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- WTI Öl – WKN: 792451 – ISIN: XC0007924514 – Kurs: 112,969 $/bbl. (JFD Brokers)
- Brent Crude Öl – WKN: 967740 – ISIN: XC0009677409 – Kurs: 112,106 $/bbl. (JFD Brokers)
Seit den frühen 1980er Jahren hat laut JP Morgan die Welt eine beeindruckende energetische Transformation vollzogen. Heute ist das Verhältnis von globalem Primärenergieverbrauch zum realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) auf etwa 40% des Niveaus von vor 45 Jahren gesunken. In konkreten Zahlen bedeutet dies: Benötigte die Weltwirtschaft 1980 noch rund 15.000 BTU (British Thermal Units), um einen Dollar an inflationsbereinigtem BIP zu generieren, sind es heute nur noch ca. 8.500 bis 9.000 BTU. Wir haben unsere Fähigkeit, aus Energie wirtschaftlichen Wert zu schöpfen, somit fast verdoppelt.
Ein massiver Teil dieses Rückgangs resultiert daraus, dass die Wertschöpfung in den Industrienationen von der energieintensiven Fertigung (Stahl, Zement) hin zu digitalen Dienstleistungen und High-Tech abgewandert ist. Ein Dollar BIP aus Software benötigt physikalisch nur einen Bruchteil der Energie eines Dollars aus der Metallverarbeitung. Die Effizienz bei der Umwandlung von Brennstoffen in Arbeit hat sich verbessert. JP Morgan hebt hierbei oft die Reduktion von „Waste Heat“ (Abwärme) hervor. Moderne Gaskraftwerke oder die zunehmende Elektrifizierung (z. B. Wärmepumpen und E-Autos) nutzen die eingesetzte Primärenergie wesentlich direkter aus als alte Verbrennungstechnologien. Sinkende Energieintensität ist teilweise ein statistisches Nebenprodukt des Umstiegs auf Erneuerbare. Da Wind und Solar keine thermischen Verbrennungsverluste haben, sinkt der Primärenergiebedarf rechnerisch massiv, selbst wenn die am Ende genutzte Endenergie gleich bleibt.
Trotz dieser 40%-Effizienzsteigerung warnt die US-Investmentbank vor falschem Optimismus. Das Kernproblem ist die Diskrepanz zwischen Effizienzraten und Wachstumsraten: Die globale Energieintensität verbessert sich im Schnitt um etwa 1,8% pro Jahr. Das globale BIP wächst im historischen Schnitt jedoch um knapp 3,0% pro Jahr. Da das Volumenwachstum (3%) die Effizienzgewinne (1,8%) überholt, steigt der absolute Energieverbrauch der Menschheit trotz aller technologischen Wunder Jahr für Jahr weiter an. Um eine echte absolute Reduktion des Verbrauchs bei gleichzeitigem Wachstum zu erreichen, müsste die Welt ihre Effizienzrate auf über 4% pro Jahr mehr als verdoppeln … ein Tempo, das bisher in keinem Jahrzehnt der modernen Industriegeschichte erreicht wurde.
Wir sind heute zwar meisterhaft darin, Energie effizient zu nutzen, aber wir „verbrauchen“ diesen Fortschritt sofort wieder durch zusätzliches Wachstum. Die Entkoppelung ist bisher nur relativ, nicht absolut. Für eine erfolgreiche Energiewende reicht es daher laut Research nicht aus, effizienter zu werden; es ist eine radikale Umstellung der verbleibenden Energiequellen notwendig, da der totale Energiehunger der Welt, getrieben durch Schwellenländer und den massiven Strombedarf der KI-Infrastruktur, physikalisch nicht allein durch Einsparungen zu bändigen ist.
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6 Kommentare
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