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- Tesla Inc. – WKN: A1CX3T – ISIN: US88160R1014 – Kurs: 433,140 $ (Nasdaq)
Johnsons Argumentation ist nüchtern, fast schon demonstrativ unbeeindruckt vom Markt. Autonomes Fahren, so seine These, werde zunehmend zur Commodity (also zum Massenprodukt), Robotik sei kein exklusiver Tesla-Vorteil mehr. Das können andere sogar besser. Wenn der Mythos verblasse, bleibe die Frage, was vom Unternehmen übrig bleibe. Seine Antwort fällt ernüchternd aus, auch wenn ein überschlägiger Sum-of-the-Parts-Ansatz theoretisch sogar ein höheres rechnerisches Potenzial ausweise. Die operative Realität ziehe die Bewertung jedoch wieder nach unten.
Tesla-Autos auf dem absteigenden Ast
Im vierten Quartal rechnet Johnson mit lediglich 418.000 Auslieferungen und einer Absatzstruktur, die zunehmend von Preisnachlässen geprägt ist. Besonders außerhalb Chinas sei das Model Y nur noch über Rabatte verkäuflich, mit Preisen, die von knapp 40.000 USD in den USA bis auf rund 34.700 USD in Südkorea gefallen seien. Hinzu kommt ein struktureller Einschnitt: Erstmals müssen US-Autobauer keine ZEV-Zertifikate mehr von Tesla kaufen. Nach Schätzung des Analysten betrifft das rund ein Viertel der bisherigen Erlöse aus einem Geschäft mit faktisch 100 % Bruttomarge.
Zwar wachse das Segment Energy Generation & Storage im vierten Quartal um respektable 12,1 % bei Margen von über 30 %. Doch mit gut 14 % Umsatzanteil bleibe es zu klein, um das schwächelnde Autogeschäft aufzufangen, das weiterhin mehr als 70 % der Erlöse liefert. Johnson erwartet daher für das Quartal einen Umsatz von 24,1 Mrd. USD, einen Free Cashflow von 365 Mio. USD und ein Non-GAAP-Ergebnis je Aktie von 0,39 USD. Der Markt rechnet mit deutlich mehr.
Am deutlichsten wird die Diskrepanz im Ausblick. Nach dem ersten Rückgang der weltweiten Auslieferungen im Jahr 2024 um 1,1 % erwartet Johnson 2025 ein Minus von 7,7 % und 2026 sogar einen Einbruch um 15 %. Wegfallende US-Subventionen, schärferer Wettbewerb in China und eine zunehmend brüchige Markenwahrnehmung in Europa lasten auf dem Geschäft. Dort brachen die Verkäufe 2025 bereits um 27 % ein.
Fazit: Das Kursziel dürfte Musk als klare Provokation ansehen, gerade wo das große Gehaltspaket für den Chef durchgewunken wurde. Aber sowohl beim autonomen Fahren als auch bei Robotern hat Tesla laut den Analysten keinen Wettbewerbsvorsprung mehr. Bald kann jeder autonome Autos bauen, der sich den passenden „Bausatz“ bei Nvidia oder anderswo bestellt. Der Saft ist raus, nur eben an der Börse bisher nicht.
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12 Kommentare
Die Tatsache, dass Tesla laut dem Analysten keinen Wettbewerbsvorteil mehr bei Robotik hat, ist überraschend. Ich dachte, Tesla sei hier führend. Wie sieht der Wettbewerb in diesem Bereich konkret aus?
Die Aussage, dass bald jeder autonome Autos bauen kann, indem er sich einen ‚Bausatz‘ bei Nvidia bestellt, ist eine interessante Perspektive. Das untergräbt Teslas bisherige Alleinstellungsmerkmale.
Ich finde es spannend, dass der Artikel die Diskrepanz zwischen den Erwartungen des Analysten und den Markterwartungen hervorhebt. Das deutet auf eine mögliche Überraschung bei der nächsten Quartalsveröffentlichung hin.
Die Erwartung eines Umsatzes von 24,1 Mrd. USD für das vierte Quartal, der deutlich unter den Markterwartungen liegt, ist ein starkes Signal. Wenn sich das bewahrheitet, könnte das zu einer Korrektur führen.
Ich bin skeptisch, ob das Segment Energy Generation & Storage mit einem Umsatzanteil von nur 14% wirklich in der Lage sein wird, das schwächelnde Autogeschäft auszugleichen, selbst bei einer Wachstumsrate von 12,1%.
Der Artikel erwähnt einen Rückgang der Verkäufe in Europa um 27% im Jahr 2025. Welche Faktoren tragen zu diesem besonders starken Einbruch bei? Ist es der Wettbewerb oder die ‚brüchige Markenwahrnehmung‘?
Die Prognose von Analyst Johnson, dass Tesla-Autos außerhalb Chinas nur noch mit Rabatten verkauft werden können, ist alarmierend – besonders die Preisentwicklung auf knapp 34.700 USD in Südkorea deutet auf erheblichen Preisdruck hin.
Das stimmt, und der Wegfall der ZEV-Zertifikate in den USA könnte diesen Druck noch verstärken, da ein Viertel der bisherigen Einnahmen wegfällt.
Es ist bemerkenswert, dass Johnson argumentiert, autonomes Fahren werde zur Commodity. Wenn das stimmt, verliert Tesla einen wichtigen Teil seines ‚Mythos‘ und muss sich neu positionieren.
Ein Abwärtspotenzial von über 90% klingt extrem. Wie kommt der Analyst zu dieser Zahl und welche Annahmen liegen dieser Berechnung zugrunde? Ein ‚Sum-of-the-Parts‘-Ansatz allein rechtfertigt das doch nicht.
Die Kombination aus sinkenden Auslieferungen, dem Wegfall der ZEV-Zertifikate und dem zunehmenden Wettbewerb scheint die Basis für diese pessimistische Einschätzung zu bilden.
Die prognostizierten Rückgänge der weltweiten Auslieferungen – 1,1% im Jahr 2024, 7,7% im Jahr 2025 und sogar 15% im Jahr 2026 – sind drastisch. Was sind die Hauptursachen für diesen erwarteten Einbruch?