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Donald Trump hat das Wochenende dazu genutzt, um dem Zollstreit neues Leben einzuhauchen. Diesmal wegen Grönland und dem Widerstand der Europäer die Insel abzugeben. Konkret betroffen sind diejenigen Länder, die sich an der Erkundungsmission beteiligt haben oder sich ablehnend zu den Übernahmeplänen geäußert haben.
Der Vorgang birgt zweifellos Sprengstoff für die EU und die NATO, weil er die Mitglieder in Lager spaltet. Der Vorsitzende der Münchener Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger rang gestern in der ARD um Worte. Der Top-Diplomat bezeichnete die Situation als die „größte Krise der NATO“ und sprach von der Notwendigkeit „der amerikanischen Seite die Folterwerkzeuge“ zu zeigen.
So weit scheinen die betroffenen Europäer noch nicht gehen zu wollen. Stattdessen wurde erst einmal das 93 Mrd. Euro Paket aus dem Ärmel gezogen, was im letzten Sommer schon angedroht aber dann doch nicht angewendet wurde. Was Ischinger wohl meinte und wie es jetzt weitergeht lesen Sie in der heutigen Analyse.
Hier geht es zum Marktkompass von heute Morgen in dem mein Kollege Georg Sures die Situation und die erste Reaktion der Börse erläutert.
Nach Venezuela legte der Ölpreis kräftig zu, heute klettert der Goldpreis auf ein neues Allzeithoch und der DAX hat seinen ersten richtig schwachen Tag in diesem Jahr. Was macht man daraus? Zunächst einmal sollte man nichts überstürzen. Heute ist nur Europa dran, weil die Wall Street geschlossen bleibt. Morgen und übermorgen könnte es noch weitere Abschläge geben, die vor allem darauf beruhen, dass sehr viele Long-Positionen im Derivatemarkt glattgestellt werden müssen. Donald Trump wird am Mittwoch in Davos zum Weltwirtschaftsforum erwartet, das ist eine gute Gelegenheit, um wieder maximale Aufmerksamkeit zu bekommen. Dann könnte es noch einmal rappeln. Platz genug dafür hat der DAX.

DAX Performance-Index
S&P 500
Nasdaq-100 Index
Die Europäer antizipieren wohl, dass Sie dann noch nicht alles Pulver verschossen haben sollten, um noch reagieren zu können. Das Jahr mit Trump, hat nicht wenigen eine steile Lernkurve beschert. Was aber meinte Wolfgang Ischinger mit den Folterwerkzeugen? Ganz sicher nicht das schon bekannte 93 Mrd. Euro Paket auf Waren, das schon im letzten Sommer angedroht wurde. Das kann schon deshalb nicht der Fall sein, weil es schon einmal gezeigt wurde und nicht neu ist. Gemeint ist wohl eher eine ausgedehnte Digitalsteuer, die Meta, Alphabet und Co härter treffen würde. Das behalten sich die Europäer offensichtlich vor, die Woche ist noch lang.
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18 Kommentare
Ich frage mich, ob die Europäer wirklich „nicht alles Pulver verschossen“ haben wollen, oder ob sie einfach noch abwarten, um die Reaktion der USA genauer einschätzen zu können. Die Unsicherheit ist groß.
Die Tatsache, dass Trump seine Ankündigungen für das Weltwirtschaftsforum in Davos zu timen scheint, deutet auf eine bewusste Strategie zur Maximierung der Aufmerksamkeit hin. Ist das reine Show oder steckt da ein ernsthafter Plan dahinter?
Es ist faszinierend, wie ein einzelner Tweet von Trump zu solchen Turbulenzen an den Märkten führen kann. Das zeigt, wie stark die Wirtschaft von politischen Entscheidungen beeinflusst wird.
Das 93-Mrd.-Euro-Paket, das bereits angedroht wurde, scheint nicht ausreichend zu sein, um Trump abzuschrecken. Ist die EU tatsächlich bereit, härtere Maßnahmen wie eine erweiterte Digitalsteuer in Erwägung zu ziehen, wie im Artikel angedeutet?
Der Anstieg des Goldpreises auf ein Allzeithoch in Verbindung mit den geopolitischen Spannungen um Grönland ist bezeichnend. Zeigt das, dass Investoren sich auf eine längere Phase der Unsicherheit einstellen?
Die Tatsache, dass die Wall Street geschlossen bleibt, während in Europa bereits Reaktionen auf Trumps Grönland-Zoll drohen, verzerrt das Bild. Morgen wird es vermutlich deutlicher werden, wie ernst die Lage wirklich ist.
Das stimmt, die fehlende Beteiligung der USA heute verzerrt die Wahrnehmung. Es wird interessant sein zu sehen, ob die Reaktion morgen ähnlich ausfällt.
Die Kombination aus steigenden Goldpreisen und einem schwachen DAX lässt mich an eine bevorstehende Korrektur glauben. Ist das ein realistisches Szenario, angesichts der aktuellen Lage?
Ich finde es gut, dass der Artikel nicht nur die Probleme aufzeigt, sondern auch darauf hinweist, dass man nicht überstürzen sollte. Eine besonnene Reaktion ist jetzt wichtig.
Die Erwähnung der Ablehnung der Übernahmepläne durch einige europäische Länder deutet auf einen Widerstand gegen Trumps Politik hin. Wie stark ist dieser Widerstand wirklich und welche Konsequenzen könnte er haben?
Die Aussage, dass das Jahr mit Trump vielen eine steile Lernkurve beschert hat, ist wohl eine Untertreibung. Die Unberechenbarkeit seiner Politik stellt alle vor große Herausforderungen.
Der Artikel erwähnt die Glattstellung von Long-Positionen im Derivatemarkt. Könnte das ein überproportionaler Faktor für die aktuellen Abschläge sein, der die tatsächliche wirtschaftliche Lage verzerrt?
Die Tatsache, dass die betroffenen Länder sich in Lager spalten, wie im Artikel beschrieben, ist besorgniserregend. Könnte das langfristig die europäische Einigkeit gefährden?
Die Aussage von Wolfgang Ischinger, dass dies die „größte Krise der NATO“ sei, ist sehr alarmierend. Glaubt er wirklich, dass Trumps Grönland-Interesse so destabilisierend wirken kann, oder ist es ein strategischer Schachzug, um Druck auf die USA auszuüben?
Die Idee, dass die „Folterwerkzeuge“ eine ausgedehnte Digitalsteuer sein könnten, ist interessant. Wäre das eine effektive Möglichkeit, Druck auf Meta, Alphabet und Co. auszuüben, oder würde es zu Vergeltungsmaßnahmen kommen?
Ich bin skeptisch, ob ein 30-Tage-Test des Bernecker Börsenkompasses wirklich ausreicht, um die Situation umfassend zu beurteilen. Die Märkte sind zu volatil, um in so kurzer Zeit klare Tendenzen zu erkennen.
Es ist bemerkenswert, dass der DAX seinen ersten wirklich schwachen Tag in diesem Jahr erlebt, während die Wall Street geschlossen bleibt. Wie stark wird dieser Abschwung morgen verstärkt, wenn auch amerikanische Investoren reagieren?
Venezuela wurde als Vorbild für den Ölpreisanstieg genannt. Ist das ein direkter Zusammenhang, oder spielen noch andere Faktoren eine Rolle? Die Erklärung wirkt etwas vereinfacht.