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MÜNCHEN/DÜSSELDORF (dpa-AFX) – Nach dem US-Angriff auf Venezuela hat es in mehreren Städten in Deutschland Proteste gegen die Attacke der USA gegeben.
In München versammelten sich schätzungsweise 400 Menschen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Die Demonstranten zogen durch die Straßen, es blieb den Aussagen zufolge friedlich. In Nürnberg versammelten sich einer ersten Einschätzung zufolge rund 120 Teilnehmer zu einer Kundgebung, in Düsseldorf protestierten rund 240 Menschen gegen den Angriff der USA auf Venezuela. Die Teilnehmer zogen durch die Innenstadt, bevor sie vor dem US-Generalkonsulat nahe dem Hauptbahnhof die Abschlusskundgebung abhielten.
In Hamburg demonstrierten nach Angaben der Polizei am Abend rund 500 Menschen gegen den Angriff der USA auf Venezuela und die Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro. Die Demonstranten hielten Plakate hoch mit Schriftzügen wie „Hands off Venezuela“ und „Ergreift Partei für Frieden und gegen Aufrüstung“. Sie zogen bei Kälte und Schnee vom Heiligengeistfeld zum US-Konsulat in der HafenCity. In der Hansestadt waren bereits am Samstagabend rund 300 Menschen auf die Straße gegangen.
Angriff der USA auf Venezuela am Wochenende
Die USA hatten in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) Ziele in Venezuela angegriffen, den autoritären Staatschef Maduro gefasst und außer Landes gebracht. Ihm soll nun in New York unter anderem wegen „Drogenterrorismus“ der Prozess gemacht werden./dwi/DP/zb
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22 Kommentare
Die Forderung nach Frieden und gegen Aufrüstung auf den Plakaten in Hamburg ist angesichts der globalen Spannungen umso wichtiger.
Die Kundgebung in Düsseldorf vor dem US-Konsulat erscheint mir als besonders effektive Form des Protests, um die Botschaft direkt an die Verantwortlichen zu richten.
Die Kundgebung mit rund 120 Teilnehmern in Nürnberg zeigt, dass auch in kleineren Städten das Interesse an diesem Thema vorhanden ist.
400 Demonstranten in München und 500 in Hamburg – das zeigt, dass die US-Aktion auf Venezuela in Deutschland auf breite Ablehnung stößt, selbst bei Schnee und Kälte.
Der Schritt der USA, Maduro ‚festzunehmen und außer Landes zu bringen‘, wirft rechtliche Fragen auf – ist dies überhaupt völkerrechtlich zulässig?
Das ist eine sehr gute Frage. Es sieht eher nach einer außergerichtlichen Aktion aus, die wenig mit Rechtsstaatlichkeit zu tun hat.
Die Gefangennahme von Maduro und die drohende Anklage wegen „Drogenterrorismus“ in New York klingt nach einem politisch motivierten Verfahren und einer Eskalation der Konflikte.
Die Forderung „Hands off Venezuela“ auf den Plakaten in Hamburg spricht Bände und zeigt eine klare Ablehnung ausländischer Einmischung.
Ich frage mich, welche konkreten Ziele in Venezuela angegriffen wurden und welche Auswirkungen dies auf die Zivilbevölkerung haben wird; die dpa-AFX Meldung schweigt hierzu.
Wird es weitere Proteste geben, oder ist dies eine einmalige Reaktion auf den Angriff? Die dpa-AFX Meldung gibt hierzu keine Auskunft.
Die Tatsache, dass die Demonstranten in Düsseldorf vor dem US-Generalkonsulat ihre Abschlusskundgebung abhielten, unterstreicht die direkte Verantwortungszuweisung für den Angriff.
Die Fokussierung auf „Drogenterrorismus“ als Anklagegrund für Maduro wirkt wie eine Ablenkung von den eigentlichen geopolitischen Interessen der USA in der Region.
Es wäre wichtig zu erfahren, welche konkreten Gruppen oder Organisationen diese Demonstrationen in den verschiedenen Städten initiiert haben.
Es ist gut, dass die Proteste in Deutschland stattfinden, aber ich bezweifle, dass sie die Politik der USA beeinflussen werden.
Die Berichterstattung erwähnt nur friedliche Demonstrationen – gab es keine Zwischenfälle oder Versuche der Polizei, die Proteste einzuschränken?
Soweit die Meldung reicht, scheint alles ruhig verlaufen zu sein. Oftmals werden größere Konflikte aber auch nicht sofort breitgetreten.
Ich finde es wichtig, dass auch in Deutschland auf diese Art von ausländischer Interventionspolitik aufmerksam gemacht wird.
Da stimme ich voll und ganz zu. Es ist ein Signal, dass wir uns nicht mit solchen Aktionen abfinden wollen.
Was bedeutet die ‚Festnahme‘ genau? Wurde Maduro auf venezolanischem Gebiet festgenommen, oder wurde er nach einer Flucht abgefangen?
Die Zahlen der Demonstranten – 400 in München, 240 in Düsseldorf, 500 in Hamburg – sind beeindruckend, angesichts der kurzfristigen Organisation.
Es ist bemerkenswert, dass die Demonstrationen in Hamburg bereits am Samstagabend begannen und sich fortsetzten, was auf eine anhaltende Besorgnis bezüglich der Situation in Venezuela hindeutet.
Ich bin besorgt über die mögliche Eskalation dieses Konflikts. Was passiert, wenn Venezuela auf den Angriff reagiert?