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DÜSSELDORF/DUISBURG (dpa-AFX) – In den Verhandlungen über eine Übernahme des Stahlherstellers Thyssenkrupp
Über die bislang in einem Sanierungstarifvertrag vereinbarten 11.000 Stellen hinaus könnten dann weitere 2.000 oder 3.000 Stellen wegfallen, befürchtet die Gewerkschaft. Derzeit hat TKSE 26.000 Mitarbeiter. Jindal prüft derzeit die Bücher der Thyssenkrupp-Stahlsparte, die Deutschlands größter Stahlerzeuger ist.
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IG Metall: Sanierungsvereinbarungen sind „unantastbar“
„Für uns sind die Vereinbarungen des Sanierungstarifvertrages unantastbar“, sagte der NRW-Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler, der Zeitung. Man sei davon überzeugt, dass sie ausreichen, um den Stahlbereich von Thyssenkrupp in eine gute Zukunft zu führen. „Wir erwarten von Jindal, dass sie auf dieser Basis ein Konzept für die Zukunftsfähigkeit von TKSE auf den Tisch legen“, so Giesler weiter.
Eine Jindal-Sprecherin sagte der „Rheinischen Post“, dass man bis zum Abschluss der Verhandlungen keine Stellung zu konkreten Details nehmen könne. „Unabhängig davon beteiligen wir uns grundsätzlich nicht an Spekulationen.“
Die Konzernmutter Thyssenkrupp AG wollte die Informationen ebenfalls nicht kommentieren. Man bitte um Verständnis, „dass wir uns zu einzelnen Aussagen, die zum jetzigen Zeitpunkt lediglich einen Zwischenstand darstellen können, nicht äußern“, sagte ein Sprecher der „Rheinischen Post“./tob/DP/nas
Quelle: dpa-AFX
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24 Kommentare
Ich frage mich, welche konkreten Einsparungen Jindal sich vorstellt. Geht es um Rationalisierung, Automatisierung oder tatsächlich um reine Stellenstreichungen?
Die Situation erinnert an frühere Restrukturierungen in der Stahlindustrie. Wird sich die Geschichte wiederholen, oder kann TKSE diesmal einen besseren Weg einschlagen?
Die Verhandlungen über die Übernahme von TKSE sind ein wichtiger Test für die deutsche Stahlindustrie. Es geht um Arbeitsplätze und die Wettbewerbsfähigkeit.
Ich hoffe, dass die Politik in die Verhandlungen eingreift und die Interessen der Arbeitnehmer berücksichtigt. Ein sozialverträglicher Abbau ist entscheidend.
Die Abhängigkeit von einem einzigen Käufer, Jindal, setzt Thyssenkrupp unter Druck. Gibt es keine Alternativen?
Es gab ja bereits Gespräche mit anderen Interessenten, die aber gescheitert sind. Die Zeit drängt, da Thyssenkrupp dringend Kapital benötigt.
Es ist verständlich, dass Jindal Kostensenkungen verlangt, aber die Aussage von Knut Giesler, dass die Vereinbarungen im Sanierungstarifvertrag „unantastbar“ sind, zeigt eine klare Position der Gewerkschaft. Wie realistisch ist dieser Standpunkt angesichts des Drucks eines potenziellen Käufers?
26.000 Mitarbeiter sind eine große Zahl. Selbst ein Stellenabbau von 2.000 Mann wäre ein schwerer Schlag für die Belegschaft.
Die Aussage, dass Jindal die Bücher von TKSE prüft, ist nicht überraschend. Aber wie lange wird diese Prüfung noch dauern, bevor eine Entscheidung fällt?
Die Aussage der Jindal-Sprecherin, dass man sich nicht an Spekulationen beteilige, ist eine typische PR-Antwort. Sie verrät aber wenig über die tatsächliche Situation.
Die IG Metall betont die Zukunftsfähigkeit von TKSE. Welche konkreten Maßnahmen sind im Sanierungstarifvertrag vorgesehen, um diese Zukunftsfähigkeit zu gewährleisten?
Die „Rheinische Post“ scheint gut informiert zu sein. Sind die Quellen wirklich „Unternehmenskreise“, oder gibt es andere Interessen im Spiel?
Ich bin gespannt, welches Konzept Jindal für die Zukunftsfähigkeit von TKSE vorlegen wird. Es muss ja mehr sein als nur Kostensenkungen.
Die Betonung auf die „gute Zukunft“ durch die IG Metall klingt optimistisch. Welche konkreten Wachstumsperspektiven sieht die Gewerkschaft?
TKSE ist Deutschlands größter Stahlerzeuger, wie im Artikel erwähnt. Ist es wirklich notwendig, noch weiter zu sparen, wenn man bereits diese Marktposition innehat?
Die 11.000 bereits vereinbarten Stellenabbau sind schon eine enorme Zahl. Weitere Kürzungen würden die Leistungsfähigkeit des Unternehmens gefährden.
Es ist nachvollziehbar, dass Jindal vor einer Übernahme die finanzielle Situation genau analysiert. Aber die Drohung mit weiteren Stellenabbauen ist kontraproduktiv.
Es ist gut, dass die Gewerkschaft eine klare Linie fährt und die Vereinbarungen verteidigt. Die Mitarbeiter brauchen diese Sicherheit in einer unsicheren Zeit.
Die Tatsache, dass weder Jindal noch Thyssenkrupp AG die Informationen kommentieren wollen, deutet darauf hin, dass an den Berichten der „Rheinischen Post“ doch etwas dran sein könnte. Transparenz wäre hier wünschenswert.
Die Befürchtung der IG Metall, dass bei einer Übernahme durch Jindal zusätzlich zu den bereits vereinbarten 11.000 Stellen noch weitere 2.000 bis 3.000 abgebaut werden könnten, ist sehr alarmierend. Das würde die Mitarbeiterzahl von TKSE auf unter 22.000 reduzieren, was eine massive Veränderung wäre.
Die Tatsache, dass sich Jindal zu Details nicht äußert, ist zwar verständlich, aber wenig hilfreich für die Mitarbeiter, die um ihre Arbeitsplätze bangen.
Die Betonung der IG Metall auf den Sanierungstarifvertrag ist verständlich, aber reicht das wirklich aus, um TKSE zukunftsfähig zu machen?
Das hängt stark von der Entwicklung der Stahlpreise und der globalen Konjunktur ab. Der Vertrag schafft aber zumindest eine gewisse Stabilität.
Wenn tatsächlich 2.000 bis 3.000 Stellen zusätzlich wegfallen, wie wirkt sich das auf die Regionen rund um Düsseldorf und Duisburg aus, wo TKSE ein wichtiger Arbeitgeber ist?