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Startseite»News»So teuer ist Deutschlands Dauer-Krisenmodus wirklich
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So teuer ist Deutschlands Dauer-Krisenmodus wirklich

Finanzen100Von Finanzen100vor 2 Wochen6 Kommentare5.7k Aufrufe
So teuer ist Deutschlands Dauer-Krisenmodus wirklich
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Fast eine Billion Euro weg: Die Dauerkrisen kosten die deutsche Wirtschaft rechnerisch über 20.000 Euro je Arbeitnehmer.

Pandemie, Ukraine-Krieg, Energiekrise und neue handelspolitische Spannungen mit den USA haben die deutsche Wirtschaft seit 2020 schwer belastet. Die Folgen lassen sich inzwischen klar beziffern. 

Die Wirtschaftsleistung liegt auch im Jahr 2025 kaum über dem Niveau von 2019. In Summe ist in sechs Jahren fast eine Billion Euro an Wertschöpfung verloren gegangen. Allein das vergangene Jahr steht für rund ein Viertel dieses Schadens.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft IW. Sie zeigt, dass sich die Krisen nicht nacheinander erledigt haben, sondern sich überlagern. 

Die wirtschaftlichen Anpassungslasten erreichen damit ein Ausmaß, das frühere Abschwünge deutlich übertrifft. Deutschland erlebt keinen klassischen Einbruch, sondern eine ungewöhnlich lange Phase der Stagnation.

Corona reißt die erste große Lücke

Den Anfang machte die Corona-Pandemie. Im Jahr 2020 verlor die deutsche Wirtschaft rund 185 Milliarden Euro an Wertschöpfung. Besonders stark fiel der Einbruch im zweiten Quartal aus. Produktion, Handel und Dienstleistungen kamen zeitweise nahezu zum Stillstand. Lieferketten brachen ab, Investitionen wurden gestoppt, Konsum verschoben.

Auch 2021 brachte keine spürbare Entlastung. Einschränkungen, Materialengpässe und Unsicherheit hielten an. Die wirtschaftliche Leistung blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. 

Der geschätzte Verlust belief sich auf weitere 100 Milliarden Euro. Bis zum Beginn des Ukraine-Krieges summierten sich die überwiegend pandemiebedingten Einbußen damit auf fast 300 Milliarden Euro.

Krieg und Energiepreise zementieren die Schwäche

Ab 2022 veränderte sich der Charakter der Belastung. Der russische Angriff auf die Ukraine ließ Energiepreise explodieren. Gas und Strom verteuerten sich massiv. Industrie und Mittelstand gerieten unter Kostendruck. Gleichzeitig nahm die geopolitische Unsicherheit zu, Investitionen wurden erneut zurückgestellt.

Für 2022 ergibt sich ein wirtschaftlicher Verlust von rund 75 Milliarden Euro. In den Folgejahren blieb die Konjunktur schwach. 2023 gingen etwa 140 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung verloren. 2024 stieg der Ausfall auf über 200 Milliarden Euro. 

Die deutsche Wirtschaft verharrte nahe dem Niveau von 2019, während ein krisenfreier Verlauf weiteres Wachstum erwarten ließ.

Kosten der Krisen in Deutschland erreichen 2025 den Höchststand

Noch bevor sich die Wirtschaft von Pandemie und Krieg lösen konnte, kam ein weiterer Belastungsfaktor hinzu. Nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten Ende 2024 folgten rasch Zölle und handelspolitische Maßnahmen. Diese trafen eine ohnehin fragile Konjunktur.

Im Jahr 2025 belief sich der Wertschöpfungsverlust auf rund 235 Milliarden Euro. Damit entfällt rund ein Viertel des gesamten Schadens seit 2020 auf dieses eine Jahr. Kein anderes Jahr des Krisenzeitraums weist höhere Einbußen auf.

Jahr für Jahr wächst der Schaden: Pandemie, Krieg, Energiekrise und neue Handelskonflikte summieren sich seit 2020 zu immer höheren Wirtschaftsverlusten – mit dem größten Einbruch im Jahr 2025. © IW

Jahr für Jahr wächst der Schaden: Pandemie, Krieg, Energiekrise und neue Handelskonflikte summieren sich seit 2020 zu immer höheren Wirtschaftsverlusten – mit dem größten Einbruch im Jahr 2025. © IW

Warum kein Crash – aber dennoch ein historischer Schaden

Die wirtschaftlichen Einbußen resultieren nicht aus einem Crash, sondern aus der Abfolge mehrerer Krisen, die das Wachstum seit 2020 immer wieder unterbrochen haben. Ohne Pandemie und geopolitische Verwerfungen hätte sich die Wirtschaft weiterentwickelt. Vor Ausbruch der Krisen rechneten Ökonomen mit einem jährlichen Wachstum von rund einem Prozent.

Die Analyse stellt deshalb der tatsächlichen Entwicklung einen kontrafaktischen Verlauf gegenüber. Dieser orientiert sich an Vorkrisenprognosen und am langfristigen Wachstumstrend der Jahre 1991 bis 2019. Erst dieser Vergleich macht sichtbar, wie viel wirtschaftliche Leistung Deutschland entgangen ist.

Grundlage der Berechnungen sind preis- und saisonbereinigte Daten zum realen Bruttoinlandsprodukt. Verglichen wird die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung seit 2020.

Was fast eine Billion Euro konkret bedeutet

Über sechs Jahre summiert sich der Ausfall auf rund 940 Milliarden Euro an preisbereinigtem Bruttoinlandsprodukt. Bezogen auf die Zahl der Erwerbstätigen entspricht das einem Verlust von deutlich über 20.000 Euro je Person. Umgerechnet sind das rund 20 Prozent der durchschnittlichen Jahresleistung eines Beschäftigten.

Diese Größenordnung erklärt, warum sich die Stagnation im Alltag bemerkbar macht. Geringere Spielräume bei Löhnen, Investitionen und staatlichen Ausgaben sind direkte Folgen. Der Staat muss mit geringeren Einnahmen planen, während Ausgaben für Energie, Sicherheit und soziale Sicherung steigen.

Stabilität als Gegenpol zur Unsicherheit

Trotz der hohen Belastungen bleibt Deutschland im internationalen Vergleich ein verlässlicher Standort. „Mit seinem funktionierenden Rechtsstaat, stabilen Institutionen und einer gut ausgebildeten Bevölkerung bleibt Deutschland in unsicheren Zeiten im ökonomischen Wettbewerb“, sagt Michael Grömling vom IW. 

Gleichzeitig sieht er strukturelle Schwächen. Hohe Energiepreise, steigende Sozialabgaben und wachsende Bürokratie bremsen die wirtschaftliche Entwicklung und erschweren eine Rückkehr zu stärkerem Wachstum.

Von Anne Bajrica

Das Original zu diesem Beitrag „Pandemie, Krieg, Trump: So teuer ist der Dauer-Krisenmodus für Deutschland seit 2020“ stammt von Smart Up News.

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6 Kommentare ansehen

6 Kommentare

  1. Laura Meyer am Februar 10, 2026 12:04 a.m.

    I’ve been following this closely. Good to see the latest updates.

    Antworten
  2. Mia Hoffmann am Februar 10, 2026 12:06 a.m.

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    Antworten
  3. Emma Schmidt am Februar 10, 2026 12:08 a.m.

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  4. Lea B. Müller am Februar 10, 2026 12:09 a.m.

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  5. Karl C. Hoffmann am Februar 10, 2026 12:14 a.m.

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