Listen to the article
53.900 Euro im Jahr – so hoch ist das Mediangehalt in Deutschland. Ein neuer Gehaltsreport zeigt, welche Berufe und Branchen besonders gut zahlen und wo Beschäftigte deutlich weniger verdienen.
Wie viel verdienen die Deutschen wirklich? Der neue Gehaltsreport von Stepstone gibt darauf Antworten. Basis sind mehr als 1,3 Millionen Gehaltsdaten, die wissenschaftlich ausgewertet wurden. Demnach liegt das Bruttomediangehalt aktuell bei 53.900 Euro im Jahr.
Wie viel am Ende auf dem Gehaltszettel steht, hängt von vielen Faktoren ab. Entscheidend sind unter anderem Beruf, Berufserfahrung, Bildungsabschluss, Unternehmensgröße, Führungsverantwortung, Region, Arbeitsort – und weiterhin auch das Geschlecht.
Hier wird am besten verdient
Beim Blick auf die Bundesländer gibt es einen klaren Spitzenreiter: Hamburg führt 2026 die Rangliste an. Dort liegt das Mediangehalt bei 60.000 Euro. Das Mediangehalt ist das Gehalt, bei dem genau die Hälfte der Beschäftigten mehr und die andere Hälfte weniger verdient. Dahinter folgen Baden-Württemberg mit 58.500 Euro und Hessen mit 58.250 Euro.
Am unteren Ende der Skala befinden sich ostdeutsche Bundesländer. In Mecklenburg-Vorpommern liegt das Mediangehalt bei 47.750 Euro, in Sachsen-Anhalt bei 48.250 Euro und in Thüringen bei 48.500 Euro. Das bekannte Ost-West-Gefälle bleibt damit bestehen.
Auch bei den Städten gibt es einen klaren Gewinner: München ist Deutschlands Gehaltshochburg. Beschäftigte kommen dort auf ein Bruttomediangehalt von 64.750 Euro.
Der Beruf entscheidet über Ihr Gehalt
Die Wahl des Berufs macht einen gewaltigen Unterschied. Wie bereits in den Vorjahren verdienen Ärzte mit Abstand am meisten. Ihr Mediangehalt liegt bei 105.500 Euro – fast doppelt so hoch wie der Durchschnitt.
Weitere gut bezahlte Berufsgruppen sind:
- Ingenieurwesen (75.000 Euro)
- Technische Entwicklung und Konstruktion (72.250 Euro)
- IT-Berufe (66.750 Euro)
- Unternehmensorganisation und Management (66.750 Euro)
Deutlich schlechter fällt das Einkommen in anderen Bereichen aus. Zu den Schlusslichtern zählen:
- Lebensmittelproduktion (46.500 Euro)
- Büromanagement (47.250 Euro)
- Verkauf und Handwerk (48.750 Euro)
Diese Branchen zahlen am besten
Die Branche kann ebenfalls für ein besseres Gehalt ein wichtiger Faktor sein. Besonders lukrativ ist das Bankwesen. Mit einem Mediangehalt von 70.250 Euro führt die Branche das Ranking an. Ebenfalls überdurchschnittlich zahlen Luft- und Raumfahrt (68.000 Euro), Versicherungen (66.500 Euro) sowie die Pharmaindustrie (66.250 Euro).
Am wenigsten verdienen Beschäftigte:
- in Land-, Forst- und Fischwirtschaft sowie im Gartenbau (47.250 Euro)
- im Hotel- und Gastgewerbe sowie im Catering (45.500 Euro)
- im Handwerk sowie in Freizeit-, Tourismus-, Kultur- und Sportberufen (49.750 Euro)
Frauen verdienen weiter weniger
Auch 2026 bleibt das Geschlecht ein entscheidender Faktor beim Gehalt. Zwar schrumpft der Gender Pay Gap seit Jahren, vollständig verschwunden ist er aber nicht.
Männer erzielen aktuell ein Mediangehalt von 55.900 Euro, Frauen dagegen nur 50.500 Euro. Selbst wenn Unterschiede bei Qualifikation, Branche, Arbeitszeit und Position herausgerechnet werden, bleibt ein Gehaltsunterschied bestehen.
Den vollständigen Artikel hier lesen


12 Kommentare
Es ist wichtig zu beachten, dass es sich um Mediangehälter handelt. Das bedeutet, die Hälfte der Beschäftigten verdient weniger und die andere Hälfte mehr. Wie groß ist die Streuung innerhalb der einzelnen Berufsgruppen?
Es ist beunruhigend zu sehen, dass das Geschlechtergehaltsgefälle auch 2026 noch besteht. Männer verdienen mit 55.900 Euro im Median immer noch deutlich mehr als Frauen. Welche konkreten Maßnahmen werden ergriffen, um diese Ungleichheit zu verringern?
Die Studie erwähnt keine konkreten Maßnahmen, aber Transparenz bei der Gehaltsgestaltung und die Förderung von Frauen in Führungspositionen sind oft diskutierte Ansätze.
Die Tatsache, dass die Daten auf über 1,3 Millionen Gehaltsdaten basieren, macht den Report sehr aussagekräftig. Wie werden diese Daten erhoben und welche Qualitätskontrollen gibt es?
Mich wundert, dass das Bankwesen mit einem Mediangehalt von 70.250 Euro so weit vorne liegt. Angesichts der aktuellen Diskussionen über die Finanzbranche hätte ich das nicht erwartet. Ist das ein Ergebnis von hohen Boni?
Die niedrigen Gehälter in Bereichen wie Lebensmittelproduktion (46.500 Euro) sind besorgniserregend, da diese Berufe oft systemrelevant sind. Wie kann man die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung in diesen Sektoren verbessern?
Ich arbeite im IT-Bereich und finde das angegebene Mediangehalt von 66.750 Euro realistisch, aber es hängt stark von der Spezialisierung ab. Spezialisten für künstliche Intelligenz oder Cybersecurity verdienen wahrscheinlich deutlich mehr.
105.500 Euro Mediangehalt für Ärzte ist beeindruckend, aber auch nicht überraschend angesichts der langen Ausbildungszeit und der hohen Verantwortung. Wie sieht es mit den Gehältern von Fachärzten im Vergleich aus?
Die deutlichen Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland, insbesondere das Mediangehalt von 47.750 Euro in Mecklenburg-Vorpommern, sind ein klarer Indikator für die anhaltenden wirtschaftlichen Ungleichheiten. Welche strukturellen Probleme tragen dazu bei?
München als Gehaltshochburg mit 64.750 Euro ist wenig überraschend, da sich dort viele große Unternehmen befinden. Aber wie sieht es mit der Kaufkraft aus, wenn man die hohen Lebenshaltungskosten berücksichtigt?
Die Tatsache, dass das Mediangehalt in Hamburg mit 60.000 Euro deutlich über dem Durchschnitt von 53.900 Euro liegt, zeigt doch, wie stark der Standort die Verdienstmöglichkeiten beeinflusst. Gibt es dafür plausible Erklärungen, wie z.B. höhere Lebenshaltungskosten oder eine spezifische Branchenstruktur?
Vermutlich eine Kombination aus beidem. Hamburg hat viele hochbezahlte Jobs im Bankwesen und in der Logistik, aber die Mieten sind auch enorm.