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Die Kursschwelle von 100 US-Dollar rückt bei Silber in greifbare Nähe. Hier erfahren Sie alles über Chancen und Risiken.
Der Silbermarkt zeigt sich momentan in einer außergewöhnlich starken Verfassung. Der Silberpreis hat ein neues Allzeithoch markiert, während wichtige Unterstützungszonen wie die Marke um 73 US-Dollar weiter Bestand haben.
Solange Silber oberhalb dieser Linie notiert, bleibt das positive Szenario intakt. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn extreme Kursgewinne gingen geschichtlich fast immer mit Korrekturen einher.
Sebastian Hell ist seit 2005 als erfolgreicher Unternehmer in der deutschen Finanzbranche tätig. 2019 gründete er das Projekt „Hell Investiert“ mit inzwischen über 100.000 Followern in den sozialen Medien. Der Fokus liegt auf Geldanlage mittels Sachwerten (Aktien, Immobilien & Edelmetalle), um sowohl Rendite als auch Kapitalschutz zu erzielen. Sein kostenfreier wöchentlicher Report gibt dazu spannende Tipps und Ideen.
Ausbruch mit starkem Momentum
Charttechnisch zeigt sich ein klarer Anstieg, der von kräftigem Aufwärtsdruck untermauert wird. Das Momentum weist deutlich nach oben, doch ein Schlusskurs unter den genannten Unterstützungen (73 US-Dollar) würde das Risiko einer stärkeren Korrektur erheblich erhöhen.
Hierbei dient die Chartanalyse nicht als Garantie für künftige Kurse, sondern als wertvolles Werkzeug zur Einschätzung von Unterstützungs- und Widerstandsniveaus. Insbesondere für taktisch ausgerichtete Anleger kann sie beim Timing von Kauf- und Verkaufsentscheidungen hilfreich sein.
Fundamentale Stabilität trotz Verkaufsdruck
Fundamental ist bemerkenswert, dass der Silberpreis in jüngster Zeit konstant blieb, obwohl erhebliche Verkaufswellen auftraten. Hintergrund ist das Rebalancing großer Rohstoffindizes, bei dem kräftig gestiegene Rohstoffe wie Silber ausgleichend veräußert werden müssen.
Das Verkaufsvolumen im Zuge dieses Prozesses wurde auf rund sieben Milliarden US-Dollar geschätzt, was für den vergleichsweise kleinen Silbermarkt beachtlich ist. Dennoch hielt der Preis stand, weil sämtliche Verkäufe absorbiert wurden und keine deutliche Abwärtsbewegung folgte.
Unsicherheit rund um den US-Dollar
Ein weiterer Faktor für die Stärke von Silber ist die wachsende Verunsicherung in Bezug auf den US-Dollar und die amerikanische Notenbank. Politische Einmischungen in die Unabhängigkeit der Fed haben den sogenannten Debasement-Trade neu belebt.
Anleger suchen wieder verstärkt nach Absicherung gegen mögliche Währungsabwertungen, wovon Edelmetalle wie Silber vornehmlich profitieren. Diese Entwicklung hat kurzfristig sogar negative Markteinflüsse aufgehoben und das Kursniveau weiter gestützt.
Deutliche Preisdifferenz zwischen China und Westen
Das Geschehen in China zeigt sich mit einem Aufschlag von fast zwölf Prozent gegenüber den Notierungen westlicher Märkte. Diese Differenz deutet auf eine regionale Verknappung hin, vor allem in Shanghai.
Allerdings ist sie nicht weltweit zu beobachten: In den USA sind die Silberlager an den Terminbörsen gut gefüllt und auch in London wurden kürzlich höhere Bestände gemeldet. Eine globale physische Knappheit ist daher nicht gegeben, auch wenn es in bestimmten Märkten temporär zu Versorgungsengpässen kommen kann.
Substitution in der Industrie: Kupfer als Alternative
Ein potenzielles Risiko für den Silber-Boom ergibt sich aus den aktuell hohen Preisen. In einer wichtigen Einsatzbranche, der Solarindustrie, setzen Unternehmen in China bald auf günstigere Metalle wie Kupfer statt Silber. Dieser beginnende Austausch wird sich in den kommenden Quartalen beschleunigen.
Für den Silbermarkt bedeutet das eine Belastung, weil ein Teil der industriellen Nachfrage dadurch wegbricht. Für Kupfer hingegen entsteht eine neue Nachfragequelle.
Langfristige Investorennachfrage und mögliche Risiken
Auf lange Sicht bleibt Silber vor allem durch Käufe von Investoren attraktiv. Industriell betrachtet ist der Markt nicht im Defizit, doch das Engagement der Anleger erzeugt die wahrnehmbare Angebotsknappheit. Solange dieses Interesse hoch bleibt, wird das bullische Gesamtbild gestützt.
