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Vor 24 Tagen griffen die USA und Israel den Iran an. Das Regime sollte gestürzt und der Bau von Atombomben verhindert werden. Mit einer globalen Ölkrise im Nacken ändert sich jetzt offenbar das Kriegsziel.
Seitdem die USA und Israel den Iran angegriffen haben, reagiert Teheran unter anderem damit, die Straße von Hormus faktisch zu blockieren. Damit ist die globale Ölversorgung gefährdet. Nun droht US-Präsident Donald Trump dem Regime: Sollte der Iran die Straße von Hormus nicht vollständig freigeben, werde die iranische Energie-Infrastruktur vernichtet. Zunächst begrenzte Trump das Ultimatum auf 48 Stunden. Dieses verlängerte er nun um weitere fünf Tage.
Iran-Krieg: Endspiel um die Straße von Hormus?
Somit scheinen sich die US-amerikanischen und israelischen Ziele gewandelt zu haben. Denn statt sich darauf zu konzentrieren, vor allem das iranische Regime zu stürzen und den Bau einer Atombombe zu verhindern, könnte nun die militärische Kontrolle der Straße von Hormus im Zentrum stehen. Laut der „Washington Post“ sprechen US- und israelische Sicherheitsbeamte von einem „möglichen Endspiel des Krieges“. Weiter heißt es, dass es der einzige Weg sei, um eine Energiekrise zu verhindern und den Iran abzuschrecken.
Mit Trumps Drohung geht laut „Washington Post“ Israel von einer neuen Kriegsphase aus. Denn es sollten zusätzlich US-Streitkräfte im Nahen Osten eintreffen. Dafür soll der Kongress dem US-Verteidigungsministerium zur Finanzierung des Krieges weitere Mittel in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar bewilligen. 4.500 Matrosen und Marinesoldaten aus den USA sollen auf dem Weg in den Nahen Osten sein. Dazu gehört ein Infanteriebataillon, das unterstützt wird von Hubschraubern, F-35-Kampfjets und gepanzerten Landungsfahrzeugen.
Ebenfalls beteiligt soll die Einheit 11th Marine Expeditionary Unit aus San Diego sein, berichtet die „Washington Post“. Admiral Brad Cooper führt als Leiter des U.S. Central Command die Kriegsmission an. Er war zuvor Kommandeur der 5. Flotte der US Navy, die für die gesamte Region des Persischen Golfs zuständig war. Die iranischen Revolutionsgarden, die wichtigste Streitkraft des Iran, gaben am Freitag bekannt, dass man „ungeduldig auf die Ankunft der US-Marines warte“ und bereit sei.
Angriff auf Irans Wirtschaft: Fokus auf Insel Kharg und Kraftwerke
Wie Trump in seiner Drohung auf Truth Social klarmachte, sollen Kraftwerke angegriffen und vernichtet werden. Das größte würde zuerst angegriffen, wie der US-Präsident in seinem Post schreibt. Zudem soll die Insel Kharg eingenommen werden. Sie ist Irans wichtigster Standort für den Export von Erdöl. So könnten die USA und Israel laut „Washington Post“ Irans Einnahmen kappen. Das befürwortete auch Senator Lindsey Graham, ein Trump-Verbündeter aus South Carolina, gegenüber „Fox News Sunday“. Er sagte: „Kontrolliere diese Insel und lass dieses Regime an einer Ranke sterben.“
IMAGO / ZUMA Press
Doch wie lange könnte es dauern, bis die Straße von Hormus wieder befahren werden kann? Die „Washington Post“ spricht von Wochen, bis der Handelsweg wieder sicher sein könnte. Zudem würden US-Streitkräfte und Kriegsschiffe ins Visier geraten. Sie könnten von verborgenen Küstenpositionen, versenkten Minen und Drohnen aus der Luft oder über Wasser angegriffen werden. Eine Handelsroute zu überwachen, zeigte sich jedoch schon in der Vergangenheit als Herausforderung: In den letzten Jahren haben Huthi-Milizgruppen im Jemen vorbeifahrende Schiffe attackiert. Laut Auswärtigem Amt waren vor allem Schiffe im Roten Meer betroffen.
Sorge am Persischen Golf
Mit der Blockade der Straße von Hormus durch den Iran sind auch die umliegenden Golfstaaten betroffen. Gegenüber der „Washington Post“ sagte Abdulkhaleq Abdulla, Professor für Politikwissenschaft aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, dass die Vereinigten Arabischen Emirate sich nicht an dem Krieg beteiligen wollen. Sie würden jedoch die Seeblockade durch den Iran verurteilen und seien bereit, „geeignete Maßnahmen zur sicheren Durchfahrt durch die Straße beizutragen“.
Auch die Geduld Saudi-Arabiens sei begrenzt, wie es der saudische Außenminister Prinz Faisal bin Farhan Al Saud sagte. Laut einer Quelle der „Washington Post“ seien die Golfstaaten von Anfang an gegen einen Krieg gewesen, „aber der Iran überschreitet jede rote Linie“. Teheran drohte am vergangenen Sonntag den Golfstaaten damit, ihre Elektrizität zu sabotieren, und veröffentlichte eine Karte von Kraftwerken in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kuwait und der Golfküste.
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6 Kommentare
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