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Die Grönland-Krise spitzt sich weiter zu. Trump sorgt für einen Kursrutsch. Bei Rüstungsaktien haben Anleger jedoch Chancen.
Die Beziehungen zwischen den USA und Europa kühlen sich weiter ab. Wegen seiner Besitzansprüche an Grönland hat US-Präsident Donald Trump neue Zölle gegen Länder angekündigt, die sich gegen seine Pläne stellen. Auf dem Weltwirtschafsforum in Davos sagte die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dazu: „Unsere Antwort wird unerschrocken, geschlossen und angemessen sein“. Ein der Gewinner dabei: Europas Rüstungsaktien.
Grönland-Krise verschärft sich und Rüstungsaktien profitieren
Die europäischen Rüstungsunternehmen haben auch wegen der Grönland-Krise einen Rekordstart in das Jahr 2026 hingelegt. Seit dem 1. Januar stieg der Index STOXX Europa Aerospace and Defence um 13 Prozent – er beinhaltet unter anderem den deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall, Airbus, Leonardo aus Italien und das französische Luftfahrtunternehmen Thales.
Die Rüstungsunternehmen profitieren dabei auch von der Unsicherheit, die Kreml-Chef Wladimir Putin im Westen ausgelöst hatte. Seit der russischen Invasion in der Ukraine von 2022 ist der Index um 260 Prozent gestiegen, berichtete das European Business Magazine. „Bisher ist Geopolitik im Jahr 2026 die Story, der man nicht entkommt“, zitierte das Magazin einen Strategen der Saxo Bank. „Es ist klar, dass Rüstungsaktien die richtige Wahl sind – zusammen mit Seltenen Erden.“
Zuletzt hatten verschiedene EU-Länder, darunter Deutschland, Schweden und Norwegen, militärisches Personal nach Grönland geschickt. In den USA fasste das Weiße Haus das offenbar als Provokation auf. Trump hatte daraufhin Zölle in Höhe von mindestens zehn Prozent angedroht, die schon ab Februar in Kraft treten sollen. Außerdem kommen aus Washington seit einigen Wochen verstärkt Drohungen in Richtung Europa, dass Grönland „auf jeden Fall“ und unter Umständen auch auf aggressive Weise den USA hinzugefügt werde.
Sorge an der Börse wegen Grönland-Streit
An den Märkten herrscht dementsprechend tiefe Besorgnis. „Es besteht das Potenzial für eine noch nie dagewesene Spirale aus Zöllen, Gegenzöllen und weiteren Maßnahmen“, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners, zu T-Online. Die EU werde aber nicht „klein beigeben“.
Neben der direkten Bedrohung der dänischen Souveränität durch die USA haben europäische Staaten auch wegen der erratischen US-Politik einen Grund zur Aufrüstung. Die große Sorge dahinter: Die USA könnten im Ernstfall keine militärische Hilfestellung leisten. Europa befindet sich darum im Umbruch; die Mitgliedstaaten legen größeren Wert auf eigene Kapazitäten.
Kursrutsch wegen Trump
Gleichzeitig aber hat Trump weite Teile der Börse auf Abwärtskurs geschickt. Auf beiden Seiten des Atlantiks fielen am Dienstag (20. Januar) die Kurse. Der britische Guardian sprach vom „schlimmsten Tag seit Oktober“ für die Wall Street. Hier schlägt die Sorge der Investoren voll durch. Der Index S&P 500 fiel am 21. Januar um zwischenzeitlich mit mius 2,06 Prozent auf 6.796,86 Zähler. Der Dow Jones steht bei minus 1,76 Prozent. Beim Tech-Index Nasdaq geht es mit minus 2,39 Prozent bergab. Unter anderem betraf das Aktien wie Amazon, Tesla und Nvidia.
Wie es mit Grönland weitergeht, kann sich schon am späteren Mittwoch (21. Januar) zeigen. Trump ist vor Ort auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos – und könnte auf von der Leyen antworten. Die EU wägt derzeit ihre Möglichkeiten ab, ab Donnerstag (22. Januar) ist ein Notfallgipfel geplant. Unter anderem könnte das Staatenbündnis mit hohen Gegenzöllen reagieren.
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25 Kommentare
Die Aussage, dass Rüstungsaktien ‚die richtige Wahl‘ sind, neben Seltenen Erden, wirkt etwas vereinfacht – welche spezifischen Risiken sollten Anleger bei diesen Aktien dennoch berücksichtigen?
