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Wer Wertsachen schützen will, hat mehrere Möglichkeiten – vom Bankschließfach über externe Anbieter bis zum Tresor zu Hause. In allen Fällen gibt es Wichtiges zu beachten.
Wer Schmuck, Bargeld oder wichtige Dokumente schützen will, steht vor einer grundsätzlichen Entscheidung: Bank, externer Anbieter oder doch die eigenen vier Wände? Jede dieser Optionen verspricht Sicherheit – bringt aber auch Einschränkungen und Risiken mit sich. Der spektakuläre Millionenraub in einer Sparkasse in Gelsenkirchen zum Jahreswechsel hat die Frage nach einer sicheren Verwahrung mit Wucht zurück auf die Tagesordnung gebracht. Darauf sollten Sie bei der Aufbewahrung Ihrer Wertsachen achten.
Das klassische Bankschließfach
Der aktuelle Fall aus Gelsenkirchen zeigt: Bankschließfächer sind nicht unangreifbar. Neben Einbruch und Diebstahl können auch Naturereignisse wie Überschwemmungen oder Brände zur Gefahr für eingelagerte Wertsachen werden. Entscheidend ist deshalb ein Punkt, den viele Kunden unterschätzen: der Versicherungsschutz.
In vielen Fällen ist im Mietpreis des Schließfachs nur eine geringe Versicherungssumme enthalten – oder es besteht gar kein automatischer Schutz gegen Verlust oder Beschädigung. Wie und in welcher Höhe der Inhalt versichert ist, hängt vom jeweiligen Schließfachvertrag ab und unterscheidet sich von Bank zu Bank.
Wichtig zu wissen:
- Die Versicherungssumme gilt unabhängig vom tatsächlichen Wert des Inhalts.
- Hochwertiger Schmuck, größere Bargeldbeträge oder Sammlerstücke sind oft nicht vollständig abgesichert.
- Übersteigt der Wert des Inhalts die vereinbarte Summe, bleibt der Kunde im Schadensfall auf einem Teil des Verlustes sitzen.
Die Verbraucherzentrale rät daher, den Schließfachvertrag genau zu prüfen. Gegebenenfalls kann eine zusätzliche Schließfachversicherung oder eine Erweiterung der Hausratversicherung sinnvoll sein. Auch der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) betont: „Für die dauerhafte Aufbewahrung von Wertsachen im Bankschließfach ist eine separate Schließfachversicherung empfehlenswert. Zudem schließt die Schließfachversicherung neben Einbruchdiebstahl auch Brand und Elementarschäden wie Hochwasser ein.“
Eine Alternative zur Hausbank
Neben klassischen Bankschließfächern gewinnen bankenunabhängige Anbieter zunehmend an Bedeutung. Sie betreiben Hochsicherheits-Schließfächer außerhalb des regulären Bankbetriebs.
Einige Anbieter bieten Schließfächer bereits zu vergleichsweisen geringen Kosten an. Die Nutzung ist dabei unabhängig von einem Bankkonto möglich. Außerdem sind sie jederzeit zugänglich und es gibt keine Meldepflichten, denen klassische Banken unterliegen.
Dennoch gilt auch hier: Vertragsbedingungen und insbesondere der Versicherungsschutz sollten sorgfältig geprüft werden. Denn bankenunabhängige Schließfächer sind in der Regel nicht über die Hausratversicherung abgedeckt – eine separate Absicherung ist daher oft unerlässlich.
Tresor in der Wohnung
Wer seine Wertsachen lieber zu Hause aufbewahren möchte, sollte besonders vorsichtig sein. Versicherer wie AXA stellen klar: Der sicherste Ort für Bargeld und Wertgegenstände in der Wohnung ist ein schwerer, fest verankerter Tresor.
Dabei gilt eine klare Faustregel:
Tresore unter 200 Kilogramm gelten als grundsätzlich mitnehmbar. Erst durch eine fachgerechte Verankerung im Mauerwerk oder Boden wird ein Tresor wirklich sicher.
Zudem unterscheiden sich Tresore deutlich in ihrer Sicherheitsausstattung. Gängig sind drei Schließsysteme: der klassische Schlüssel, ein elektronisches Zahlenschloss oder ein mechanisches Zahlenschloss. Welche Variante geeignet ist, hängt von den persönlichen Anforderungen ab.
Es ist ratsam, sich vor dem Kauf eines Tresors von einem Fachbetrieb beraten zu lassen. Wichtig ist außerdem, auf anerkannte europäische Sicherheitsstandards zu achten. Hinweise darauf sind Kennzeichnungen wie „VdS“ (Verband der Sachversicherer) oder „ECB-S“ (European Certification Board System) sowie eine entsprechende Prüfplakette.
Einbrecher kennen die Verstecke
Mehr als ein Drittel der Deutschen bewahrt größere Bargeldbeträge in den eigenen vier Wänden auf. Doch was viele unterschätzen: Die gängigen Verstecke sind Einbrechern bestens bekannt. Haben Täter erst einmal Zugang zu Haus oder Wohnung, durchsuchen sie systematisch Schränke, Schubladen und typische Versteckorte. Selbst wenn ihnen dafür oft nur wenige Minuten bleiben, werden sie meist fündig – denn wirklich sichere Verstecke gibt es für Profis kaum.
