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Der Goldpreis wird steigen, weil Gold und Silber gutes Geld sind. Anleger sollten sich entsprechend positionieren.
Gold befindet sich nach einem langen Kurs-Höhenflug derzeit in einer volatilen Phase. Anleger sollten sich davon aber nicht abschrecken lassen. Es lohnt sich, sich mit den Ursachen sowohl für den Höhenflug als auch für die volatile Seitwärtsbewegung zu beschäftigen, um ein Gefühl für die kommende Entwicklung des Goldpreises zu bekommen.
Der Goldpreis steigt aus vielen Gründen. Gold ist liquide und kann jederzeit verkauft, also in Geld umgetauscht werden. Außerdem ist es krisensicher, weil es keine Gegenpartei benötigt.
Wer über Gold verfügt, kann es transportieren und muss sich nur darum kümmern, dass er es nicht verliert oder geklaut bekommt. Das klingt zwar gefährlich, aber die Alternative ist beispielsweise Geld auf einem Konto. Das gehört jedoch der Bank, selbst wenn das Konto auf den Anleger lautet, weil es sich nur um eine Forderung handelt.
Gold hat immer seine Berechtigung und wird gekauft
Anleger, die sich an die Zypern-Krise erinnern, wissen, was der Unterschied ist. Damals, ähnlich dem Zusammenbruch der Silicon Valley Bank, kamen Kunden eben nicht mehr an „ihr“ Geld. Sie konnten es weder überweisen, noch abheben. Der Wert des Geldes für Anleger war also gering, in der Krise.
Selbst Staaten in das schmerzlich bewusst geworden, als die USA nach Beginn des Ukraine-Krieges russische Geld in Dollar eingefroren haben. Die russischen Vermögen sind (noch) vorhanden und gehören auch immer noch Russland, aber ein Zugriff darauf ist für Russland nicht mehr möglich.
Ein Grund für Staaten, sich von Devisenreserven zu trennen und auf Gold umzuschichten. Deswegen hat Gold immer seine Berechtigung und wird permanent von Notenbanken gekauft, in den letzten Jahren nicht verkauft. Wichtig ist, dass die Notenbank bei den Käufen auch nicht auf den Preis schauen, sondern kontinuierlich kaufen. Gleiches bietet sich für Anleger an.
Dr. Daniel Walther ist Finanzexperte mit 30 Jahren Erfahrung in Vermögensanlage, -verwaltung und Vertriebssteuerung. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.
Gold gewinnt nicht an Wert, Währungen verlieren ihn nur
Gold gewinnt nicht an Wert, Gold erhält nur den Wert. Eine Kuh hat seit Jahrtausenden eine Unze Gold gekostet, ebenso wie eine Toga beziehungsweise ein maßgeschneiderter Anzug. Nur der Wert der Währung ist gefallen. Vor 1971 haben eben 35 Dollar ausgereicht, um eine Unze Gold zu kaufen, jetzt sind schon rund 5000 Dollar nötig.
Die Anlage in Gold sollte deswegen auch nicht für Wochen oder Monaten geplant werden, sondern für Jahre oder Jahrzehnte. Der Vorteil ist dann auch, dass der Kaufzeitpunkt an Bedeutung verliert, ebenso wie der aktuelle Tagespreis am Spotmarkt.
Wer für 5500 Dollar Gold gekauft hat, hat nach dem Rückgang Ende Januar zeitweise mehr als 1000 Dollar hinten gelegen. Allerdings, nicht lange, weil der Preis seitdem wieder gestiegen ist. Wird der Unterschied in fünf Jahren, wenn die Währungen aufgrund der steigenden Staatsschulden weiter abgewertet haben, noch relevant sein? Wohl kaum.
Keine Gold-Blase, sondern langsames aber stetiges Wachstum
Genau das ist der entscheidende Grund für Gold: Die Staatsdefizite können nur sinken, wenn die Staaten sparen, aber dafür sind harte Einschnitte in den Sozialstaat nötig. Gerade kann überall erlebt werden, wie sehr die Regierungen davor zurückschrecken, weil sie ansonsten nicht wiedergewählt werden.
Es handelt sich daher nicht um einen Höhenflug oder gar eine Blase, sondern ein langsames, aber stetiges Wachstum, welches den Verfall der FIAT-Währungen deutlich zeigt. Selbst wenn die gemessene Inflation aktuell rückläufig ist, steigende Lebensmittel- und Rohstoffpreise werden schon bald für ein Wiederaufflammen der Inflation sorgen.
Das spricht für langfristig steigende Preise für Gold und mutige Anleger können direkt größere Positionen kaufen, zumal der Kurs noch gut 10 Prozent unter dem Hoch notiert. Vielleicht nicht gleich morgen oder nächsten Monat, aber langfristig.
Wie Anleger richtig reagieren und in Gold investieren
Weniger mutige Anleger können regelmäßig kleinere Positionen oder Münzen kaufen, bis sie ihren gewünschten Anteil am Portfolio erreicht haben. Das kann sich in volatilen Seitwärtsbewegungen wie aktuell lohnen, aber nur wenn die Position bis zum nächsten Anstieg aufgebaut ist.
Selbst wenn es teurer ist, im Kauf und der Lagerung, bieten sich immer physische Metalle an. Es können ruhig kleine Stückelungen sein, weil die sich anschließend viel leichter verkaufen lassen, wenn die Position beispielsweise ein wenig getrimmt werden soll, beispielsweise, wenn die Preise sehr stark gestiegen sind.
Wem das zu mühsam ist, der kann auch Anteile des Euwax Gold II kaufen, die auf Wunsch grammweise physisch ausgeliefert werden können. Der Verkauf ist nach 12 Monaten, wie beim physischen Gold, ertragssteuerfrei.
Aber damit geht auch immer das Risiko einher, dass es sich eben nur um das Recht der Lieferung handelt, nicht das Metall an sich. In guten Zeiten mag das keinen Unterschied machen, aber in der Krise, wenn es darauf ankommt, eben doch.
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6 Kommentare
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