Das an der Londoner AIM und über OTCQX gehandelte Explorations- und Entwicklungsunternehmen Empire Metals Limited hat eine aktualisierte Mineralressourcenschätzung für sein Projekt Pitfield in Westaustralien vorgelegt. Empire Metals beziffert die Ressource nun auf 8,16 Milliarden Tonnen mit 4,3 Prozent TiO2, was einem enthaltenen Titandioxid-Gehalt von 349 Millionen Tonnen entspricht. Die Angaben verteilen sich auf die beiden Lagerstätten Thomas und Cosgrove und sind nach dem australischen JORC-Code 2012 klassifiziert.
Nach Darstellung des Unternehmens handelt es sich damit um die größte Titanressource weltweit. Als Vergleichsmaßstab verweist Empire Metals auf öffentlich berichtete Titan-Ressourcenschätzungen nach JORC oder gleichwertigen Standards, jeweils auf Basis des enthaltenen TiO2, sowie auf die Mineral Commodity Summaries 2025 des US Geological Survey. Die dort ausgewiesenen nationalen Bestandszahlen werden nicht nach dem JORC-Code gemeldet.
Erstmals eine gemessene Ressource
Wesentlich für die Aussagekraft der Schätzung ist die Aufteilung nach Vertrauenskategorien. Die höchste Stufe, die gemessene Ressource (Measured), wird bei Pitfield erstmals ausgewiesen: 374 Millionen Tonnen mit 5,8 Prozent TiO2 und 21,6 Millionen Tonnen enthaltenem Titandioxid. Hinzu kommen 3,65 Milliarden Tonnen mit 4,3 Prozent TiO2 in der Kategorie „Indicated" (154,7 Millionen Tonnen enthaltenes TiO2) sowie 4,2 Milliarden Tonnen mit 4,1 Prozent TiO2 als abgeleitete Ressource (Inferred, 173 Millionen Tonnen enthaltenes TiO2).
Die Kategorien beschreiben, wie belastbar die geologische Datenlage ist: Measured steht für den höchsten Grad an geologischer Sicherheit, Indicated für eine mittlere und Inferred für die geringste. Nur Measured- und Indicated-Ressourcen können in späteren Studien in Reserven überführt werden. Empire Metals verweist darauf, dass die neue Klassifizierung die Grundlage für Minenplanung und wirtschaftliche Studien schafft.
Verwittertes Material nahe der Oberfläche
Ein Teil der Ressource liegt nach Unternehmensangaben in einer oberflächennahen, in situ verwitterten Zone. Diese Zone umfasst 4,39 Milliarden Tonnen mit 4,4 Prozent TiO2 beziehungsweise 194,5 Millionen Tonnen enthaltenes Titandioxid. Empire Metals beschreibt das Material als weich und mürbe, ab der Oberfläche anstehend und mit natürlich gebildetem Anatas und Rutil – zwei Mineralformen des Titandioxids. Abraum falle nur in geringem Umfang an, Zwischenschichten (Inter-burden) gebe es nicht. Das Unternehmen leitet daraus einfache und effiziente Abbaumethoden ab.
Innerhalb der Lagerstätten hat Empire Metals höhergradige Kernbereiche abgegrenzt, die als frühe Abbauziele dienen sollen. Bei Thomas ziehen sich zusammenhängende Zonen mit im Mittel über 6 Prozent TiO2 über 5 Kilometer Streichlänge und bis zu 1,25 Kilometer Breite, bei Cosgrove über eine Streichlänge von 4,0 Kilometern.
Aufbereitung und Anbindung
Zur Verarbeitung verweist das Unternehmen auf ein integriertes Fließschema, das am 11. Juni 2026 vorgestellt wurde. Der Prozess soll auf konventionellen Verfahrensschritten beruhen und TiO2 mit mehr als 99 Prozent Reinheit liefern, das auf Pigmentanwendungen und Titanschwamm als Vormaterial für Titanmetall zielt. Für den Transport nennt Empire Metals bestehende Bahnanbindungen an Tiefwasserhäfen, über die Märkte in Asien, den USA, Europa und Saudi-Arabien erreichbar seien.
Einordnung des Managements
Managing Director Shaun Bunn bezeichnete die aktualisierte Schätzung als Meilenstein für das Unternehmen.
„Der Umfang ist nur ein Teil der Geschichte", so Bunn. Die erstmals ausgewiesene gemessene Ressource biete zusammen mit dem Indicated-Anteil die Plattform für Minenplanung und die wirtschaftlichen Studien, die die Entwicklung von Pitfield untermauern sollen.
Bunn führte weiter aus, Pitfield weise die Merkmale eines Tier-One-Titanprojekts auf: Größe, Gehalt, einfache Abbaumethoden, ein auf konventionellen Schritten beruhender Verarbeitungsweg und direkter Zugang zu globalen Märkten in einer bergbaufreundlichen Jurisdiktion. Konkrete Angaben zu Investitionskosten, Produktionsvolumina oder einem Zeitplan für die Entwicklung enthält die Mitteilung nicht. Wirtschaftliche Kennzahlen zum Projekt nennt Empire Metals in der Meldung nicht; diese sollen erst aus den angekündigten Studien hervorgehen.
Kursreaktion
Die Aktie von Empire Metals wird neben London auch in Frankfurt gehandelt. In Frankfurt notierte das Papier am 19. August 2026 um 08:03 Uhr bei 0,476 Euro und damit 2,15 Prozent im Plus. Zuletzt hatte das Unternehmen im Juli 2026 personelle Verstärkungen gemeldet: Ein General Manager und ein Senior Adviser wurden berufen, um die Entwicklung von Pitfield und das Genehmigungsverfahren im Umweltbereich voranzutreiben.
Quelle: FinanzNachrichten.de: News
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