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Wer sein Konto überzieht, zahlt im Schnitt 11,28 Prozent Zinsen. Manche Banken verlangen sogar fast 20 Prozent. Die teuersten Institute im Überblick.
Banken in Deutschland verlangen für den Dispokredit nach wie vor Zinsen, die man nur als dreist bezeichnen kann. Im Schnitt sind es 11,28 Prozent – und nach oben gibt es kaum eine Grenze. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Vergleichsportals Verivox, das mehr als 6600 Girokontomodelle von rund 1100 Banken und Sparkassen unter die Lupe genommen hat. Datengrundlage war ein BaFin-Datensatz vom 26. Februar 2026.
Die teuersten Banken beim Dispo
Spitzenreiter ist die VR-Bank Landsberg-Ammersee mit einem Dispozins von 15,31 Prozent. Knapp dahinter: die Volksbank Nordharz mit 14,77 Prozent und die vor allem in Dänemark und Norddeutschland aktive Sydbank mit 14,55 Prozent. „Zur kurzfristigen Überbrückung eines finanziellen Engpasses ist der Dispo praktisch, doch diese Flexibilität müssen Bankkunden teuer bezahlen“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.
BaFin / Kontoanbieter
Bemerkenswert: Unter den 20 teuersten Anbietern findet sich fast ausschließlich die genossenschaftliche Welt. Elf Genossenschaftsbanken und acht Sparkassen sind dabei. Die Sydbank ist die einzige Privatbank in diesem unrühmlichen Ranking. Volksbanken und Sparkassen – nicht börsennotiert – können sich diese Konditionen offenbar leisten, weil der Wettbewerbs- und Anlegerdruck fehlt, der börsennotierte Institute zumindest ein wenig bremst.
Wer seinen Dispo-Rahmen überschreitet, zahlt noch mehr
Überziehen Sie Ihr Konto über den vereinbarten Dispo-Rahmen hinaus, wird es bei fast jedem zweiten Konto zusätzlich teuer. Bei 45 Prozent aller Konten kommt ein Zinsaufschlag obendrauf, der im Schnitt 4,25 Prozentpunkte beträgt.
Den traurigen Rekord hält die Raiffeisenbank Pfaffenhofen an der Glonn: Wer dort den Rahmen überschreitet, zahlt satte 19,75 Prozent Zinsen. Selbst der reguläre Dispozins liegt dort schon bei überdurchschnittlichen 13,75 Prozent. Auch in dieser Kategorie dominieren Genossenschaftsbanken und Sparkassen das Negativ-Ranking: zwölf genossenschaftliche Institute, sieben Sparkassen und eine Privatbank.

BaFin / Kontoanbieter
Kurzfristig überschaubar, dauerhaft ein Problem
Wer nur kurz in die roten Zahlen rutscht, muss sich keine großen Sorgen machen. Zehn Tage mit 500 Euro im Minus kosten bei einem Dispozins von 11,28 Prozent gerade einmal 1,57 Euro.
Wer aber dauerhaft im Minus steckt, zahlt drauf. Ein Ratenkredit mit guten Konditionen kostet oft nur etwa halb so viel wie der Dispo. Die Umschuldung lohnt sich in diesem Fall fast immer.
„Bei der Wahl des passenden Girokontos sollten Verbraucher nicht nur auf die Dispo- und Überziehungszinsen achten. Aber je häufiger Bankkunden den Dispokredit in Anspruch nehmen, desto wichtiger sind natürlich auch günstige Konditionen“, sagt Oliver Maier. „Ein gutes Konto zeichnet sich darüber hinaus durch niedrige Kontoführungsgebühren sowie geringe Kosten für die zugehörige Karte und fürs Geldabheben aus.“
Was Sie beim nächsten Kontowechsel beachten sollten
Beim nächsten Girokonto-Vergleich reicht der Blick auf Kontoführungsgebühr und Kartenkosten nicht aus. Der Dispozins entscheidet mit, wie teuer ein Konto im Ernstfall wirklich wird. Wer seinen Dispo regelmäßig nutzt, sollte das besonders ernst nehmen – und im Zweifel wechseln.
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6 Kommentare
This is very helpful information. Appreciate the detailed analysis.
Great insights on News. Thanks for sharing!
Interesting update on Volksbanken und Sparkassen kassieren beim Dispo schamlos ab. Looking forward to seeing how this develops.
Solid analysis. Will be watching this space.
Good point. Watching closely.
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