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Immobilien-Experte Arndt Gerhardts erklärt, wie „Betongold“ echte Altersvorsorge sichert und worin es sich von Gold unterscheidet.
„Betongold“ klingt nach Sicherheit. Schwer, solide, wertbeständig. So, als müsse man nur kaufen, abwarten und später entspannt davon leben. Genau das ist zu einfach gedacht. Eine vermietete Immobilie ist kein Goldbarren mit Briefkasten.
Sie ist ein Investment, das Aufmerksamkeit verlangt: bei den Mieteinnahmen, bei der Finanzierung, bei der Instandhaltung, bei der Verwaltung und bei politischen Regeln wie Mietpreisbremse, Heizungsgesetz und steuerlichen Vorgaben.
Gold ist anders. Kein Mieter, kein Sanierungsstau, keine Anschlussfinanzierung. Dafür aber auch kein laufender Ertrag.
Arndt Gerhardts ist Immobilienmakler und seit über 20 Jahren in der Branche tätig. Er ist Teil unseres EXPERTS Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.
Welches Problem soll die Altersvorsorge lösen?
Wer beides für die Altersvorsorge vergleicht, sollte deshalb zuerst eine einfache Frage klären: Welches Problem soll überhaupt gelöst werden?
Gold ist vor allem dann interessant, wenn es um Absicherung geht. Um Krisen. Um Misstrauen gegenüber Geldwerten. Um den Wunsch, einen Teil des Vermögens außerhalb des üblichen Systems zu halten.
Das kann sinnvoll sein, löst aber kein Einkommensproblem im Alter. Es bringt keine laufenden Einnahmen. Es lebt allein davon, dass später jemand mehr dafür bezahlt als heute. Man sollte es deshalb nicht mit laufendem Vermögensaufbau verwechseln.
Immobilien haben Hebelwirkung durch Finanzierung
Die Immobilie hat einen anderen Vorteil. Sie lässt sich in großem Stil finanzieren. Genau deshalb schauen sich das so viele überhaupt erst an. Nicht der Beton ist der entscheidende Punkt, sondern der Kredit.
So kann auch aus einer eher mäßigen laufenden Rendite über die Jahre etwas Ordentliches werden – durch Tilgung, durch Zeit und im besten Fall auch durch eine gute Entwicklung beim Wert.
Immobilien-Hebel hat Chancen und Risiken
Man sollte sich dabei aber nichts vormachen: Derselbe Hebel, der Chancen verstärkt, verstärkt auch jeden Rechenfehler. Ein zu hoher Kaufpreis, eine zu optimistische Miete oder eine zu knappe Finanzierung fallen dann doppelt ins Gewicht. Das ist die große Stärke der Immobilie, und eben auch ihr Risiko.
Kann eine vermietete Immobilie trotzdem einen Sparplan schlagen, der auf einen hohen einstelligen Renditebereich zielt? Ja, das kann sie. Denn neben Ihrem eigenen Geld und der Tilgung „bezuschussen“ in der Regel noch zwei weitere Seiten Ihren Vermögensaufbau: der Mieter über die laufenden Mietzahlungen und das Finanzamt über steuerliche Vorteile.
Vorsicht vor zu optimistischer Kalkulation
Das macht eine vermietete Immobilie erst interessant. Gleichzeitig liegt genau hier die Gefahr: Man rechnet sie sich schneller schön, als einem lieb ist. Ganz ehrlich: Genau an diesem Punkt wird am häufigsten zu optimistisch gerechnet.
Denn wenn Kaufpreis, Miete, Finanzierung und Aufwand nicht sauber zusammenpassen, wird aus einer vermeintlich guten Immobilie schnell eine teure. Im schlimmsten Fall kann sie sogar in der Zwangsversteigerung enden.
Gold als Absicherungsinstrument
Und Gold? Gold hat diese Hebelwirkung nicht. Es kann deshalb auch nicht dieselbe Aufgabe erfüllen. Wer Gold kauft, kauft keine laufenden Einnahmen, sondern vor allem einen Kaufkraftspeicher für unsichere Zeiten. Das ist nicht wenig – aber eben etwas völlig anderes.
Über die selbstgenutzte Immobilie wäre gesondert zu sprechen. Sie folgt einer anderen Logik: weniger Hebel und Rendite, dafür mehr Wohnsicherheit und im Alter oft die Entlastung durch ersparte Miete.
Klare Strategie: Beides im Portfolio
Schon die Frage „Immobilie oder Gold?“ greift zu kurz. Sie tut so, als müsse man sich für das eine entscheiden und das andere verwerfen. Dabei kann beides sinnvoll sein, wenn klar ist, welche Aufgabe es erfüllen soll.
Die Immobilie kann Vermögen aufbauen und später Einnahmen liefern. Gold kann ein Teil der Absicherung sein, wenn andere Werte unter Druck geraten. Entscheidend ist also die persönliche Strategie, die zu Ihnen, Ihrem Leben und Ihren Zielen passt. Wer Vermögen aufbauen oder seine Altersvorsorge robuster machen will, sollte nicht nach der einen perfekten Lösung suchen.
Nach meiner Auffassung sollten sowohl Immobilie als auch Gold zumindest mit auf dem Tisch liegen, wenn man über Vermögen und Altersvorsorge ernsthaft nachdenkt. Nicht zwingend in gleicher Größe und nicht für jeden in derselben Form. Aber beides kann in einer klugen Gesamtstrategie Sinn ergeben.
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5 Kommentare
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