Listen to the article
KIEW/BERLIN (dpa-AFX) – Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat vor einem geplanten Treffen mit US-Präsident Donald Trump das weitere Vorgehen mit Bundeskanzler Friedrich Merz besprochen. „Wir stimmen unsere Positionen ab, und alle in Europa müssen an einem Strang ziehen, um unsere europäische Lebensweise, die Unabhängigkeit unserer Staaten und den Frieden in Europa zu verteidigen. Es muss Frieden geben“, schrieb Selenskyj auf der Plattform X.
Merz (CDU) antworte auf X mit den Worten: „Wir stehen unerschütterlich an Ihrer Seite. Ein starkes, koordiniertes Vorgehen Europas ist nach wie vor unverzichtbar für Frieden, Freiheit und Sicherheit.“ Die „Berliner Gruppe“ sei bereit zu helfen – in enger Abstimmung mit den US-Partnern.
Selenskyj will nach eigenen Angaben noch an diesem Wochenende US-Präsident Trump treffen, um mit ihm letzte Hand an einen möglichen Friedensplan für die Ukraine zu legen. Trump bestätigte „Politico“, dass Selenskyj zu ihm kommen werde. Aus den zitierten Gesprächsinhalten ging aber nicht hervor, wann. In Moskau wurde angedeutet, dass der von den USA, Kiew und Europa überarbeitete Plan nicht den Vorstellungen des Kreml entspricht.
Er habe den Bundeskanzler über die Arbeit Kiews mit den US-Gesandten informiert. „Wir alle erinnern uns an das Format des Berliner Treffens und die dort erzielten Ergebnisse. Genau so werden wir weiterarbeiten. Wir haben vereinbart, weiterhin gemeinsam mit den Europäern zu handeln“, schrieb Selenskyi auf X mit Blick auf das jüngste Gipfeltreffen in Berlin.
Der Gipfel Mitte Dezember in Berlin war das erste größere Ukraine-Treffen unter Beteiligung der USA, der Ukraine und der führenden Europäer in einem EU-Staat seit dem neuen Vorstoß Trumps für eine Friedenslösung im November.
Selenskyi dankte Deutschland „für seine unerschütterliche“ und konkrete Unterstützung. „Dank unserer Zusammenarbeit mit Deutschland konnten bereits Tausende Menschenleben in der Ukraine vor russischen Angriffen gerettet werden, und wir halten unsere Verteidigungspositionen aufrecht, um die Stärke unserer diplomatischen Positionen zu gewährleisten. Friedrich, vielen Dank!“, schrieb der ukrainische Staatschef an die Adresse von Merz./sl/DP/he
Den vollständigen Artikel hier lesen


17 Kommentare
Es ist gut zu hören, dass die ‚Berliner Gruppe‘ bereit ist zu helfen, aber es bleibt abzuwarten, welche Art von Unterstützung sie leisten kann. Wer genau gehört zu dieser Gruppe?
Es ist wichtig, dass die deutsche Unterstützung nicht nur ‚unschütterlich‘, sondern auch ‚konkret‘ ist, wie Selenskyj betont. Welche finanziellen und militärischen Zusagen hat Deutschland gemacht?
Die ‚europäische Lebensweise, die Unabhängigkeit unserer Staaten und den Frieden in Europa‘ zu verteidigen, ist ein sehr weit gefasster Anspruch. Welche konkreten Schritte sind dafür notwendig?
Ich frage mich, ob das ‚Format des Berliner Treffens‘ wirklich die Grundlage für weitere Verhandlungen sein kann, wenn Trump einen neuen Friedensansatz verfolgt. Die Ergebnisse des letzten Treffens scheinen ja nicht ausgereicht zu haben.
Die Tatsache, dass Selenskyj das Treffen mit Trump ’noch an diesem Wochenende‘ plant, deutet auf einen gewissen Zeitdruck hin. Was sind die dringendsten Anliegen, die er ansprechen muss?
Die Tatsache, dass das Gipfeltreffen in Berlin das erste größere Treffen dieser Art in einem EU-Staat seit Trumps Friedensvorstoß war, unterstreicht die Bedeutung dieses Formats. Wird es regelmäßig stattfinden?
Die Aussage, dass die Zusammenarbeit mit Deutschland ‚Verteidigungspositionen aufrechterhält‘, klingt nach einer direkten Reaktion auf die russischen Angriffe. Wie kritisch ist die Lage an der Front aktuell?
Die Erwähnung der Arbeit Kiews mit US-Gesandten deutet auf eine intensive Vorbereitung des Treffens hin. Welche konkreten Themen wurden dabei besprochen?
Die Tatsache, dass Selenskyj sich mit Trump treffen will, um einen ‚Friedensplan‘ zu besprechen, während Moskau bereits signalisiert, dass dieser Plan nicht ihren Vorstellungen entspricht, deutet auf eine sehr schwierige Verhandlungssituation hin. Wird Europa dabei eine untergeordnete Rolle spielen?
Die Betonung auf ein ’starkes, koordiniertes Vorgehen Europas‘ durch Merz ist wichtig, aber oft schwer umzusetzen. Wie will die EU sicherstellen, dass alle Mitglieder an einem Strang ziehen, angesichts unterschiedlicher Interessen?
Es ist bemerkenswert, dass Selenskyj die ‚Berliner Gruppe‘ als bereit zur Hilfe bezeichnet, insbesondere im Hinblick auf die Abstimmung mit den USA. Könnte diese Gruppe eine Schlüsselrolle bei der Vermittlung spielen, oder ist das eher symbolisch?
Die Betonung auf die Bedeutung der diplomatischen Positionen neben der militärischen Verteidigung ist klug. Wie wird Deutschland dazu beitragen, diese diplomatischen Bemühungen zu verstärken?
Es ist positiv, dass Selenskyj und Merz die Einigkeit betonen, aber die Andeutung aus Moskau wirft einen Schatten auf die Erfolgsaussichten. Einseitige Friedenspläne scheitern doch meistens.
Die Erwähnung der ‚Tausende geretteter Menschenleben‘ durch die deutsche Unterstützung ist ein starkes Argument für die Fortsetzung dieser Hilfe. Welche konkreten Maßnahmen haben zu diesen Rettungen geführt?
Die Aussage, dass ‚alle in Europa an einem Strang ziehen‘ müssen, ist zwar idealistisch, aber angesichts der unterschiedlichen Energiepolitiken und wirtschaftlichen Abhängigkeiten schwer zu erreichen. Wie realistisch ist das?
Ich bin skeptisch, ob Trump wirklich an einem umfassenden Friedensplan interessiert ist, oder ob es eher um innenpolitische Manöver geht. Seine bisherigen Äußerungen lassen wenig Hoffnung zu.
Ich finde es bemerkenswert, dass Selenskyj die Plattform X nutzt, um seine Positionen öffentlich zu machen. Ist das ein bewusster Schritt, um Druck auf Trump auszuüben?