Ich bin überrascht, dass Seltene Erden in einem Atemzug mit Rüstungsaktien genannt werden. Gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen den beiden, der hier nicht näher erläutert wird?
Die Aussage von Thomas Altmann, dass die EU nicht ‚klein beigeben‘ werde, ist beruhigend, aber reicht das aus, um die wirtschaftlichen Folgen abzumildern?
Die Kombination aus der Grönland-Krise und der Unsicherheit durch Putin ist ein gefährliches Spiel. Hoffentlich kommt es nicht zu einer weiteren Eskalation.
Da stimme ich Ihnen zu. Die Situation ist sehr angespannt und erfordert diplomatisches Geschick.
Es ist besorgniserregend, dass die USA im Ernstfall möglicherweise keine militärische Hilfe leisten könnten. Das zwingt Europa zu einer teuren Aufrüstung.
Die 260-prozentige Steigerung des Index seit der russischen Invasion 2022 ist enorm. Zeigt das, dass Konflikte tatsächlich ein verlässlicher Indikator für Investitionen in die Rüstungsindustrie sein können?
Die verstärkte militärische Präsenz in Grönland durch Deutschland, Schweden und Norwegen scheint die USA provoziert zu haben. War das vorhersehbar?
Die Ankündigung von Zöllen ab Februar ist ein klarer Zeitrahmen für Investoren. Sollte man jetzt schnell handeln, um von den steigenden Rüstungsaktienkursen zu profitieren?
Rheinmetall, Airbus, Leonardo und Thales profitieren also direkt von der angespannten Lage. Ist das moralisch vertretbar, oder rein eine wirtschaftliche Betrachtung?
Das ist eine ethisch schwierige Frage, die jeder Anleger für sich selbst beantworten muss.
Trump’s Politik wirkt sich also direkt auf die Börsenkurse aus. Ist das ein Muster, das sich wiederholen wird, wenn er wiedergewählt wird?
Der ’schlimmste Tag seit Oktober‘ für die Wall Street, wie der Guardian schreibt, deutet auf eine ernsthafte Panik hin. Wie widerstandsfähig sind die Märkte wirklich?
Es ist beunruhigend zu lesen, dass die USA Grönland ‚auf jeden Fall‘ an sich nehmen wollen; das klingt nach einer Eskalation, die die Märkte verunsichert.
Die Angst vor einer ‚Spirale aus Zöllen, Gegenzöllen und weiteren Maßnahmen‘ ist nachvollziehbar. Das könnte die Weltwirtschaft erheblich belasten.
Ich frage mich, wie sich die angekündigten Zölle in Höhe von mindestens zehn Prozent auf andere Industrien auswirken werden, wenn die Grönland-Krise weiter eskaliert.
Ich habe selbst Anteile an einem Rüstungsunternehmen. Der Artikel bestärkt mich in meiner Entscheidung, aber ich werde die Lage weiterhin genau beobachten.
Die Erwähnung der Saxo Bank Strategen, die Geopolitik als die ‚Story, der man nicht entkommt‘ bezeichnen, ist treffend. Das bedeutet aber auch, dass kurzfristige Marktbewegungen schwer vorherzusagen sind.
Der Anstieg des STOXX Europa Aerospace and Defence Index um 13 Prozent seit Januar ist bemerkenswert, aber ist das wirklich nachhaltig, oder nur eine kurzfristige Reaktion auf die geopolitische Lage?
Ich denke, die langfristige Verschiebung hin zu mehr europäischer Verteidigungsautonomie, die im Artikel erwähnt wird, könnte diesen Trend stützen.
Ich bin skeptisch, ob die europäischen Staaten tatsächlich in der Lage sind, ihre Verteidigungskapazitäten schnell genug auszubauen, um unabhängig von den USA zu werden.
Die Reaktion der EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen, ‚unsere Antwort wird unerschrocken, geschlossen und angemessen sein‘, klingt zwar stark, aber was bedeutet das konkret für die wirtschaftlichen Folgen?
Das ist eine gute Frage. Es bleibt abzuwarten, ob die EU tatsächlich in der Lage sein wird, geschlossen zu handeln.
Die geopolitische Lage dominiert 2026 die Schlagzeilen, das ist klar. Aber wie lange wird dieser Trend anhalten, und welche anderen Faktoren könnten eine Rolle spielen?
Die Tatsache, dass die Rüstungsunternehmen einen ‚Rekordstart‘ ins Jahr 2026 hingelegt haben, zeigt, wie stark die Nachfrage nach Waffen und Verteidigungstechnologie gestiegen ist.