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KIEW (dpa-AFX) – Das russische Militär nutzt nach Erkenntnissen Kiews zunehmend Stellungen in Belarus für seine Angriffe gegen die Ukraine. Dies gelte sowohl für Angriffe mit Drohnen als auch Raketen, berichtete Präsident Wolodymyr Selenskyj von einer Sitzung der gesamten Armeeführung. Mit dieser neuen Taktik versuche Russland, die Verteidigungslinien der Ukraine zu umgehen, schrieb Selenskyj. „Das ist riskant für Belarus“, schrieb er. „Leider gibt Belarus damit seine Souveränität zugunsten von Russlands aggressiven Ambitionen auf.“
Eine proaktive Abwehr gegen diese neue Stoßrichtung sei schwierig, denn Russland habe die gesamte Technik für die Angriffe auf Wohngebäuden errichtet. Antennen und andere Leitsysteme für Angriffe gegen Ziele in der Ukraine stünden nun praktisch auf den Dächern fünfstöckiger ziviler Wohnblocks, sagte Selenskyj mit Verweis auf Erkenntnisse der ukrainischen Aufklärung. „Das ist eine absolute Missachtung von Menschenleben, Minsk sollte aufhören, diese Spielchen zu spielen.“ Die ukrainische Flugabwehr sei angewiesen worden, die Abwehrstrategie anzupassen.
Belarus hat zu Beginn der russischen Invasion in die Ukraine lediglich sein Staatsgebiet als Sprungbrett für den letztlich gescheiterten Vorstoß auf Kiew zur Verfügung gestellt. Aktiv sind belarussische Truppen nicht am Kriegsgeschehen beteiligt, doch bindet die mögliche Bedrohung starke ukrainische Truppenverbände an der gemeinsamen Grenze./cha/DP/he
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23 Kommentare
Die Nutzung von Belarus als Ausgangspunkt für Angriffe könnte auch darauf abzielen, die internationale Unterstützung für die Ukraine zu schwächen, indem die Schuld auf Minsk geschoben wird.
Selenskyj fordert Minsk auf, ‚diese Spielchen‘ zu beenden. Ist das noch eine Einladung zur Deeskalation oder eine klare Warnung?
Die Aussage, dass die Situation ‚riskant für Belarus‘ ist, ist eine Untertreibung. Es droht eine direkte Eskalation und möglicherweise eine militärische Konfrontation.
Die Errichtung von Angriffstechnik auf Dächern von fünfstöckigen Wohnblocks ist eine zynische und unverantwortliche Handlung Russlands. Wie kann die internationale Gemeinschaft hier reagieren?
Die Aussage, dass Russland Angriffe von Wohngebäuden in Belarus aus startet, ist erschreckend und wirft ernsthafte Fragen nach der Verantwortung des belarussischen Regimes auf.
Ich frage mich, ob die belarussische Bevölkerung über diese militärische Nutzung ihrer Wohngebäude informiert ist. Die mangelnde Transparenz ist alarmierend.
Ich hoffe, dass die ukrainische Aufklärung weiterhin präzise Informationen liefern kann, um die Bedrohung aus Belarus effektiv zu bewerten und abzuwehren.
Selenskyjs Warnung, dass Belarus seine Souveränität opfert, scheint zutreffend, wenn man bedenkt, dass russische Militärtechnik auf ihren Dächern installiert wird. Wie lange wird Minsk diese Situation noch tolerieren?
Die Tatsache, dass Russland die gesamte Technik auf Wohngebäuden errichtet, deutet auf eine langfristige Strategie hin, nicht nur auf eine kurzfristige Aktion.
Es ist wichtig zu verstehen, warum Russland diese neue Taktik wählt. Geht es um Ressourcenmangel oder um eine bewusste Provokation?
Es ist besorgniserregend, dass Russland offenbar die Zivilbevölkerung in Belarus als Schutzschild missbraucht, indem es Abfeuereinrichtungen auf Wohnhäusern platziert. Das ist ein Kriegsverbrechen.
Die Aussage, dass Russland die Verteidigungslinien der Ukraine umgehen will, erklärt die Wahl der neuen Angriffspositionen in Belarus.
Selenskyj spricht von einer ’neuen Stoßrichtung‘. Bedeutet das, dass die Ukraine in den letzten Monaten keine Hinweise auf diese Entwicklung hatte, oder wurden die Informationen erst jetzt vollständig erfasst?
Die Tatsache, dass Belarus zu Beginn der Invasion nur als Sprungbrett diente, deutet darauf hin, dass Russland nun mehr direkte Kontrolle anstrebt. Welche langfristigen Folgen hat das für die Region?
Die Anpassung der ukrainischen Abwehrstrategie wird sicherlich Ressourcen binden, die an anderer Stelle benötigt werden. Wie wirkt sich das auf die Gesamtsituation an der Front aus?
Die Beschreibung der Aufklärungsergebnisse, die Selenskyj nennt, klingt sehr detailliert. Das deutet auf eine effektive Informationsbeschaffung hin.
Die ukrainische Flugabwehr steht vor einer enormen Herausforderung, da sie nun zwischen zivilen und militärischen Zielen unterscheiden muss, die möglicherweise aus Belarus starten.
Die Situation erinnert an die Vorfälle in Saporischschja, wo Russland ebenfalls militärische Aktivitäten in der Nähe von zivilen Objekten durchführte. Ein Muster zeichnet sich ab.
Die Konzentration der russischen Angriffe auf die ukrainische Grenze zu Belarus könnte auch ein Ablenkungsmanöver sein, um an anderer Stelle der Front Druck aufzubauen.
Es ist wichtig, dass die internationale Gemeinschaft Belarus unter Druck setzt, seine Souveränität zu verteidigen und nicht als Komplize in Russlands Aggression zu fungieren.
Ich bin besorgt über die Auswirkungen dieser Entwicklung auf die Zivilbevölkerung in der Ukraine, die nun noch stärker von russischen Angriffen bedroht ist.
Die ukrainische Flugabwehr muss sich anpassen, aber wie effektiv kann eine Abwehr gegen Raketen sein, die von zivilen Gebieten gestartet werden? Das ist eine taktische Herausforderung.
Wenn Minsk ‚diese Spielchen‘ nicht beendet, könnte die Ukraine gezwungen sein, auf belarussischem Territorium zu reagieren. Das wäre ein gefährlicher Wendepunkt.