieß es.

Viele Menschen in Zehlendorf beschwerten sich im Gespräch mit einem dpa-Reporter über mangelnde Informationen und aus ihrer Sicht zu wenige praktische Alltagshilfen. „Man ist abgeschnitten von der Welt“, sagte etwa eine Frau, in deren Wohnung die Temperatur bereits auf 14 Grad abgesunken sei.

Es gibt aber auch viele Beispiele von Nachbarschaftshilfe oder andere Unterstützung. So bedankte sich die Leitung des Diakonie-Hospizes Wannsee, dass Feuerwehrleute ohne Wenn und Aber dabei geholfen hätten, die Bewohner in ein Krankenhaus in der Nähe zu bringen, das Hilfe angeboten habe. Dort könnten die Menschen weiter vom Hospizteam betreut werden./kr/ane/nif/DP/he

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Die Onvista Media GmbH ist ein deutsches Medienunternehmen mit Sitz in Köln. Von 2007 bis 2017 gehörte es zu Boursorama. Während dieser Zeit wurde die Onvista Bank gegründet. 2017 übernahm die Comdirect Bank sowohl Onvista Media als auch die Onvista Bank. Seit der Verschmelzung der Comdirect Bank auf die Commerzbank im November 2020 ist Onvista Media eine Tochtergesellschaft der Commerzbank AG. Die Onvista Bank ist eine Marke der Commerzbank, die bis Ende des Jahres 2025 eingestellt werden soll.

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18 Kommentare

  1. Lea Schneider am Januar 6, 2026 9:33 p.m.

    Es ist besorgniserregend, dass Linksextremisten scheinbar bereit sind, Menschenleben zu gefährden, um ihre politischen Ziele zu erreichen, wie Bürgermeister Wegner betont. Welche konkreten Maßnahmen werden ergriffen, um solche Anschläge in Zukunft zu verhindern?

    Antworten
  2. Jonas Weber am Januar 6, 2026 9:34 p.m.

    Die Behauptung der „Vulkangruppe“, die Stromausfälle seien nicht das Ziel gewesen, sondern die fossile Energiewirtschaft, wirkt zynisch angesichts der Tatsache, dass 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen betroffen waren. Wie rechtfertigen sie das Leid derjenigen, die tagelang ohne Heizung auskommen müssen?

    Antworten
  3. Lea Müller am Januar 6, 2026 9:34 p.m.

    Das Gaskraftwerk in Lichterfelde zum „erfolgreich sabotierten“ Objekt zu erklären erscheint mir problematisch. Es ist doch ein komplexes Stromnetz und nicht nur ein einzelnes Kraftwerk betroffen.

    Antworten
  4. Hans F. Meyer am Januar 6, 2026 9:35 p.m.

    Die Ähnlichkeit zum Anschlag im September 2025 in Treptow-Köpenick ist beunruhigend. Gibt es Anzeichen dafür, dass die Täter aus den gleichen Kreisen stammen oder voneinander gelernt haben?

    Antworten
  5. Peter Schäfer am Januar 6, 2026 9:35 p.m.

    Die Aussage, dass die Erde „ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört“ wird, spiegelt eine extreme Form von Umweltprotest wider. Ist dieser Protest eine Rechtfertigung für saboteurische Aktionen?

    Antworten
  6. Anna Schäfer am Januar 6, 2026 9:36 p.m.

    Senatorin Giffey spricht von „großer Hitze“, die die Leitungen zerstört hat. Können die verwendeten Brandsätze genauer identifiziert werden, um die Herkunft der Tatwerkzeuge festzustellen?

    Antworten
  7. Laura Becker am Januar 6, 2026 9:37 p.m.

    Es ist gut, dass bereits 10.000 Haushalte und 300 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden konnten, aber 35.000 Haushalte sind immer noch betroffen. Was ist der engste Zeitrahmen für die vollständige Wiederherstellung?

    Antworten
    • Karl Weber am Januar 6, 2026 9:52 p.m.

      Die Aussage, dass die Reparatur bis Donnerstag dauern soll, klingt optimistisch bei dieser Ausfallshöhe. Ich bin gespannt, ob dieser Zeitrahmen eingehalten werden kann.

      Antworten
  8. Peter Wagner am Januar 6, 2026 9:37 p.m.

    Die Tatsache, dass die Brandsätze direkt unter den Kabeln platziert wurden, deutet auf eine gezielte und gut vorbereitete Aktion hin. Wie konnten die Täter so nah an ein kritische Infrastruktur gelangen, ohne entdeckt zu werden?

    Antworten
  9. Lukas Becker am Januar 6, 2026 9:39 p.m.

    Ich frage mich, ob die Sicherheitsvorkehrungen an solchen wichtigen Kabelbrücken ausreichend waren, wenn man bedenkt, dass bereits im September 2025 ein ähnlicher Vorfall passiert ist. Wurde hier aus vorherigen Fehlern nichts gelernt?

    Antworten
  10. Lea Meyer am Januar 6, 2026 9:39 p.m.

    Der Schaden an mehr als einem Dutzend Leitungen, inklusive Hochspannungsleitungen, ist enorm. Wie lange wird es dauern, die gesamte Infrastruktur wiederherzustellen und welche finanziellen Auswirkungen hat das?

    Antworten
  11. Karl Meyer am Januar 6, 2026 9:40 p.m.

    Ich wohne in Zehlendorf und bin seit Samstag ohne Strom. Es ist wirklich beängstigend, mitten im Winter auf die Grundversorgung verzichten zu müssen. Die Situation ist sehr angespannt.

    Antworten
  12. Laura Meyer am Januar 6, 2026 9:40 p.m.

    Die Beschreibung der Täter in ihrem Bekennerschreiben – „Den Herrschenden den Saft abdrehen“ – lässt auf eine tiefe Verachtung für das politische System schließen. Wie können wir besser mit dieser Radikalisierung umgehen?

    Antworten
  13. Emma Fischer am Januar 6, 2026 9:41 p.m.

    Der Aufruf der Polizei nach Zeugen ist wichtig, um die Hintergründe des Anschlags zu klären. Ich hoffe, dass sich viele Menschen melden, die etwas Verdächtiges beobachtet haben.

    Antworten
  14. Laura Weber am Januar 6, 2026 9:41 p.m.

    Die Ausrufung der Großschadenslage ist verständlich, da die Reparaturarbeiten am Stromnetz laut Stromnetz Berlin außergewöhnlich langwierig sind und voraussichtlich bis Donnerstag dauern. Ist die Bundeswehr bereits aktiv in die Hilfeleistung eingebunden?

    Antworten
  15. Laura X. Schäfer am Januar 6, 2026 9:44 p.m.

    Die Ausschaltung von Strom in den Stadtteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde trifft besonders Einfamilienhäuser und Villensiedlungen, aber auch Hochhäuser. Zeigt das eine gezielte Auswahl der Zielgebiete?

    Antworten
  16. Anna H. Meyer am Januar 6, 2026 9:46 p.m.

    Die Tatsache, dass die ‚Vulkangruppe‘ ihr Bekennerschreiben auf einschlägigen Webportalen veröffentlicht hat, deutet darauf hin, dass sie auf eine gewisse Resonanz in der Szene hofft. Welche Schritte werden unternommen, um solche Plattformen zu überwachen und zu kontrollieren?

    Antworten
    • Karl T. Wagner am Januar 6, 2026 10:34 p.m.

      Die Aufdeckung und schnelles Entfernen solcher Bekennerschreiben ist wichtig, um die Verbreitung ähnlicher Ideen zu verhindern und eine Glorifizierung der Täter zu verhindern.

      Antworten
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