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Startseite»News»Zwei Kennzahlen werden über Deutschlands Zukunft entscheiden
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Zwei Kennzahlen werden über Deutschlands Zukunft entscheiden

Finanzen100Von Finanzen100vor 1 Monat13 Kommentare6.3k Aufrufe
Zwei Kennzahlen werden über Deutschlands Zukunft entscheiden
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Wer die Welt retten will, muss zuerst die eigene Wertschöpfung sichern. Der Zustand Deutschlands lässt sich auf zwei Zahlen reduzieren.

Deutschland führt derzeit lieber große Debatten über Weltordnung, Haltung, Außenpolitik, Moral – und wundert sich gleichzeitig, warum wirtschaftlich immer weniger läuft. Wer den Kern der Lage verstehen will, braucht keine 200-seitigen Analysen. Zwei Zahlen reichen: 

1.: Die Entwicklung der Beschäftigten in der Privatwirtschaft. 

Und 2.: Die Entwicklung der Beschäftigen im öffentlichen Sektor. 

Das klingt trocken. Ist aber explosiv. Denn dort entscheidet sich, ob und wie lange sich Deutschland wirtschaftlich selbst tragen kann.

Produktive Basis schrumpft – staatlicher Apparat wächst

2025 fiel im produzierenden Gewerbe (ohne Baugewerbe) die Erwerbstätigenzahl um 143.000 auf 7,9 Millionen Personen. Auch die Anzahl der Selbständigen schrumpfte um 38.000 auf 3,7 Millionen. 

Parallel stieg die Zahl der Beschäftigten im Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit um 205.000.

Zwar wirkt die Gesamtbeschäftigung stabil. Doch das ist Augenwischerei. Entscheidend ist die Verschiebung: weg von Wertschöpfung, hin zu administrativ und steuerfinanziert getragenen Bereichen. Für eine Industrienation ist das keine Nebensache.

Das Herz unseres Wohlstands ist bedroht

Die Finanzierung des deutschen Sozialstaats basiert nicht auf ideologischen Träumen, sondern auf Wertschöpfung. Die geschieht vor allem dort, wo Unternehmen, Selbständige und Industrie produzieren, verkaufen, exportieren und Innovation hervorbringen. Nur so kommt Geld in die Staatskasse.

Doch genau da, wo Wertschöpfung entsteht, verlieren wir Leute. Gleichzeitig wachsen die Bereiche, die von diesen Einnahmen abhängen: Verwaltung, Behörden, staatliche Dienstleistungen, Subventionen, Versorgungssysteme.

Das Verhältnis kippt – und die Finanzierung des gesamten Systems gerät immer mehr unter Druck.

Der Fehler liegt nicht beim Pflegepersonal

Man muss diese Entwicklung trennen von der moralischen Debatte über „gute“ und „schlechte“ Berufe. Weder Pfleger noch Erzieher oder Sozialarbeiter sind das Problem. 

Das Problem ist die politische Logik, die Wachstum im staatlich finanzierten Bereich als Lösung verkauft, während die produktive Seite immer stärker erodiert.

Peter Holzer unterstützt seit 2009 Führungsteams in anspruchsvollen Veränderungen – mit klarem Blick für Leadership, Generationenwechsel und Haltung: konsequent in der Sache, wertschätzend im Miteinander. Er ist Teil unseres Experts Circle. Die Inhalte stellen seine persönliche Auffassung auf Basis seiner individuellen Expertise dar.

Wenn ein Land immer mehr Menschen bezahlt, die nicht zur volkswirtschaftlichen Finanzierung beitragen, sondern davon abhängen, braucht es gleichzeitig eine wachsende produktive Basis. Deutschland wählt aktuell das Gegenteil.

