Die kanadische Explorationsgesellschaft Standard Uranium (TSXV: STND, OTCQB: STTDF, FSE: 9SU0) hat weitere geologische und geochemische Auswertungen ihrer ersten Bohrkampagne auf dem Uranprojekt Corvo im Nordosten der Provinz Saskatchewan veröffentlicht. Nach Angaben des Unternehmens bestätigten die Analysen in allen neun fertiggestellten Bohrlöchern anomale Urangehalte. Das Projekt liegt nahe dem Wollaston Lake am östlichen Rand des Athabasca-Beckens.
55 Meter mit erhöhten Urangehalten
Insgesamt durchteuften die Bohrungen 55 Meter mit schwach anomalen Urangehalten von mehr als 10 ppm (Teilaufschluss). Darin enthalten sind 23 Meter mit mehr als 50 ppm Uran, die das Unternehmen als mäßig anomal einstuft, sowie 13 Meter mit über 100 ppm, die als stark anomal gelten. Die Schwellenwerte hat Standard Uranium selbst für kristalline Grundgebirgsgesteine definiert. Die angegebenen Abschnitte entsprechen Bohrkernlängen; die wahren Mächtigkeiten der mineralisierten Zonen lassen sich in diesem Explorationsstadium nach Unternehmensangaben nicht bestimmen.
Bei den gemeldeten Werten handelt es sich nicht um wirtschaftlich abbaubare Gehalte, sondern um geochemische Anomalien, die in der Frühphase der Exploration als Hinweis auf ein mineralisiertes System dienen. Begleitet werden die Uranwerte laut Mitteilung durchgängig von erhöhten Konzentrationen der sogenannten Pfadfinderelemente Vanadium, Kobalt, Kupfer und Nickel – Elemente, die in bekannten Uransystemen der Region häufig gemeinsam mit der Vererzung auftreten.
Geochemische Verhältniszahlen als Vektor
Ein Schwerpunkt der Auswertung liegt auf Verhältniszahlen. Das Uran-Thorium-Verhältnis lag im Mittel zwischen 1,5 und 5 und erreichte lokal Werte von 12 bis 21. Ein höheres Verhältnis gilt in der Explorationspraxis als Indiz dafür, dass Uran hydrothermal eingetragen wurde und nicht lediglich in widerstandsfähigen Akzessorien gebunden ist. Die verwendete Teilaufschluss-Analytik verstärkt diesen Effekt, weil sie den hydrothermalen Anteil betont.
Zusätzlich wertete das Unternehmen Bleiisotopenverhältnisse aus. Blei-206 und Blei-207 entstehen beim radioaktiven Zerfall von Uran-238 beziehungsweise Uran-235, während Blei-204 nicht radiogen ist und als Maß für den Hintergrundgehalt dient. Werte über 100 gelten dem Unternehmen zufolge als stark anomal. Über 405 Proben lag das Verhältnis 206Pb/204Pb im Mittel bei 147, 27 Proben überschritten den Wert 400, der Höchstwert erreichte 5.100. Standard Uranium leitet daraus ab, dass das Ausgangsmaterial deutlich uranreich im Verhältnis zu Thorium war.
Struktur und Alteration über drei Zielgebiete
Die geologische Modellierung der Bohrergebnisse ergab nach Unternehmensangaben eine Abfolge gestapelter graphitischer Störungen und Hochdeformationszonen, die mit hydrothermaler Alteration verbunden sind. Diese Merkmale wurden in allen drei getesteten Zielgebieten Manhattan, Brooklyn und Tribeca angetroffen.
Sean Hillacre, President und VP Exploration, ordnete die Auswertung so ein: „Wir haben Modelle uranangereicherter Gesteinspakete, Strukturen und der zugehörigen hydrothermalen Alteration erstellt, die dem fertilen System, das wir bei Corvo gerade erst zu testen beginnen, Maßstab und Kontext geben.“
Erste Bohrungen seit mehr als 40 Jahren
Im Winterprogramm 2026 wurden 2.457 Meter in zehn Erkundungsbohrungen niedergebracht, ein Bohrloch musste wegen der Bodenverhältnisse aufgegeben werden. Es handelte sich um die ersten Bohrungen auf dem Projekt seit mehr als 40 Jahren. Die Zielauswahl erfolgte in Zusammenarbeit mit Convolutions Geoscience Corporation auf Basis geophysikalischer Signaturen und struktureller Gegebenheiten. Bei Prospektionsarbeiten im Jahr 2025 waren an der Oberfläche mineralisierte Aufschlüsse und Blöcke kartiert worden, darunter das Vorkommen Manhattan mit einem Wert von bis zu 8,10 Prozent U3O8.
Das Projekt unterliegt einer dreijährigen Earn-in-Option von Aventis Energy (CSE: AVE). Aventis finanzierte das Winterprogramm, operativ geführt wurde es von Standard Uranium. Corvo liegt außerhalb des heutigen Randes des Athabasca-Beckens und umfasst nach Unternehmensangaben mehr als 29 Kilometer strukturelle Korridore mit mehreren bislang unerbohrten Zielen und geringer Überdeckung durch Geschiebemergel.
Weitere Arbeiten geplant
Für die kommenden Monate kündigte Standard Uranium zusätzliche Oberflächen- und geophysikalische Arbeiten an. Eine zweite Bohrphase ist für 2027 vorgesehen und soll dem Streichen der mineralisierten Bohrlöcher folgen sowie weitere vorrangige Ziele testen. Angaben zum Budget der geplanten Programme enthielt die Mitteilung nicht.
Standard Uranium hält nach eigenen Angaben Anteile an rund 94.440 Hektar Fläche im Athabasca-Becken, darunter die Projekte Davidson River, Sun Dog und mehrere Liegenschaften im östlichen Beckenbereich. Die im Unternehmenstext gezogene Parallele zur Lagerstätte Rabbit Lake ist eine geologische Einschätzung des Unternehmens; eine Ressourcenschätzung für Corvo liegt nicht vor. Zum Zeitpunkt der Nachrichtenveröffentlichung notierte die Aktie am 20. August 2026 um 9:57 Uhr mit einem Plus von 8,44 Prozent bei 0,049 Euro auf Tradegate.
Quelle: Nachrichten Ticker - Kategorie: Pressemitteilungen - www.wallstreet-online.de
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