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Startseite»News»Aktien-News»BANK OF AMERICA – Zahlen top, was macht die Aktie?
Aktien-News

BANK OF AMERICA – Zahlen top, was macht die Aktie?

stock3Von stock3vor 3 Monaten14 Kommentare11.6k Aufrufe
BANK OF AMERICA – Zahlen top, was macht die Aktie?
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  • Bank of America Corp. – WKN: 858388 – ISIN: US0605051046 – Kurs: 54,540 $ (NYSE)

Bank of America (BoA) ist die Nummer zwei im US-Bankensektor nach Bilanzsumme. Das Haus ist breit diversifiziert: klassisches Retailbanking, Kreditkarten, Small Business, Wealth Management, Firmenkundengeschäft, Investmentbanking sowie Global Markets. Die Bank profitiert aktuell von mehreren Rückenwinden: gesunkene Zinsen, ein lebhafter Kapitalmarkt mit hoher Trading- und Advisory-Aktivität sowie solide Konsumentenkredite und ein eher lockerer regulatorischer Rückenwind haben den Kurs 2025 um 24 % nach oben getragen.

CEO Brian Moynihan gibt sich entsprechend optimistisch. Man habe 2025 mehr als 30 Mrd. USD Nettogewinn verdient, das EPS um 19 % gesteigert und die Effizienzquote gesenkt. Für 2026 sei man, trotz Risiken, „bullisch auf die US-Wirtschaft“ und wolle das Momentum halten, so Moynihan im Quartalsbericht.

Erwartungen geschlagen

Im vierten Quartal 2025 lag der bereinigte Gewinn je Aktie mit 0,98 USD leicht über dem Analystenkonsens von 0,96 USD. Der Nettogewinn stieg um 12 % auf 7,6 Mrd. USD, das entspricht einem EPS-Anstieg von 18 % gegenüber 0,83 USD im Vorjahr. Der Konzernumsatz (netto Zinsaufwand) kletterte um 7 % auf 28,4 Mrd. USD und übertraf damit die erwarteten 27,9 Mrd. USD leicht.

Treiber waren vor allem drei Linien: das Zinsüberschussgeschäft, steigende Asset-Management-Gebühren und ein starkes Handelsgeschäft. Trotz leicht höherer Kosten konnte die Effizienzquote von 63 % auf 61 % verbessert werden. Die Eigenkapitalrendite der Stammaktionäre liegt bei 10,4 %, die Rendite auf das materielle Eigenkapital bei 14,0 %. Damit zahlt BoA auf dem aktuellen Bewertungsniveau solide zweistellige Renditen auf das eingesetzte Eigenkapital.


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Zinsüberschussgeschäft zeigt klassische Bankstärke

Herzstück der Story bleibt das Zinsüberschussgeschäft. Das Net Interest Income (NII) stieg im Quartal um rund 10 % auf 15,8 Mrd. USD. Auf FTE-Basis (steuerbereinigt) waren es 15,9 Mrd. USD. Treiber waren höhere Margen aus Global Markets, die planmäßige Neubepreisung von Festzinsaktiva und gestiegene Kredit- und Einlagenvolumina. Gegenwind kam von den gesunkenen Marktzinsen, die bei Neuanlage drücken.

Die Einlagenbasis bleibt eine der größten Stärken: durchschnittliche Kundeneinlagen von 2,01 Bio. USD, das war das zehnte Quartal in Folge mit sequenziellem Wachstum. Der durchschnittliche Kreditbestand lag bei 1,17 Bio. USD, ein Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahr. Im Konsumentengeschäft liegen die durchschnittlichen Einlagen bei 945 Mrd. USD, 59 % davon sind Sichteinlagen, 92 % gelten als primäres Konto. Im Global-Banking-Segment stiegen die Einlagen um 13 % auf 656 Mrd. USD.