Der Staat wird größer, während das Fundament kleiner wird

Die Politik feiert die steigende Erwerbstätigkeit im öffentlichen Dienst oft als Fortschritt – mehr Lehrkräfte, mehr Sozialarbeit, mehr Verwaltungskapazität. Der Wachstumshunger des Staats ist noch lange nicht gesättigt. So schreibt Volker Geyer, Bundesvorsitzender des Deutschen Beamtenbundes: „Dem öffentlichen Dienst fehlen 600.000 Beschäftigte, um alle übertragenen Aufgaben seriös erfüllen zu können.“

Das Ganze hat jedoch einen Haken: Wer soll das bezahlen? Ökonomisch befinden wir uns in einer Spirale:

  1. Privatwirtschaft schrumpft führt zu weniger Wertschöpfung
  2. Staatssektor wächst führt zu höheren Ausgaben
  3. Spielräume im Haushalt sinken führt zu mehr Schulden oder höhere Steuern
  4. Standort wird unattraktiver führt zu weiteren Standort-Verlagerungen ins Ausland

Das Problem ist, dass sich diese Dynamik immer mehr selbst verstärkt.

Wir diskutieren Weltpolitik, verlieren aber Wertschöpfung

Deutschland inszeniert sich gerne als globaler Akteur: Klima-Moralisierung, geopolitische Positionierung, diplomatische Ambitionen, humanitäre Missionshaltung. Alles ehrenwert. Aber ein Land, das die Welt retten will, muss vorher die eigene Wertschöpfung sichern.

China kümmert sich um Industriepolitik. USA um Kapitalmärkte und Tech. Südkorea und Japan um Innovation und Produktionsketten. Wir diskutieren über Moral und Umverteilung.

Die Folgen sehen wir täglich: Produktionsrückgänge, Investitionsabflüsse, Deindustrialisierungstendenzen. Ein kleiner Lichtblick in diesen düsteren Wolken ist die deutsche Startup-Szene. 

Sie verzeichnete 2025 ein Rekordjahr mit über 3500 Neugründungen. Das ist erfreulich, aber ökonomisch kein Ersatz für Industrie und Mittelstand.

Wie wir wieder auf Erfolgskurs kommen

Wir brauchen mutige Politiker, die ihre Entscheidungen an drei Fixsternen ausrichten:

  1. Kosten des Standortes runter: Energie, Bürokratie, Steuern, Abgaben. Keine Versprungen, sondern radikale Umsetzung. -> Versprechungen
  2. Private Beschäftigung hoch: Industrie halten, Dienstleistungen erleichtern, Selbständigkeit entlasten, Investitionen anziehen.
  3. Staatspersonal deckeln: Nicht abbauen um jeden Preis, aber Wachstum stoppen. Der Apparat darf nicht schneller wachsen als die wirtschaftliche Basis, die ihn trägt.

Ja, das widerspricht vielen aktuellen politischen Reflexen. Genau deshalb wäre es wirksam.

Zwei Zahlen, an der sich unsere Regierung messen muss

Nicht an Versprechen. Nicht an Interviews. Nicht an Gipfeln. Sondern an zwei Kennzahlen:

  1. private produktive Erwerbstätigkeit
  2. staatlich finanzierte Erwerbstätigkeit

Steigt 1 und sinkt beziehungsweise stabilisiert 2, sind wir auf Kurs. Passiert das Gegenteil, wird Deutschland auf kurz oder lang unfinanzierbar.

Das ist kein ideologisches Wunschdenken, sondern Mathematik eines Sozialstaats.

Peter Holzer

Den vollständigen Artikel hier lesen

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13 Kommentare

  1. Peter Schneider am Januar 21, 2026 8:52 a.m.

    Ich frage mich, ob die steigende Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst tatsächlich einen Mehrwert für die Gesellschaft schafft, oder ob es sich um reine Verwaltungsarbeit handelt. Eine Effizienzprüfung wäre vielleicht angebracht.

    Antworten
  2. Lukas Fischer am Januar 21, 2026 8:52 a.m.

    Es ist beunruhigend zu lesen, dass das Verhältnis zwischen Wertschöpfung und staatlicher Finanzierung kippt. Welche konkreten Maßnahmen könnten ergriffen werden, um die produktive Basis zu stärken und den Abwärtstrend zu stoppen?

