Der Goldpreis hat sich weiter nach oben bewegt. Gold notiert bei 4.425,43 US-Dollar und damit 1,13 Prozent höher als 24 Stunden zuvor. Die Kursfeststellung stammt aus dem späten Nachmittagshandel. Gehandelt wird das Edelmetall international in US-Dollar, weshalb Wechselkursbewegungen für Anleger aus dem Euroraum eine eigene Rolle spielen.
Kurzfristig kaum Bewegung, auf Monatssicht deutliches Plus
Der Tagesgewinn fällt größer aus als die Veränderung der gesamten Vorwoche: auf Wochensicht steht ein Zuwachs von 0,91 Prozent. Der jüngste Anstieg hat den Kurs also nach mehreren ruhigeren Handelstagen bewegt.
Über einen längeren Zeitraum zeigt sich ein anderes Bild. Innerhalb eines Monats hat Gold 9,90 Prozent gewonnen, was den Großteil der aktuellen Aufwärtsbewegung in ein enges Zeitfenster legt. Gleichzeitig bleibt die Drei-Monats-Betrachtung negativ: über drei Monate steht ein Minus von 3,51 Prozent. Das bedeutet, dass der Kurs im Frühsommer höher lag als heute und der Anstieg der vergangenen Wochen einen vorangegangenen Rücksetzer erst teilweise ausgeglichen hat.
Jahresvergleich und Fünfjahresrechnung
Im Jahresvergleich fällt die Bilanz klar positiv aus: gegenüber dem Vorjahr liegt Gold 30,31 Prozent im Plus. Damit gehört das Edelmetall zu den Anlageklassen, die über zwölf Monate eine zweistellige Wertentwicklung aufweisen.
Ein Blick auf einen längeren Zeitraum verdeutlicht die Dimension der Bewegung. Vor fünf Jahren kostete eine Feinunze Gold 1.804,96 US-Dollar. Ein damals investierter Betrag von 5.000 US-Dollar entspräche beim aktuellen Kurs einem Gegenwert von 12.259,10 US-Dollar – ein Zuwachs von 145,18 Prozent über fünf Jahre. Solche Rückrechnungen sind allerdings rein historisch und lassen keine Schlüsse auf die künftige Entwicklung zu; sie berücksichtigen zudem weder Lagerkosten noch Steuern oder Währungseffekte.
Gold-ETCs folgen der Bewegung mit Abweichungen
Viele Anleger im Euroraum greifen nicht auf physisches Metall zurück, sondern auf börsengehandelte Rohstoffprodukte, sogenannte ETCs (Exchange Traded Commodities). Diese sind in der Regel mit physischem Gold besichert und in Euro notiert, weshalb ihre Tagesperformance vom Dollarkurs des Metalls abweichen kann.
Bei den in Euro gehandelten Produkten fielen die Tagesgewinne durchweg geringer aus als das Dollar-Plus des Metalls. Xetra Gold gewann 0,83 Prozent auf 122,63 Euro, der Xtrackers Physical Gold ETC (EUR) legte um 0,88 Prozent auf 365,12 Euro zu. Gold Bullion Securities notierte 1,00 Prozent höher bei 348,05 Euro, das Gold Index Zertifikat Open-End von iShares plc 1,04 Prozent höher bei 73,99 Euro. Der db Physical Gold ETC Euro Hedged, der das Währungsrisiko absichert, stieg um 1,10 Prozent auf 248,36 Euro. Deutlich zurück blieb EUWAX Gold mit einem Plus von 0,11 Prozent auf 122,54 Euro.
Unterschiede ergeben sich auch bei den laufenden Kosten. Die angegebene Gesamtkostenquote (TER) reicht von 0,00 Prozent bei EUWAX Gold über 0,25 Prozent beim iShares-Zertifikat und 0,29 Prozent beim Xtrackers-Produkt bis zu 0,59 Prozent beim währungsgesicherten db-ETC. Alle genannten Produkte sind ungehebelt und auf eine Long-Position ausgelegt.
Silber und Platin mit stärkeren Tagesgewinnen
Innerhalb der Edelmetalle war Gold an diesem Tag nicht der stärkste Wert. Silber- und Platinprodukte legten mit 2,0 bis 2,5 Prozent stärker zu als Gold: Der Xtrackers Physical Silver EUR Hedged ETC stieg um 2,53 Prozent auf 338,28 Euro, das Silber Index Zertifikat Open-End um 2,36 Prozent auf 533,55 Euro, das Platin Index Zertifikat Open-End um 2,01 Prozent auf 91,78 Euro.
Was den Goldpreis bewegt
Gold gilt als zentrales Edelmetall im internationalen Finanzsystem. Die Preisbildung wird von mehreren Nachfragegruppen bestimmt: Zentralbanken, die ihre Währungsreserven strukturieren, der Schmuckindustrie sowie privaten und institutionellen Anlegern.
Als preistreibend gelten traditionell steigende Inflationsraten und fallende Realzinsen – also Zinsen nach Abzug der Inflation. Sinkt der Realzins, verlieren verzinsliche Anlagen wie Staatsanleihen relativ an Attraktivität, was zinslose Anlagen wie Gold vergleichsweise interessanter macht. Hinzu kommen geopolitische Ereignisse, charttechnische Signale und, für Anleger außerhalb des Dollarraums, die Entwicklung des Wechselkurses.
Ob sich aus der aktuellen Bewegung weiteres Momentum entwickelt, ist offen. Die divergierenden Zeitfenster – Monatsplus bei gleichzeitigem Drei-Monats-Minus – zeigen, wie schwankungsanfällig der Markt bleibt. Für eine Einordnung sind neben der Kursentwicklung weitere Datenpunkte wie Zinserwartungen, Notenbankkäufe und Währungsbewegungen relevant.
Quelle: Nachrichten Ticker – www.wallstreet-online.de
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