Die Nettozinsmarge bewegt sich auf Konzernebene bei gut 2 %, BoA setzt also weiter auf Volumen und stabile Fundingkosten. CFO Borthwick betont, dass man die Bilanz diszipliniert gesteuert, die Repricing-Chancen genutzt und zugleich 41 % mehr Kapital an die Aktionäre ausgeschüttet habe als 2024.

Aktienhandel glänzt, FICC solide

Das Global-Markets-Segment war im vierten Quartal erneut ein wichtiger Ergebnistreiber. Der Bereich steigerte seinen Umsatz um 10 % auf 5,3 Mrd. USD, die reinen Sales-and-Trading-Erlöse lagen bei 4,5 Mrd. USD, ebenfalls ein Plus von 10 %. Besonders stark war das Aktiengeschäft: Equities legten um 23 % auf rund 2,0 Mrd. USD zu. Hier zahlt sich die hohe Kundenaktivität in einem freundlichen Aktienmarkt aus.

Im FICC-Geschäft (Fixed Income, Currencies, Commodities) ging es etwas gemächlicher voran. Der Umsatz stieg um rund 2 % auf 2,5 Mrd. USD. Vor allem die Makroprodukte, also Zins- und Devisenhandel, liefen besser. Im Vergleich zu der im Branchenvergleich teils explosiven Dynamik blieben BoAs Zahlen hier eher im soliden Bereich, aber ohne böse Überraschung. Die Volatilität im Handel, gemessen am durchschnittlichen Value-at-Risk, ist gegenüber 2024 sogar spürbar zurückgegangen.

Unterm Strich meldet Global Markets ein Quartalsergebnis von knapp 1,0 Mrd. USD. Die Effizienzquote liegt wegen hoher erfolgsabhängiger Vergütungen und Investitionen in Technologie bei 74 %, die Kapitalrendite bei 8 %. Für Trader ist wichtig: Das Handelsbuch arbeitet mit deutlich geringeren Risiken als noch vor einigen Jahren, die Ertragsstabilität hat dafür zugelegt.

Starker Consumer-Bereich, Global Banking schwächelt

Im Consumer-Bereich verdiente BoA 3,3 Mrd. USD, ein Plus von 17 % gegenüber dem Vorjahr. Die Umsätze stiegen um 5 % auf 11,2 Mrd. USD, maßgeblich dank höherer Zinseinnahmen. Die Risikovorsorge im Retailgeschäft sank um 15 % auf knapp über 1,0 Mrd. USD. Kreditkarten- und Kontenaktivitäten wirken robust: Kredit- und Debitkartenumsätze stiegen um 6 % auf 255 Mrd. USD, die Zahl der digitalen Logins erreichte 4,3 Mrd. Zugleich wächst das Investmentvolumen der Privatkunden um 16 % auf knapp 600 Mrd. USD.

Global Wealth & Investment Management meldet ein besonders dynamisches Jahr. Der Segmentumsatz stieg im Quartal um 10 % auf 6,6 Mrd. USD, getrieben durch Asset-Management-Gebühren, die um 13 % auf 4,1 Mrd. USD zulegten. Die gesamten Kundengelder kletterten um 12 % auf 4,8 Bio. USD, inklusive 2,2 Bio. USD verwalteter Gelder. Die Kreditbücher im Wealth-Bereich wuchsen zweistellig. Die Profitabilität ist hoch, mit einer Vorsteuermarge von 28 % und einer Kapitalrendite von 28 %.

Im Corporate- und Investmentbanking-Segment (Global Banking) sah es etwas nüchterner aus. Der Umsatz stieg um 2 % auf 6,2 Mrd. USD. Investmentbanking-Gebühren lagen konzernweit bei 1,7 Mrd. USD und damit nur 1 % über dem Vorjahr, trotzdem reicht es für Rang 3 im globalen Ranking. Wachstumsakzente kommen aus dem Transaktionsgeschäft, die Treasury-Service-Umsätze legten um 10 % zu. Die Kredite wuchsen im Schnitt um 3 %, die Einlagen um 13 %. Allerdings steigt hier die Risikovorsorge, was die Profitabilität leicht belastet.