Kippt die Stimmung jedoch und fällt gleichzeitig industrielle Nachfrage weg, kann sich das Marktumfeld rasch eintrüben. Aktuell besteht eine realistische Chance, dass Silber die Marke von 100 US-Dollar erreichen wird, allerdings sind mit jedem zusätzlichen Preisschub auch stärkere Rückschläge wahrscheinlicher geworden.
Euphorie, regionale Verknappungen und politischer Gegenwind für den US-Dollar stützen zwar weiter, aber steigende Lagerbestände, zunehmendes Recycling und erste Substitutionstendenzen bei wichtigen Abnehmern mahnen zur Umsicht.
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18 Kommentare
Die Preisdifferenz von fast zwölf Prozent zwischen China und westlichen Märkten ist ein interessanter Hinweis auf eine mögliche regionale Knappheit. Könnte diese Diskrepanz zu weiteren Kurssteigerungen führen, wenn die Nachfrage in China weiter steigt?
Ich finde es gut, dass der Artikel sowohl die Chancen als auch die Risiken von Silberinvestitionen beleuchtet. Die Warnung vor Korrekturen nach starken Kursgewinnen ist wichtig.
Die Tatsache, dass der Silberpreis ein neues Allzeithoch markiert hat, ist ein positives Signal, aber man sollte sich nicht von der Euphorie mitreißen lassen. Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Das starke Momentum im Chartbild ist zwar positiv, aber ich bin mir unsicher, wie lange dieser Aufwärtstrend anhalten wird. Die historische Volatilität von Silber macht mich etwas nervös.
Die Unterstützungslinie bei 73 US-Dollar scheint wirklich entscheidend zu sein. Ein Bruch dieser Marke könnte tatsächlich eine stärkere Korrektur auslösen, wie im Artikel beschrieben.
Die Analyse des Verkaufsdrucks durch das Rebalancing der Rohstoffindizes ist sehr aufschlussreich. Das erklärt, warum der Silberpreis nicht stärker gefallen ist, obwohl so große Mengen verkauft wurden.
Das stimmt, das Rebalancing ist oft ein unterschätzter Faktor. Es zeigt, dass der Preis nicht nur von der reinen Nachfrage und Angebot bestimmt wird.
Es ist faszinierend, dass Silber trotz der politischen Einmischungen in die Fed an Wert gewonnen hat. Das zeigt, wie stark die Nachfrage nach Edelmetallen als sicherer Hafen ist.
Die Tatsache, dass Silber trotz Verkaufsdruck von etwa sieben Milliarden US-Dollar im Zuge des Rebalancing von Rohstoffindizes stabil blieb, ist wirklich bemerkenswert. Das deutet auf eine starke Nachfrage hin, die diese Verkäufe auffangen konnte.
Ich frage mich, ob die Chartanalyse, die Sebastian Hell verwendet, auch dann zuverlässig ist, wenn externe Faktoren wie das Rebalancing der Rohstoffindizes so stark ins Spiel kommen. Ist das Momentum wirklich so eindeutig, wie dargestellt?
Ich bin gespannt, wie sich die Situation mit dem US-Dollar weiterentwickelt und ob dies den Silberpreis noch weiter antreiben wird. Die Unsicherheit ist jedenfalls ein starker Treiber.
Die Erwähnung der politischen Einmischungen in die Fed und deren Auswirkungen auf den ‚Debasement-Trade‘ ist ein wichtiger Punkt. Das Vertrauen in Fiat-Währungen scheint zu schwinden.
Absolut. Die Unabhängigkeit der Zentralbanken ist ein entscheidender Faktor für die Stabilität des Finanzsystems.
Ich bin etwas skeptisch, ob der Silberpreis tatsächlich nachhaltig über 100 US-Dollar bleiben kann, angesichts der historischen Korrekturen nach extremen Kursgewinnen. Eine Rücksetzer scheint mir wahrscheinlich.
Die regionale Verknappung in Shanghai, die sich in der Preisdifferenz zu westlichen Märkten zeigt, könnte ein Zeichen für eine steigende Nachfrage in Asien sein. Ist das ein Trend, der sich fortsetzen wird?
Die Tatsache, dass Sebastian Hell seit 2005 in der Finanzbranche tätig ist und ‚Hell Investiert‘ über 100.000 Follower hat, verleiht seinen Einschätzungen Gewicht. Ich werde seinen wöchentlichen Report abonnieren.
Die Erwähnung des ‚Debasement-Trade‘ im Zusammenhang mit der Unsicherheit über den US-Dollar finde ich sehr treffend. Viele Anleger scheinen sich aktuell gegen eine mögliche Währungsabwertung zu wappnen.
Ich bin seit einiger Zeit an Silberinvestitionen interessiert und der Artikel bestätigt meine Annahme, dass jetzt ein guter Zeitpunkt sein könnte, um taktisch zu agieren. Die Analyse von Herrn Hell ist sehr hilfreich.