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WASHINGTON (dpa-AFX) – US-Außenminister Marco Rubio hat die Regierung in Kuba als „riesiges Problem“ bezeichnet. Das sagte er beim US-Sender NBC News auf die Frage, ob nach dem US-Angriff auf Venezuela nun Kuba folge. Zwar wolle er nicht über zukünftige Schritte der US-Regierung mit Blick auf Kuba sprechen. „Aber ich denke, es ist kein Geheimnis, dass wir keine großen Fans des kubanischen Regimes sind.“ Dieses habe Venezuelas nun entmachteten Staatschef Nicolás Maduro unterstützt, sagte Rubio weiter.
Rubios Eltern stammen aus Kuba. Sie wanderten 1956 während der Diktatur von Fulgencio Batista in die Vereinigten Staaten aus. Sein Vater schlug sich als Barkeeper durch, seine Mutter als Zimmermädchen.
In der Nacht zum Samstag hatte das US-Militär Venezuela angegriffen. Im Rahmen der Operation „Absolute Entschlossenheit“ hatten Eliteeinheiten Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores gefasst und außer Landes gebracht. Inzwischen ist Maduro in einer Haftanstalt in New York – in der Stadt muss er sich dann auch unter anderem wegen Vorwürfen der „Verschwörung zum Drogenterrorismus“ sowie der „Verschwörung zum Kokainimport“ vor Gericht verantworten.
Kuba wird seit dem Sieg der Revolution 1959 autoritär regiert. Die Kommunistische Partei kontrolliert Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Andere Parteien sind auf der sozialistischen Karibikinsel nicht zugelassen. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sind über 1.000 politische Gefangene in Haft. Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit Jahrzehnten angespannt – Schritte zu einer vorsichtigen Annäherung unter US-Präsident Barack Obama hat Donald Trump wieder rückgängig gemacht./ngu/DP/he
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23 Kommentare
Dass Rubio die kubanische Regierung als „riesiges Problem“ bezeichnet, überrascht kaum, angesichts der familiären Geschichte seiner Eltern, die 1956 vor Batista flohen. Ist seine Haltung also unweigerlich von persönlichen Erfahrungen geprägt?
Die Beschreibung der kubanischen Regierung als autoritär ist zutreffend, aber es ist wichtig, die Komplexität der Situation zu verstehen. Welche internen Faktoren tragen zur Stabilität des Regimes bei?
Die Rückgängigmachung der Annäherungsschritte Obamas durch Trump scheint die Lage zwischen Havanna und Washington zu einer Sackgasse geführt zu haben. Wie realistisch ist eine erneute Verbesserung der Beziehungen in absehbarer Zeit?
Rubios Aussage, dass die USA „keine großen Fans“ des kubanischen Regimes seien, ist eine Untertreibung. Angesichts der langen Geschichte der Spannungen wäre es realistischer, von einer Feindschaft zu sprechen.
Der Artikel deutet an, dass die USA Kuba für die Unterstützung Maduros bestrafen wollen. Ist das ein legitimes Ziel der US-Außenpolitik, oder eine unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes?
Der Artikel erwähnt, dass Rubios Vater als Barkeeper und seine Mutter als Zimmermädchen arbeiteten, nachdem sie aus Kuba flohen. Das zeigt die Härte, mit der Immigranten oft konfrontiert sind und könnte seine Kritikerperspektive erklären.
Wie wird die kubanische Regierung auf die Inhaftierung Maduros reagieren? Werden sie verstärkt versuchen, ihre Beziehungen zu anderen lateinamerikanischen Ländern zu festigen?
Ich frage mich, ob die Unterstützung Kubas für Maduro der Hauptgrund für Rubios harte Linie ist, oder ob tiefere, historische Gründe eine Rolle spielen. Die Revolution von 1959 wird ja auch genannt.
Ich finde es bedenkenswert, dass nach dem Angriff auf Venezuela die Frage aufkommt, ob Kuba als nächstes Ziel der USA gilt. Das birgt natürlich ein erhebliches Eskalationspotenzial.
Ich bin skeptisch, ob die Festnahme Maduros wirklich zur Verbesserung der Menschenrechtslage in Venezuela oder zu einer Deeskalation in der Region führen wird. Es könnte auch das Gegenteil der Fall sein.
Die Erwähnung von Rubios Eltern und ihrer Flucht vor Batista gibt der Debatte eine persönliche Note. Dennoch sollte die US-Politik auf Fakten und nicht auf persönlichen Rachegefühlen basieren.
Ich stimme zu. Emotionen sollten bei der Gestaltung der Außenpolitik keine Rolle spielen, sondern strategische Überlegungen.
Es ist traurig zu hören, dass es in Kuba über 1.000 politische Gefangene gibt. Die internationale Gemeinschaft sollte mehr Druck auf das Regime ausüben, um ihre Freilassung zu erreichen.
Es ist wichtig zu beachten, dass der Angriff auf Venezuela und die anschließende Festnahme Maduros die geopolitische Dynamik in Lateinamerika verändern könnten. Wie bereitet sich Kuba darauf vor?
Über 1.000 politische Gefangene in Kuba sind laut Menschenrechtsaktivisten in Haft. Diese Zahl ist erschreckend und unterstreicht die autoritäre Natur des Regimes dort seit 1959.
Rubios Äußerung, dass er nicht über zukünftige Schritte sprechen wolle, ist typisch für die Politik. Man kann aber davon ausgehen, dass die USA weiterhin Druck auf Kuba ausüben werden.
Die lage in Kuba scheint sich seit der Revolution 1959 kaum verändert zu haben. Sind wirtschaftliche Sanktionen die richtige Strategie, um dort Veränderungen zu bewirken, oder schaden sie der Bevölkerung?
Die Tatsache, dass Maduro in New York vor Gericht gestellt werden soll, ist ein ungewöhnlicher Schritt. Wie wird die kubanische Regierung versuchen, ihn zu unterstützen?
Vermutlich durch diplomatische Kanäle und öffentliche Unterstützung, soweit das möglich ist.
Die Operation „Absolute Entschlossenheit“ und die Festnahme Maduros werfen Fragen nach dem Völkerrecht auf. Könnte dies die Beziehungen zwischen den USA und Kuba noch weiter verschärfen, wenn Kuba sich als Verbündeter Maduros sieht?
Es ist bemerkenswert, dass Maduro wegen „Verschwörung zum Drogenterrorismus“ angeklagt wird. Wie beeinflusst diese Anklage die US-Politik gegenüber Kuba, das ihn unterstützt hat?
Die Anklagepunkte gegen Maduro, insbesondere der Kokainimport, sind schwerwiegend. Gibt es Beweise, die eine Verbindung zwischen Maduro und kubanischen Interessen nahelegen könnten?
Die Tatsache, dass die Kommunistische Partei in Kuba Staat, Wirtschaft und Gesellschaft kontrolliert, ist ein klarer Hinweis auf fehlende Demokratie. Wie sieht die Zukunft für politische Oppositionelle auf der Insel aus?