Laut dem Versicherer AXA sind die bekanntesten und damit unsichersten Verstecke in der Wohnung:
- Im Kleiderschrank
- Unter der Matratze
- In Keksdosen oder ähnlichen Behältern
- In Büchern
- In Blumenvasen
- Unter Blumentöpfen
- Hinter dem Bilderrahmen
- In einer abschließbaren Schublade
- In der Schmutzwäsche
Bargeld oder andere Wertgegenstände dort aufzubewahren, ist daher mit einem hohen Risiko verbunden. Fest steht: Es gibt keine absolut sicheren Verstecke in einer normalen Wohnung. Am sichersten sind fest verankerte Tresore oder Schließfächer.
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18 Kommentare
Es ist wichtig zu wissen, dass der GDV eine separate Schließfachversicherung empfiehlt, selbst bei bestehendem Versicherungsschutz. Das zeigt, dass die Risiken bei der Aufbewahrung von Wertsachen unterschätzt werden dürfen.
Der Artikel betont, dass man bei der Aufbewahrung zu Hause einen Tresor in Betracht ziehen sollte. Aber wie robust muss ein Tresor sein, um wirklich vor einem professionellen Einbruch zu schützen? Das ist ein wichtiger Punkt.
Ich finde es beunruhigend, dass die Versicherungssumme im Schließfachvertrag oft nicht den tatsächlichen Wert der eingelagerten Gegenstände widerspiegelt. Wenn man teuren Schmuck oder Bargeld hat, sollte man unbedingt eine zusätzliche Versicherung abschließen, wie von der Verbraucherzentrale empfohlen.
Die Meldepflichten bei klassischen Banken, die bankenunabhängige Anbieter nicht haben, werfen die Frage auf, ob dies ein Sicherheitsvorteil oder ein Nachteil sein kann. Kann ein Mangel an Meldepflichten auch für Betrüger attraktiver sein?
Es ist gut, dass der Artikel auf die Bedeutung von Elementarschäden wie Hochwasser hinweist. Viele Hausratversicherungen decken solche Schäden nicht automatisch ab, daher ist eine umfassende Versicherung wichtig.
Ich bin überrascht, dass die Kosten für bankenunabhängige Schließfächer oft geringer sind als bei traditionellen Banken. Das könnte eine gute Option sein, wenn man nur wenige Wertsachen aufbewahren möchte, aber eben nur, wenn die Versicherung stimmt.
Der Fall in Gelsenkirchen ist ein Warnsignal. Man sollte nicht blindlings darauf vertrauen, dass ein Bankschließfach unknackbar ist, sondern sich aktiv mit den Sicherheitsvorkehrungen und Versicherungsbedingungen auseinandersetzen.
Der Vergleich zwischen Bank, externen Anbietern und der eigenen Wohnung ist sehr hilfreich. Es gibt keine perfekte Lösung, sondern nur diejenige, die am besten zu den individuellen Bedürfnissen und Risikobereitschaft passt.
Der Raub in Gelsenkirchen macht deutlich, dass selbst Bankschließfächer keine absolute Garantie für Sicherheit darstellen; das unterschätzen viele wohl. Wie hoch war eigentlich die Versicherungssumme im genannten Fall, und reichte sie aus, um den Schaden zu decken?
Die Unterschätzung des Versicherungsschutzes ist ein wiederkehrendes Thema. Es scheint, als ob viele Menschen davon ausgehen, dass ihre Wertsachen automatisch ausreichend versichert sind, was offensichtlich nicht der Fall ist.
Die Tatsache, dass bankenunabhängige Anbieter Schließfächer ohne Bankkonto anbieten und diese rund um die Uhr zugänglich sind, klingt zunächst attraktiv. Jedoch muss man hier besonders auf den Versicherungsschutz achten, da die Hausratversicherung in der Regel nicht greift.
Ich habe kürzlich meinen Schließfachvertrag geprüft und festgestellt, dass die Versicherungssumme tatsächlich sehr niedrig war. Eine Erweiterung der Hausratversicherung hat sich für mich gelohnt, um einen besseren Schutz zu gewährleisten.
Der Hinweis des Artikels, dass auch Naturereignisse wie Brände eine Gefahr für Bankschließfächer darstellen, ist ein wichtiger Aspekt, der oft vergessen wird. Eine gute Versicherung sollte auch solche Fälle abdecken.
Wenn man größere Bargeldbeträge aufbewahren möchte, ist eine separate Schließfachversicherung fast unerlässlich, da die üblichen Summen oft nicht ausreichen, um den Verlust vollständig abzudecken.
Mich beschäftigt die Frage, wie sich die zunehmende Digitalisierung auf die Aufbewahrung von Wertsachen auswirkt. Werden physische Schließfächer langfristig an Bedeutung verlieren?
Ich frage mich, ob die Banken ihre Kunden ausreichend über die Risiken und Versicherungsbedingungen von Schließfächern informieren. Oftmals werden diese Informationen nur klein gedruckt im Vertrag erwähnt.
Die Möglichkeit, bei bankenunabhängigen Anbietern ohne Bankkonto ein Schließfach zu mieten, eröffnet neue Optionen, besonders für Leute, die bewusst keine Bankbeziehung pflegen möchten. Aber Vorsicht ist geboten, wie der Artikel betont!
Es ist schlichtweg fahrlässig, den Versicherungsschutz beim Schließfach zu unterschätzen. Man sollte sich genau ausrechnen, welchen Wert die eingelagerten Gegenstände haben und entsprechend absichern.