Solide Dividenden und Aktienrückkäufe

Auf der Risikoseite bleibt das Bild entspannt. Die Risikovorsorge lag mit 1,3 Mrd. USD auf dem Niveau des Vorquartals und unter dem Vorjahr. Die Nettoabschreibungsquote sank von 0,47 % im dritten Quartal auf 0,44 %. Nicht-performende Kredite machen nur 0,49 % des Kreditportfolios aus. Vor allem im gewerblichen Immobilienbereich zeigen sich laut Management erste Entspannungen.

BoA hält eine Kreditrisikovorsorge von gut 14,4 Mrd. USD vor, das entspricht 1,12 % der ausstehenden Kredite. Die Kapitalausstattung ist robust: Die CET1-Quote nach Standardansatz liegt bei 11,4 %, deutlich über den regulatorischen Mindestanforderungen. Das Verhältnis von materiellem Eigenkapital zur Bilanzsumme liegt bei knapp über 6 %.

Für Aktionäre spannend: Das Institut kehrte im Quartal 8,4 Mrd. USD an die Anteilseigner zurück, 2,1 Mrd. USD über Dividenden und 6,3 Mrd. USD über Aktienrückkäufe. Auf Jahressicht wurden 41 % mehr Kapital ausgeschüttet als 2024. Der Buchwert je Aktie stieg um 8 % auf 38,44 USD, der materielle Buchwert je Aktie um 9 % auf 28,73 USD. Die Zahl der ausstehenden Aktien sank auf 7,21 Mrd.

Ausblick 2026: Momentum ja, aber nicht ohne Fragezeichen

Sowohl CEO als auch CFO zeichnen für 2026 ein positives Bild: weitere Einlagen- und Kreditwachstumschancen, laufendes Repricing von Zinspapieren, straffes Kostenmanagement und zusätzliche Effizienzgewinne. Gleichzeitig verweist die Bank selbst sehr ausführlich auf die bekannten Risiken: Zins- und Konjunkturunsicherheit, Regulierung, Rechtsfälle (Stichwort Zahlungsverkehr und Zelle), geopolitische Spannungen, mögliche Rücksetzer in der Kreditqualität und die unverändert hohe Abhängigkeit vom US-Markt.

Fazit: Ehrlich gesagt bin ich überrascht, dass die Bewertung der US-Großbank auch nach der Kursrally human daherkommt, zumindest, wenn man den Analystenschätzungen Glauben schenkt. Rücksetzer in den 50-USD-Bereich fände ich aus technischer Sicht spannend für einen Einstieg bei der Bank-of-America-Aktie. Vorausgesetzt, man kann mit Bankaktien überhaupt etwas anfangen…

Jahr 2025e* 2026e* 2027e*
Umsatz in Mrd. USD 109,99 116,25 122,60
Ergebnis je Aktie in USD 3,80 4,36 5,00
Gewinnwachstum 14,74% 14,68%
KGV 14 13 11
KUV 3,6 3,4 3,2
PEG 0,8 0,7
Dividende je Aktie in USD 1,09 1,20 1,32
Dividendenrendite 2,00% 2,20% 2,42%
*e = erwartet, Berechnungen basieren bei

US-Unternehmen auf Non-GAAP-Daten

Bank-of-America-Aktie (Wochenchart)

Offenlegung der Chefredaktion der stock3 AG wegen möglicher Interessenkonflikte

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14 Kommentare ansehen

14 Kommentare

  1. Anna Weber am Januar 20, 2026 4:00 a.m.

    Der Anstieg des Nettogewinns um 12% auf 7,6 Milliarden US-Dollar ist beachtlich. Welche spezifischen Maßnahmen haben zu dieser Steigerung beigetragen?

