Der US-Technologieanbieter Datavault AI Inc. (Nasdaq: DVLT) hat eine verbindliche Vereinbarung zur vollständigen Übernahme des Cybersecurity-Unternehmens CyberCatch Holdings, Inc. (TSXV: CYBE; OTCQB: CYBHF) unterzeichnet. Datavault AI zahlt 94,5 Millionen US-Dollar in Bargeld für 100 Prozent der CyberCatch-Aktien. Der Betrag bezieht sich auf rund 26,8 Millionen ausgegebene und ausstehende Stammaktien.
3,53 US-Dollar je Aktie, keine Aktienkomponente
Rechnerisch ergibt sich daraus ein Preis von 3,53 US-Dollar je CyberCatch-Aktie, der vollständig in Bar geleistet werden soll. Eine Bezahlung in eigenen Anteilen ist nicht vorgesehen. Sämtliche ausstehenden verwässernden Wertpapiere von CyberCatch – dazu zählen typischerweise Optionen und Optionsscheine – sollen auf Basis einer sogenannten Cashless Exercise ausgetauscht werden. Bei diesem Verfahren wird kein Ausübungspreis in Bar geleistet; der Wert wird stattdessen durch eine reduzierte Stückzahl abgebildet.
Die Transaktion ist als gerichtlich genehmigter Plan of Arrangement nach dem Business Corporations Act der kanadischen Provinz British Columbia strukturiert. Dieses in Kanada gängige Verfahren bündelt die Übernahme in einem Beschluss, der von einem Gericht bestätigt wird. Der Abschluss steht unter dem Vorbehalt von Zustimmungen der Gremien, der Börse sowie erforderlicher Behörden- und Aktionärsvoten. Einen Zeitplan oder ein erwartetes Closing-Datum nannte das Unternehmen in der Mitteilung nicht.
CyberCatch bleibt als Tochtergesellschaft in San Diego
Nach dem Vollzug soll CyberCatch als Tochtergesellschaft von Datavault AI mit Sitz in San Diego, Kalifornien, weitergeführt werden. Gründer, Chairman und CEO Sai Huda soll die Tochter als President leiten und dabei an Nathaniel T. Bradley berichten, den Vorstandschef von Datavault AI. Zu Veränderungen in der Belegschaft oder zur künftigen Markenführung machte das Unternehmen keine Angaben.
CyberCatch bietet nach eigener Darstellung eine patentierte, KI-gestützte Plattform für kontinuierliche Compliance-Prüfung und die Minderung von Cyberrisiken. Datavault AI wiederum positioniert sich als Anbieter von Technologien für Datenmonetarisierung, digitale Nachweise und Zugangsberechtigungen, digitales Engagement sowie die Tokenisierung realer Vermögenswerte (Real-World Assets). Bei der Tokenisierung werden Rechte an physischen oder finanziellen Vermögenswerten digital auf einer Blockchain abgebildet.
Einbindung in das QPN-Ökosystem geplant
Die CyberCatch-Plattform soll in das Quantum Private Network (QPN) GPU-Ökosystem von Datavault AI integriert werden. Das Unternehmen verweist in diesem Zusammenhang zusätzlich auf seine als SanQtum bezeichnete abgesicherte Edge-Umgebung, in der die Compliance- und Risikofunktionen von CyberCatch künftig zum Einsatz kommen sollen. Konkrete Umsatz- oder Ergebnisbeiträge, die sich aus der Zusammenführung ergeben sollen, wurden nicht quantifiziert.
Zur Begründung der Transaktion verweist Datavault AI auf die Größe des Zielmarkts. Gartner veranschlagte die weltweiten Endkundenausgaben für Informationssicherheit für 2025 auf 213 Milliarden US-Dollar. Diese Prognose nutzt das Unternehmen als Referenzrahmen für das Marktpotenzial der übernommenen Plattform.
Verweis auf schnellere KI-gestützte Angriffe
Als weiteres Argument nennt Datavault AI die veränderte Bedrohungslage: Angreifer setzten zunehmend KI ein, um Netzwerke zu kompromittieren und Ransomware binnen Minuten nach dem Erstzugriff auszurollen. Mit Bezug auf den 2026 Global Threat Report von CrowdStrike heißt es, KI-gestützte Angriffe seien 2025 um 89 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Zugleich sei die durchschnittliche "Breakout Time" im eCrime-Bereich – also die Zeitspanne vom ersten Eindringen bis zum Abfluss von Daten – auf 29 Minuten gesunken, was einem Tempozuwachs von 65 Prozent gegenüber 2024 entspricht.
Deutliche Kursreaktion bei der Zielgesellschaft
In den vom Nachrichtenportal ausgewiesenen Kursdaten spiegelte sich die Ankündigung vor allem bei der Zielgesellschaft: Die CyberCatch-Aktie wurde mit einem Tagesplus von 91,63 Prozent bei 1,97 Euro geführt, während Datavault AI mit 0,3211 US-Dollar und einem Zuwachs von 3,58 Prozent notierte. Auf längere Sicht weisen die Datenreihen für Datavault AI deutlich negative Werte aus, unter anderem minus 45,77 Prozent über ein Jahr.
Offen bleibt nach der Mitteilung, wie Datavault AI den Kaufpreis finanziert. Angaben zu einer Finanzierungszusage, zu Fremdkapital oder zu einem Eigenmittelanteil enthält die Bekanntgabe nicht. Zur Finanzierung der 94,5 Millionen US-Dollar machte das Unternehmen keine Angaben – ein Punkt, der angesichts der Größenordnung im Verhältnis zur eigenen Börsenbewertung für Anleger relevant sein dürfte. Ebenso unklan bleibt, ob und in welcher Form Kernaktionäre von CyberCatch bereits Unterstützungserklärungen für den Plan of Arrangement abgegeben haben.
Quelle: Nachrichten Ticker - Kategorie: Weitere Nachrichten - www.wallstreet-online.de
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