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Anfang einer durch künstliche Intelligenz ausgelösten Rezession für Angestellte? Fertiggestellt am 2. Dezember 2025 |
Von Yingwei Lin, Extra-financial Research-Analyst, Crédit Mutuel Asset Management
Crédit Mutuel Asset Management ist eine Asset-Management-Gesellschaft der Groupe La Française, der Holdinggesellschaft des Asset-Management-Geschäftsbereichs der Credit Mutuel Alliance
Fédérale.
- Derzeit bedroht KI zwar bestimmte Aufgabenbereiche, schafft aber auch neue. Dadurch verändert sich die Arbeitswelt allmählich, und von den Beschäftigten werden zunehmend analytische,
strategische und funktionsübergreifende Kompetenzen verlangt. - Personalabbau wird nicht nur durch Effizienzsteigerungen aufgrund von KI vorangetrieben, sondern auch durch finanziellen Druck, wie Margeneinschränkungen oder – in einigen Fällen – den Wunsch,
die Wirksamkeit der eingesetzten Technologien exemplarisch zur Schau zu stellen.
Seit Anfang 2025 gibt es so viele Entlassungsankündigungen wie selten zuvor seit der Pandemie. In Sektoren wie Technologie, Logistik, Automobilindustrie und Telekommunikation werden Zehntausende
von Arbeitsplätzen abgebaut. Von Intel (24.000) über UPS (20.000) Amazon (30.000) bis Verizon (15.000) und sogar Bosch (13.000) – die Zahlen steigen weiter und
befeuern die Annahme, dass KI nach und nach menschliche Arbeitskräfte ersetzen wird. Einige Unternehmen wie Salesforce und Amazon machen keinen Hehl daraus, dass ein Teil ihres Personalabbaus auf
KI zurückzuführen ist.
Dieses Phänomen ist global: Es betrifft die USA, Europa und sogar Asien und ähnelt eher einer strukturellen Neugestaltung der Arbeitswelt als einer zyklischen Anpassung. Ursprünglich auf
Verwaltungs- und Supportfunktionen beschränkt, erweitert KI nun ihren Einflussbereich auf komplexere Aufgaben.
Strukturelle Transformation und finanzielle Kompromisse meistern
Nach Schätzungen von Salesforce könnte KI bis zu 50 % der internen Aufgaben übernehmen – was die Entscheidung für Entlassungen teilweise rechtfertigt. Allerdings kann KI nicht allein für den
gesamten Personalabbau verantwortlich gemacht werden, da noch andere Faktoren eine Rolle spielen:
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12 Kommentare
Die Schätzung von Salesforce, dass KI bis zu 50% der internen Aufgaben übernehmen könnte, klingt enorm. Wie bereiten sich Unternehmen darauf vor, die verbleibenden 50% effektiver zu gestalten und die Mitarbeiter entsprechend zu schulen?
Die Ankündigung von Amazon, 30.000 Stellen abzubauen, ist beunruhigend, besonders wenn man bedenkt, dass sie KI als einen Faktor nennen. Bedeutet das, dass wir uns erst am Anfang einer größeren Welle von Entlassungen befinden?
Die Tatsache, dass die Entlassungszahlen seit Anfang 2025 so hoch sind wie seit der Pandemie, ist ein deutliches Warnsignal. Wird die Politik überhaupt rechtzeitig reagieren und Maßnahmen ergreifen, um die negativen Folgen abzumildern?
Es ist gut zu hören, dass KI nicht nur Arbeitsplätze vernichtet, sondern auch neue schafft, aber die Übergänge für die betroffenen Mitarbeiter werden sicherlich schwierig. Gibt es Initiativen zur Umschulung und Weiterbildung, um diesen Wandel zu unterstützen?
Es ist faszinierend, dass Crédit Mutuel Asset Management die Entwicklung nicht als rein zyklische Anpassung, sondern als strukturelle Neugestaltung der Arbeitswelt sieht. Könnte dies langfristig zu einer völlig neuen Definition von ‚Arbeit‘ führen?
Die Entlassungsrunde bei Intel mit 24.000 Mitarbeitern zeigt, dass selbst etablierte Technologieunternehmen nicht immun gegen diese Entwicklung sind. Wie wirkt sich das auf die Innovationskraft dieser Unternehmen aus?
Der Artikel erwähnt, dass neben KI auch finanzieller Druck zu Entlassungen führt. Ist die Fokussierung auf KI also nur ein Vorwand, um Kosten zu senken, oder spielt die Technologie wirklich eine so große Rolle?
Das ist eine wichtige Frage. Ich denke, es ist eine Kombination aus beidem – die Unternehmen wollen Kosten sparen und gleichzeitig die positiven Auswirkungen von KI demonstrieren.
Die Verteilung der Entlassungen auf verschiedene Sektoren – Technologie, Logistik, Automobil, Telekommunikation – unterstreicht die breite Anwendbarkeit von KI. Das ist keine Sektor-Krise, sondern ein Phänomen, das die gesamte Wirtschaft betrifft.
Absolut. Und die globale Reichweite, die im Artikel erwähnt wird, zeigt, dass dies kein rein europäisches oder amerikanisches Problem ist.
Ich bin skeptisch, ob die „strukturelle Neugestaltung“ der Arbeitswelt tatsächlich zu einer Verbesserung der Bedingungen für Arbeitnehmer führen wird. Könnte es nicht auch zu einer Polarisierung kommen, bei der hochqualifizierte Fachkräfte profitieren und geringqualifizierte Arbeitskräfte noch schlechter gestellt werden?
Bosch hat allein 13.000 Stellen abgebaut, was zeigt, dass die Auswirkungen auf die traditionelle Industrie bereits spürbar sind. Welche Branchen sind Ihrer Meinung nach am stärksten von KI-bedingten Entlassungen bedroht, abgesehen von den bereits genannten?