    Antworten
  2. Anna Müller am Januar 20, 2026 4:04 a.m.

    Die Rendite auf das materielle Eigenkapital von 14,0% ist sehr attraktiv. Wie wird Bank of America diese Rendite in Zukunft aufrechterhalten oder sogar verbessern?

    Antworten
  3. Peter Schmidt am Januar 20, 2026 4:08 a.m.

    Die Diversifizierung von Bank of America in Bereiche wie Wealth Management und Investmentbanking scheint sich auszuzahlen, da diese Linien zu den Wachstumstreibern im letzten Quartal gehörten.

    Antworten
  4. Emma R. Schäfer am Januar 20, 2026 4:08 a.m.

    Ich bin etwas skeptisch, ob das Wachstum im Zinsüberschussgeschäft von 10% aufrechterhalten werden kann, da die gesunkenen Marktzinsen als Gegenwind wirken.

    Antworten
  5. Laura Wagner am Januar 20, 2026 4:10 a.m.

    Die Tatsache, dass die Kundeneinlagen im Durchschnitt 2,01 Billionen US-Dollar betragen und zum zehnten Quartal in Folge gewachsen sind, deutet auf ein starkes Vertrauen in die Bank of America hin. Das ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

    Antworten
  6. Laura S. Schmidt am Januar 20, 2026 4:10 a.m.

    Ich finde es positiv, dass die Effizienzquote von 63% auf 61% gesenkt werden konnte, aber ist das genug, um mit anderen großen Banken im Wettbewerb zu bestehen?

    Antworten
  7. Anna Schmidt am Januar 20, 2026 4:11 a.m.

    Ein EPS-Anstieg von 19% ist eine starke Leistung. Wie verhält sich dieser Anstieg im Vergleich zu den Ergebnissen anderer Großbanken?

    Antworten
    • Emma U. Weber am Januar 20, 2026 4:57 a.m.

      Gute Frage! Ein Vergleich mit Wettbewerbern wie JPMorgan Chase oder Wells Fargo wäre interessant, um die relative Performance besser einschätzen zu können.

      Antworten
  8. Laura Hoffmann am Januar 20, 2026 4:12 a.m.

    Die Tatsache, dass 59% der Konsumenteneinlagen Sichteinlagen sind, könnte ein Risiko darstellen, wenn die Zinsen weiter steigen und Kunden nach höheren Renditen suchen.

    Antworten
  9. Jonas V. Müller am Januar 20, 2026 4:12 a.m.

    CEO Brian Moynihan scheint sehr optimistisch zu sein, aber seine ‚bullische‘ Haltung zur US-Wirtschaft könnte sich als verfrüht erweisen, wenn unerwartete wirtschaftliche Abschwünge eintreten.

    Antworten
  10. Anna Schäfer am Januar 20, 2026 4:13 a.m.

    Die Erwähnung von ’stock3 Select‘ am Ende des Artikels wirkt etwas wie versteckte Werbung. Ist die Analyse unabhängig oder gibt es eine geschäftliche Verbindung?

    Antworten
    • Mia Fischer am Januar 20, 2026 4:21 a.m.

      Das ist eine berechtigte Frage. Es ist wichtig, die Interessenkonflikte bei solchen Empfehlungen zu berücksichtigen.

      Antworten
  11. Hans N. Meyer am Januar 20, 2026 4:13 a.m.

    Ein Anstieg des Kreditbestands um 8% gegenüber dem Vorjahr ist ein gutes Zeichen, aber wurde die Kreditqualität ausreichend berücksichtigt, um potenzielle Ausfälle zu vermeiden?

    Antworten
  12. Lukas Fischer am Januar 20, 2026 4:14 a.m.

    Die Erwähnung eines Nettogewinns von über 30 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 ist beeindruckend, aber wie nachhaltig ist dieser Gewinn angesichts des prognostizierten Rückgangs der Marktzinsen?

    Antworten
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