Die kanadische Explorationsgesellschaft Fairchild Gold Corp. (TSXV: FAIR, OTCQB: FCHDF) hat ein Update zu ihrem Kupfer-Gold-Projekt Nevada Titan im südlichen Nevada veröffentlicht. Auf Basis einer unabhängigen geophysikalischen Auswertung wurden fünf vorrangige Explorationsziele definiert, die vor einem ersten Bohrprogramm weiter eingegrenzt werden sollen. Das Projekt liegt rund 35 Kilometer südwestlich von Las Vegas im historischen Bergbaudistrikt Goodsprings.
Die Interpretation stammt vom unabhängigen Beratungsunternehmen Wave Geophysics, LLC. Sie fasst mehrere Datensätze zusammen: regionale Geologie, Boden- und Gesteinsgeochemie, eine hochauflösende Drohnen-Magnetikvermessung (UAV-Magnetik), eine CSAMT-Widerstandsmessung, historische Titan-24-Daten zur induzierten Polarisation sowie regionale Schwere- und Magnetikdaten. Induzierte Polarisation und elektrischer Widerstand sind physikalische Gesteinseigenschaften, aus denen sich Rückschlüsse auf sulfidische Vererzung und Alteration ziehen lassen.
Modellierung deutet auf verdeckten Intrusivkörper
Zentrales Ergebnis der Arbeiten ist ein dreidimensionales Modell der magnetischen Suszeptibilität. Dabei wurde ein großer, tief liegender Körper mit geringer Suszeptibilität abgebildet, den die Berater als mögliche porphyrische Intrusion deuten. Dieses Merkmal bezeichnet das Unternehmen als einen der wichtigsten Hinweise aus der Studie.
Zusätzlich wurden zweidimensionale CSAMT-Schnittmodelle und Tiefenscheiben der historischen IP-Widerstandsdaten in 3D-Volumen überführt. Nach Darstellung des Unternehmens zeigen sich dabei mehrere Zonen, in denen erhöhte Widerstands- und Aufladbarkeitswerte räumlich mit auffälliger Geochemie zusammenfallen. Solche Überlagerungen gelten in der Exploration als typischer Hinweis auf hydrothermale Systeme, sind aber kein Nachweis einer wirtschaftlich abbaubaren Lagerstätte.
Ziele 1 und 2 stehen im Vordergrund
Von den fünf Zielgebieten stuft Fairchild die Ziele 1 und 2 als höchste Priorität ein. Ziel 1 ist durch erhöhte Kupferwerte in Boden- und Gesteinsproben, zusammenfallende Aufladbarkeits- und Widerstandsanomalien sowie seine Lage direkt über dem interpretierten tiefen Körper gekennzeichnet. Ziel 2 weist erhöhte Kupferwerte in Gesteinsproben auf, unter anderem in Exoskarn, ebenfalls verbunden mit koinzidenten geophysikalischen Anomalien. Es liegt nach der Interpretation über einem möglichen Apophysenast, also einem Ausläufer des größeren verdeckten Intrusivkörpers.
Die Ziele 3 und 4 stützen sich bislang im Wesentlichen auf geophysikalische Signale und benötigen laut Unternehmen zusätzliche geologische Bearbeitung. Ziel 5 wird durch auffällige Kupferwerte in Böden und Gesteinen gestützt.
Zunächst weitere Datenarbeit statt Bohrer
Fairchild betont, dass die Auswahl der Bohransatzpunkte mit Bedacht erfolgen soll. Das Management will deshalb vor dem Start der ersten Bohrkampagne weitere Daten integrieren. Auf der Liste der Empfehlungen stehen zusätzliche geologische Kartierungen in den Zielgebieten, die Beschaffung und Einbindung historischer Fugro-Daten aus Aeromagnetik, Radiometrie und Elektromagnetik, soweit verfügbar, sowie die Rückholung der Originaldatensätze der Titan-24-Messung von Quantec Geoscience. Alle Informationen sollen in ein umfassendes dreidimensionales Explorationsmodell einfließen.
Ziel ist es, die ersten Bohrlöcher so zu platzieren, dass sie die stärksten Kombinationen aus Geologie, Kupfergeochemie und geophysikalischer Reaktion prüfen. Einen Termin für den Bohrbeginn nannte das Unternehmen nicht; Angaben zu den finalen Bohrprioritäten und zum geplanten Programm sollen im weiteren Verlauf folgen.
Die Explorationsthese im Distrikt Goodsprings
Der Goodsprings-Distrikt blickt auf eine lange Geschichte des Kupfer- und Polymetallbergbaus zurück; historisch wurden dort Kupfer, Gold, Silber, Zink und Blei gewonnen. Geologisch dominieren karbonatische Wirtsgesteine, die von granitischen Plutonen, Gängen und Lagergängen durchschlagen werden, begleitet von verbreiteter Dolomitisierung, Marmor- und Skarnbildung. Die Infrastruktur bezeichnet das Unternehmen als gut, mit Straßenzugang, Strom in der Nähe und verfügbaren Wasserquellen.
Fairchilds Arbeitshypothese lautet, dass die zahlreichen oberflächennahen historischen Vorkommen die Randbereiche oder oberen Ausläufer eines größeren, verdeckten Systems sein könnten. Ein Porphyrsystem wurde auf Nevada Titan bislang nicht formell nachgewiesen. Wave Geophysics kommt in der Zusammenfassung zu dem Schluss, dass die integrierten Daten Hinweise auf ein großes verdecktes Intrusivsystem liefern und mehrere bohrwürdige Ziele vorliegen.
„Wir suchen auf Nevada Titan nicht einfach nach einem weiteren kleinen Vorkommen der Mineralisierung, die im Distrikt historisch abgebaut wurde. Wir versuchen zu verstehen, was sie erzeugt hat“, sagte Nikolas Perrault, Executive Chairman von Fairchild Gold. CEO Luis Martins verwies auf die Zusammenführung von Kupfergeochemie, Aufladbarkeit, Widerstand und interpretierten Intrusivstrukturen und begründete damit den aus seiner Sicht nötigen disziplinierten Ansatz bei der Zielauswahl.
Die wissenschaftlich-technischen Angaben der Mitteilung wurden von Richard R. Redfern, beratender Geologe und qualifizierte Person nach NI 43-101, geprüft und freigegeben. Neben Nevada Titan hält Fairchild die Projekte Golden Arrow mit einer bestehenden Gold-Silber-Ressource im Walker-Lane-Gürtel sowie Carlin Queen. Die Fairchild-Aktie notierte in Frankfurt zuletzt bei 0,035 Euro, unverändert gegenüber dem Vortagesschluss.
Quelle: FinanzNachrichten.de: News
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