    Antworten
  3. Lukas Fischer am Januar 21, 2026 8:53 a.m.

    Der Artikel betont, dass die Finanzierung des Sozialstaats auf Wertschöpfung basiert. Wenn die Zahl der Selbstständigen um 38.000 sinkt, wie wirkt sich das konkret auf die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands aus?

    Antworten
  4. Laura Hoffmann am Januar 21, 2026 8:54 a.m.

    Die Zahlen sprechen für sich: 7,9 Millionen Erwerbstätige im produzierenden Gewerbe sind ein Warnsignal. Wie können wir junge Menschen für diese Berufe begeistern und die Attraktivität der Industrie steigern?

    Antworten
  5. Lukas Schmidt am Januar 21, 2026 8:54 a.m.

    Die Diskrepanz zwischen dem Rückgang der Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe um 143.000 im Jahr 2025 und dem Anstieg im öffentlichen Dienst um 205.000 ist alarmierend. Es scheint, als ob Deutschland seine wirtschaftliche Basis aktiv abbaut, während es gleichzeitig die Abhängigkeit vom Staatshaushalt erhöht.

    Antworten
  6. Peter Fischer am Januar 21, 2026 8:55 a.m.

    Ich finde es wichtig, dass Peter Holzer die moralische Debatte über ‚gute‘ und ’schlechte‘ Berufe ausklammert und den Fokus auf die politische Logik legt. Es geht nicht darum, wer einen wichtigen Job macht, sondern darum, wie die Wirtschaft insgesamt funktioniert und finanziert wird.

    Antworten
  7. Lea Schmidt am Januar 21, 2026 8:58 a.m.

    Es ist gut, dass Experten wie Peter Holzer auf diese Entwicklung hinweisen. Die Konzentration auf Leadership, Generationenwechsel und ‚Haltung‘ scheint mir ein wichtiger Ansatz, um die Probleme anzugehen, aber die wirtschaftlichen Fakten dürfen nicht ignoriert werden.

    Antworten
  8. Jonas Fischer am Januar 21, 2026 8:58 a.m.

    Der Vergleich mit dem ‚wachsenden Fundament‘ und dem ‚größer werdenden Staat‘ ist sehr treffend. Deutschland scheint an einer Art strukturellen Krankheit zu leiden, bei der die Symptme bekämpft werden, anstatt die Ursachen anzugehen.

    Antworten
  9. Jonas Weber am Januar 21, 2026 8:59 a.m.

    Die Aussage, dass die Gesamtbeschäftigung stabil wirkt, aber eine Verschiebung stattfindet, ist ein Schlüsselpunkt. Ist diese ‚Augenwischerei‘ bewusst, um die Bevölkerung zu beruhigen, oder wird die Tragweite dieser Entwicklung unterschätzt?

    Antworten
    • Peter S. Schäfer am Januar 21, 2026 9:21 a.m.

      Ich denke, es ist eine Kombination aus beidem. Die Politik will natürlich positive Zahlen präsentieren, aber die langfristigen Konsequenzen werden oft ignoriert.

      Antworten
  10. Emma Weber am Januar 21, 2026 9:02 a.m.

    Die Fokussierung auf Weltordnung und Moral, während die Wirtschaft leidet, wirkt wie ein Fall von ‚den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen‘. Sollte die Regierung nicht primär die wirtschaftliche Stabilität des Landes gewährleisten?

    Antworten
    • Peter Meyer am Januar 21, 2026 9:24 a.m.

      Absolut. Es ist wichtig, sich globalen Herausforderungen zu stellen, aber nicht auf Kosten der eigenen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

      Antworten
  11. Lea Becker am Januar 21, 2026 9:07 a.m.

    Der Artikel macht deutlich, dass Deutschland sich in einer gefährlichen Situation befindet. Wenn die produktive Basis weiter schrumpft, wird die Finanzierung des Sozialstaats langfristig nicht mehr gewährleistet sein. Das ist ein Szenario, das wir unbedingt vermeiden müssen.

    Antworten
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