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KIEW (dpa-AFX) – Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach rund 2.000 russischen Luftangriffen in der Neujahrswoche die Verbündeten zu mehr Unterstützung für das Land aufgerufen. „Stabilität und Vorhersehbarkeit der Hilfe für die Ukraine sind das, was Moskau wirklich zur Diplomatie bewegen kann. Wir zählen auf weitere Verteidigungshilfe“, schrieb Selenskyj auf Telegram. Im Laufe der vergangenen Woche habe Russland mehr als 1.070 Gleitbomben, fast 1.000 Drohnen und 6 Raketen gegen die Ukraine eingesetzt.
Dabei erinnerte Selenskyj in einem Video auch an einen Angriff auf die Stadt Charkiw; dort gab es am 2. Januar zahlreiche Opfer. Am Sonntag stieg die Zahl der aus den Trümmern eines getroffenen Hauses geborgenen Toten auf vier, wie die Behörden mitteilten. Mehr als 30 Menschen waren verletzt worden.
Selenskyj hofft auf „Koalition der Willigen“
Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen äußerte Selenskyj einmal mehr die Hoffnung auf einen gerechten und dauerhaften Frieden. Die Ukraine setze auf künftige Sicherheitsgarantien der USA, Europas und der Partner in der „Koalition der Willigen“, zu der auch Deutschland gehört. Am Samstag hatten sich nationale Sicherheitsberater, Vertreter der EU und der Nato in Kiew getroffen, um weiter über solche Garantien zu sprechen.
An diesem Dienstag soll in Paris die „Koalition der Willigen“ zusammenkommen, um über Ergebnisse zu reden. Selenskyj fordert solide Sicherheitsgarantien der USA und der europäischen Staaten, die die Ukraine nach einem Kriegsende vor künftigen russischen Angriffen schützen sollen. Das bedeute ganz klar, dass „auf jeden Fall“ mindestens französische und britische Truppen in der Ukraine stationiert sein würden, sagte Selenskyj am Samstag.
Russland, das an den Gesprächen nicht beteiligt ist, warnt immer wieder vor der Stationierung von Soldaten aus Nato-Staaten in der Ukraine. Ein Friedensabkommen ist auch nach fast vier Jahren des russischen Angriffskrieges weiter nicht in Sicht./mau/DP/zb
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24 Kommentare
Es ist wichtig, dass die Sicherheitsgarantien nicht nur defensiv sind, sondern auch die Ukraine in die Lage versetzen, sich selbst zu verteidigen und ihre Souveränität zu wahren.
Es ist beunruhigend, dass trotz fast vier Jahren Krieg kein Friedensabkommen in Sicht ist; welche konkreten Hindernisse sieht Selenskyj aktuell?
Selenskyj setzt stark auf die USA und Europa. Wie realistisch ist es, dass diese Länder langfristige Sicherheitsgarantien leisten, die über finanzielle Hilfe hinausgehen?
Die Tatsache, dass über 30 Menschen in Charkiw verletzt wurden, zeigt, dass die russischen Angriffe nicht nur auf militärische Ziele abzielen. Das ist zutiefst besorgniserregend.
Die Neujahrswoche war besonders brutal, mit rund 2.000 Angriffen. Das unterstreicht die Dringlichkeit der Lage und die Notwendigkeit, die Ukraine nicht im Stich zu lassen.
Die Situation in Charkiw ist herzzerreißend. Ich hoffe, dass die internationale Gemeinschaft schnell und effektiv Hilfe leistet, um die Zerstörung zu beheben und die Menschen zu unterstützen.
Die Erwähnung der vier Todesopfer in Charkiw am 2. Januar macht die humanitäre Katastrophe deutlich, die dieser Krieg verursacht. Wie können die Hilfsmaßnahmen für die betroffene Bevölkerung verbessert werden?
Die 6 eingesetzten Raketen erwecken den Eindruck, dass Russland seine Ressourcen strategisch einsetzt. Welche Ziele verfolgt Russland damit?
Selenskyj betont, dass Stabilität der Hilfe Moskau zur Diplomatie bewegen kann. Glaubt er wirklich, dass Putin auf westliche Zugeständnisse reagieren wird, oder ist das eine taktische Aussage?
Die Zahl von über 1.070 Gleitbomben in einer Woche ist erschreckend; das zeigt die Intensität der russischen Angriffe und die Notwendigkeit verstärkter Luftabwehrsysteme für die Ukraine.
Selenskyj scheint sehr zuversichtlich zu sein, was die Unterstützung der Verbündeten angeht. Ist dieser Optimismus gerechtfertigt, angesichts der politischen Herausforderungen in den einzelnen Ländern?
Die bevorstehende Zusammenkunft der ‚Koalition der Willigen‘ in Paris ist entscheidend. Welche konkreten Ergebnisse erwartet Selenskyj von diesem Treffen?
Ich finde es gut, dass Selenskyj die Notwendigkeit von Sicherheitsgarantien so deutlich anspricht. Das ist ein entscheidender Punkt für die Zukunft der Ukraine.
Es ist gut, dass die nationale Sicherheitsberater in Kiew zusammengekommen sind, aber Gespräche allein reichen nicht aus. Es braucht konkrete Taten und Zusagen.
Es ist wichtig, dass die Sicherheitsgarantien nicht nur leere Versprechungen sind. Wie können diese Garantien rechtlich bindend gestaltet werden, um die Ukraine tatsächlich zu schützen?
Die Betonung auf ‚Stabilität und Vorhersehbarkeit‘ der Hilfe ist klug. Die Ukraine braucht Planungssicherheit, um ihre Verteidigung langfristig aufzubauen.
Die ‚Koalition der Willigen‘ klingt nach einer informellen Allianz. Wie kann diese Allianz effektiv arbeiten und ihre Ziele erreichen, ohne die Nato zu spalten?
Die Forderung nach Truppen in der Ukraine ist mutig, aber auch riskant. Welche Szenarien hat Selenskyj durchgespielt, um die möglichen Konsequenzen abzuwägen?
Ich frage mich, ob die Konzentration auf Gleitbomben und Drohnen ein Zeichen dafür ist, dass Russland Schwierigkeiten hat, präzise Raketen in großen Mengen einzusetzen.
Russlands Warnung vor der Stationierung von Nato-Truppen in der Ukraine ist wenig überraschend. Wie bewertet Selenskyj das Risiko einer Eskalation, wenn diese Truppen tatsächlich eingesetzt werden?
Die fast 1.000 eingesetzten Drohnen sind eine enorme Belastung für die ukrainische Luftabwehr. Welche neuen Technologien könnten hier Abhilfe schaffen?
Selenskyjs Forderung nach einer ‚Koalition der Willigen‘ klingt nach einer gezielten Ansprache an Deutschland und Großbritannien, da er explizit die Stationierung von Truppen in der Ukraine erwähnt – ist das realistisch?
Ich bin skeptisch, ob Russland überhaupt an einem ‚gerechten und dauerhaften Frieden‘ interessiert ist. Ihre bisherigen Handlungen sprechen eine andere Sprache.
Die Zahl der Gleitbomben ist alarmierend. Könnte das ein Hinweis auf eine bevorstehende großangelegte Offensive sein?