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Fondsmanager verwalten nicht selten Millionen von Euro oder Dollar für ihre Anleger. Die Verantwortung ist groß und der Arbeitsalltag sehr abwechslungsreich. Doch wie wird man eigentlich Fondsmanager?
Fondsmanager müssen absolute Experten auf ihrem Gebiet sein. Sie treffen weitreichende Entscheidungen für die Geldanlage ihrer Kunden und können damit sowohl für Gewinne als auch Verluste verantwortlich sein. Um jedoch die Ausbildung und die Arbeit eines Fondsmanagers genauer verstehen zu können, sollte zunächst geklärt werden, was ein Fonds überhaupt ist.
Was ist ein Fonds?
Ein Fonds ist ein großer Investment-Topf, in welchen viele Anleger ihr Geld stecken. Das gesammelte Kapital wird anschließend von einem Fondsmanager in Wertpapiere oder Immobilien investiert. Die genaue Strategie hängt hierbei von der Art und den Grundsätzen des Fonds ab. So kann es bestimmte Gebiete und Thematiken geben, auf die sich die Investitionen fokussieren. Entsprechend dieser Ausrichtungen variieren auch die Renditen und das Risiko. Grundlegend soll jedoch über eine breite Streuung der Anlagen eine Risikominimierung erreicht werden. Demnach ist es für einen Investor sicherer, sein Kapital auf mehrere Wertpapiere aufzuteilen, als sich auf lediglich eine Aktie zu beschränken. Andererseits ist das Ziel eines aktiv gemanagten Fonds, eine attraktive Rendite zu erzielen. Der Fondsmanager soll durch seine Erfahrung und Expertise die richtigen Kauf- oder Verkaufsentscheidungen treffen und somit überdurchschnittliche Gewinne für die Anleger erzielen. Dieser Anspruch ist hingegen naturgemäß mit einem gewissen Risiko verbunden.
Was macht ein Fondsmanager?
Wie bereits erklärt, verwaltet ein Fondsmanager das Fondsvermögen und trifft Investitionsentscheidungen anhand der vorher von ihm definierten Anlagestrategie. Um diese Arbeit verantwortungsbewusst und zuverlässig ausführen zu können, muss sich der Fondsmanager fachlich sehr gut auf dem jeweiligen Gebiet auskennen. Zu seinen Aufgaben gehört es deshalb, sich ständig über die neuesten wirtschaftlichen, politischen und sozialen Entwicklungen zu informieren. Hierzu tauscht er sich ständig mit anderen Fachleuten und Führungskräften aus. Außerdem verfolgt er durchgehend das tägliche Geschehen an den Finanzmärkten. Nachrichten jeglicher Art, ob positiv oder negativ, können Einfluss auf die Investitionen nehmen und einen Eingriff des Fondsmanagers erfordern. Außerdem analysieren Fondsmanager die wirtschaftlichen Kennzahlen und das Geschäftsmodell von Unternehmen, um potenzielle Investments zu identifizieren und bestehende Investitionen neu zu bewerten. Diese Begutachtung findet nicht nur am Schreibtisch statt. Die Manager reisen hierbei auch zu den entsprechenden Unternehmen, schauen sich deren Prozesse detailliert an und sprechen mit den verantwortlichen Führungskräften. Das Ziel ist die Erwirtschaftung einer außergewöhnlichen Rendite sowie ein besseres Abschneiden als vergleichbare Fonds.
Wie wird man Fondsmanager?
Der Weg zum Fondsmanager ist nicht genau definiert. Sollte man allerdings aktiv diesen Berufswunsch verfolgen, ist ein betriebswirtschaftliches bzw. volkswirtschaftlichen Studium die wohl naheliegendste Entscheidung. Der Schwerpunkt sollte im Bereich des Finanzmarkts liegen. Es ist ratsam, schon während des Studiums Praktika im Fondsmanagement zu absolvieren, um erste Einblicke zu erlangen und Referenzen für den späteren Berufseinstieg zu sammeln. Nach dem Abschluss des Studiums folgt schließlich die Arbeit an der Seite eines erfahrenen Fondsmanagers. Dieser lehrt den Aspiranten das Handwerk und bereitet sie auf die selbstständige Verwaltung des Vermögens vor. Nach mehrjähriger Erfahrung bietet sich dann die Chance, einen Posten als Fondsmanager zu erhalten. Neben diesem Weg gibt es jedoch auch noch weitere Möglichkeiten, Fondsmanager zu werden. So können auch Quereinsteiger wie Mathematiker, Physiker, Mediziner oder Ingenieure Einzug in den Berufsstand finden. Je nach Fokus des Fonds sind diese Personen ebenfalls Experten auf dem jeweiligen Gebiet der Kapitalanlage.
Die grundlegenden Eigenschaften, die ein Fondsmanager mitbringen muss, sind eine gute analytische Auffassungsgabe und ein hohes Verantwortungsbewusstsein. Außerdem muss er sehr belastbar sein und unter Druck stets einen kühlen Kopf behalten können. Darüber hinaus sind durch die internationale Ausrichtung gute Sprachkenntnisse gefordert.
