Die deutschen Aktienmärkte haben sich in der Kalenderwoche 31 trotz eines schwierigen Umfelds nahe ihrer Höchststände gehalten. Belastungsfaktoren gab es genug: den Iran-Krieg samt Sperrung der Straße von Hormus, Zinsunsicherheit nach einem Auftritt des Fed-Chefs, der sich nicht in die Karten schauen ließ, sowie enttäuschende Zahlen etwa bei Adidas und Google. Die Quartalsberichte der großen US-Technologiekonzerne fielen überwiegend überzeugend aus, und die Ölpreise reagierten auf die Hormus-Sperrung verhältnismäßig verhalten. Zusätzliche Unsicherheit kam von leistungsfähigen KI-Modellen aus China und dem Aufbau eines staatlich finanzierten ASML-Konkurrenten in der Volksrepublik.
Mutares schließt größte Transaktion der Firmengeschichte ab
Bei den Nebenwerten stand die Beteiligungsgesellschaft Mutares im Fokus. Mutares hat die Übernahme des Car-Top-Systems-Geschäfts von Magna abgeschlossen – nach eigenen Angaben die größte Transaktion der Unternehmensgeschichte. In den Halbjahreszahlen stieg der Konzernumsatz auf 3,4 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2026, das bereinigte operative Ergebnis drehte deutlich; die Jahresziele wurden bestätigt.
Zugekauft hat auch Krones: Der Hersteller von Getränkeabfüllanlagen übernimmt das Unternehmen Wiro. Jefferies senkte das Kursziel dennoch von 184 auf 170 Euro und blieb bei der Einstufung „Buy“. Nemetschek erwarb den Softwarehändler Computerworks – der UBS reichte das nicht: Die Bank kürzte das Kursziel nach den Zweitquartalszahlen von 53 auf 52 Euro und bestätigte ihr Verkaufsvotum.
Rating-Upgrade für Hochtief, verdoppeltes Kursziel für Gerresheimer
S&P hob das Kreditrating von Hochtief um eine Stufe auf BBB. Die Aktie gab zunächst dennoch nach, Barclays reduzierte das Kursziel leicht von 493 auf 487 Euro bei der Einstufung „Equal Weight“. Deutlich stärker bewegte sich die Analystenmeinung bei Gerresheimer: Die UBS erhöhte das Kursziel von 12,90 auf 28,50 Euro und stufte den Verpackungsspezialisten von „Sell“ auf „Neutral“ hoch. Deutsche Bank Research hob das Ziel von 22 auf 26 Euro an, blieb aber bei „Hold“.
Steyr Motors: Gespräche beendet
Bei Steyr Motors war die Aktie in der Vorwoche zeitweise um 20 Prozent gestiegen, nachdem Übernahmespekulationen um einen US-Spezialisten für Drohnen und Robotik aufgekommen waren. Die Übernahmegespräche wurden anschließend abgebrochen. Bei IVU Traffic Technologies stand eine Kapitalmarktinformation zum laufenden Aktienrückkaufprogramm im Mittelpunkt; die Aktie hatte Ende Juli bei 23,30 Euro ein Allzeithoch markiert.
Halbjahreszahlen: Drägerwerk stark, Villeroy & Boch mit Umsatzminus
Nach den detaillierten Halbjahreszahlen legte die im SDax notierte Drägerwerk-Vorzugsaktie kräftig zu. Seit Anfang Juli summierte sich das Plus auf rund 37 Prozent, am Montag notierte das Papier bei 110 Euro – dem höchsten Stand seit mehreren Jahren. Firmenchef Stefan Dräger warnte parallel vor dem Niedergang der deutschen Chemieindustrie.
Villeroy & Boch verbuchte im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang, den das Unternehmen mit geopolitischen Spannungen und der Veräußerung der Marken Gustavsberg und Vatette begründete. Die Jahresprognose wurde bestätigt, der Auftragsbestand gilt als Stütze. TeamViewer verwies nach den Q2-Zahlen auf rund 500.000 KI-Sitzungen; die DZ Bank hob ihre Zielmarke auf 9 Euro an. Bei Rheinmetall bestellte die Bundeswehr laut Mitteilung 149 mobile Rettungsstationen, die Aktie setzte ihre Erholung fort.
Quelle: FinanzNachrichten.de: Nachrichten zu Deutschland Small Cap 70
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