Was verdient ein Fondsmanager?
Die Arbeit als Fondsmanager ist keinesfalls ein Nine-to-Five-Job. Die Tage können mitunter sehr lang und äußerst stressig werden. Rund um die Uhr geschehen Dinge, die das Investment beeinflussen könnten. Dafür ist die Bezahlung eines Fondsmanagers durchaus stattlich. Einsteiger auf diesem Gebiet können laut Angaben der Treuenfels Personalberatung schon zwischen 60.000 und 90.000 Euro brutto im Jahr verdienen. Sehr Erfahrene und alleinverantwortliche Fondsmanager beziehen sogar Bruttojahresgehälter von 150.000 bis 200.000 Euro. Hinzu kommen noch erfolgsabhängige Boni, die das Einkommen zusätzlich erhöhen.
Redaktion
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19 Kommentare
Ich frage mich, wie sich die zunehmende Digitalisierung und der Einsatz von künstlicher Intelligenz auf die Arbeit von Fondsmanagern auswirken werden. Werden sie durch Algorithmen ersetzt?
Das ist eine berechtigte Frage. Ich glaube, KI wird eher als Werkzeug dienen, um die Analyse zu unterstützen, aber die letztendliche Entscheidung liegt immer noch beim Fondsmanager.
Es ist interessant zu sehen, wie die globale Wirtschaft die Entscheidungen eines Fondsmanagers beeinflussen kann. Wie bereiten sich Fondsmanager auf unvorhergesehene Ereignisse vor, wie z.B. politische Krisen?
Der Artikel betont, dass Fondsmanager Experten sein müssen und sowohl Gewinne als auch Verluste verantworten können – ist der psychische Druck in diesem Beruf wirklich so hoch, wie es klingt?
Die Analyse von wirtschaftlichen Kennzahlen und Geschäftsmodellen klingt nach einer sehr anspruchsvollen Aufgabe. Welche spezifischen Kennzahlen sind für Fondsmanager besonders relevant?
Ich habe gelesen, dass der Weg zum Fondsmanager oft über ein anspruchsvolles Studium und zusätzliche Zertifizierungen führt. Welche Studiengänge sind besonders empfehlenswert?
Finanzwirtschaft, Volkswirtschaftslehre oder auch Mathematik sind gute Grundlagen, aber ein CFA-Zertifikat ist in der Praxis oft unerlässlich.
Die Reise zu den Unternehmen, um sich ein Bild von den Prozessen zu machen, klingt nach einem spannenden Teil des Jobs. Wie oft machen Fondsmanager solche Besuche und wie werden sie geplant?
Mich hat besonders der Aspekt der breiten Streuung der Anlagen zur Risikominimierung angesprochen. Das erklärt, warum Fonds oft als sicherer gelten als Einzelaktien, obwohl sie natürlich auch Risiken bergen.
Der Artikel erwähnt, dass Fondsmanager sich ständig über wirtschaftliche, politische und soziale Entwicklungen informieren müssen. Welche Quellen sind dafür besonders wichtig und zuverlässig?
Der Artikel beschreibt die Aufgaben eines Fondsmanagers sehr umfassend. Gibt es Spezialisierungen innerhalb des Berufsbildes, beispielsweise auf bestimmte Branchen oder Anlageklassen?
Die ständige Beobachtung der Finanzmärkte muss sehr stressig sein. Wie gehen Fondsmanager mit diesem Druck um und vermeiden Burnout?
Ich finde es gut, dass der Artikel die Notwendigkeit einer klaren Anlagestrategie hervorhebt. Ohne diese, scheint es, kann man als Fondsmanager schnell den Überblick verlieren.
Die Erwartung ‚überdurchschnittlicher Gewinne‘ für Anleger ist natürlich verlockend, aber der Artikel weist auch auf das damit verbundene Risiko hin. Wie bewerten Fondsmanager dieses Risiko im Verhältnis zur potenziellen Rendite?
Der Artikel erklärt gut, was ein Fondsmanager macht, aber er geht nicht auf die benötigten Soft Skills ein. Sind Kommunikationsfähigkeit und Überzeugungskraft genauso wichtig wie Fachwissen?
Die Beschreibung des Fonds als ‚Investment-Topf‘ ist sehr anschaulich. Aber wie unterscheidet sich ein aktiv gemanagter Fonds von einem passiven ETF, wenn beide in Wertpapiere investieren?
Es ist faszinierend, dass Fondsmanager nicht nur am Schreibtisch sitzen, sondern auch Unternehmen besuchen und sich ein Bild von den Prozessen machen. Wie zeitaufwendig ist diese Recherche tatsächlich?
Die Tatsache, dass Fondsmanager mit Millionenbeträgen hantieren, ist schon beeindruckend. Welche ethischen Richtlinien müssen sie dabei beachten, um Interessenkonflikte zu vermeiden?
Es ist wichtig zu verstehen, dass Fondsmanager nicht nur Käufe, sondern auch Verkäufe tätigen müssen. Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Verkauf, um Gewinne zu sichern oder Verluste zu begrenzen?