Brasilien bekommt Zugang zu einem Radionuklid, das in der Krebsbehandlung als Weiterentwicklung bekannter Isotope gilt. Eckert & Ziegler Brazil, eine Tochtergesellschaft der Berliner Eckert & Ziegler SE, und der niederländische Hersteller TerThera haben einen Liefervertrag für Terbium-161 unterzeichnet.
WKN 565970 · ISIN DE0005659700
Chart: XETRA, 3 Monate · Kursangabe im Text: Schlusskurs vom 13. Oktober 2026
Das Abkommen schafft erstmals eine reguläre Versorgungskette für das Isotop in Südamerika. Wer Anteile an Eckert & Ziegler hält, sieht damit eine Erweiterung des lateinamerikanischen Geschäfts – in einem Segment, das von Radioligandentherapien lebt und in dem das Unternehmen bereits seit Jahren präsent ist.
Terbium-161 wird durch Neutronenaktivierung hergestellt und trägt keine Trägersubstanz, was im Fachjargon als carrier-free bezeichnet wird. Es weist ähnliche chemische Eigenschaften auf wie Lutetium-177, das in der nuklearmedizinischen Tumortherapie seit Jahren eingesetzt wird. Zusätzlich emittiert es sogenannte Auger-Elektronen mit einer höheren linearen Energieübertragung – was bedeutet, dass das Isotop seine Strahlungsenergie auf engerem Raum abgibt. Klinische Ergebnisse zeigen eine Antitumorwirkung auch bei Patienten, bei denen herkömmliche Medikamente nicht mehr anschlugen.
Lokale Forschung und Versorgung
Die Vereinbarung ermöglicht es brasilianischen Einrichtungen, Terbium-161 direkt vor Ort mit Peptiden, Antikörpern und anderen Targeting-Wirkstoffen zu kombinieren. TerThera-Chef Philippe van Overeem verwies darauf, dass sein Unternehmen Brasilien fast zwei Jahrzehnte lang mit Lutetium-177 beliefert hatte, bevor es den Markt verließ. Nach sechsjähriger Pause kehrt TerThera nun mit Terbium-161 zurück – einem Isotop, das nach eigener Einschätzung wirksamer gegen Mikrometastasen und schwer behandelbare Tumore sein soll.
Fabrício Diel, Geschäftsführer von Eckert & Ziegler Brazil, betonte, dass die kürzere regionale Lieferkette klinischen Einrichtungen schnelleren Zugang zur Therapie verschaffe. Details zur Laufzeit des Vertrags oder zu erwarteten Umsätzen enthält die Mitteilung nicht.
Die Aktie von Eckert & Ziegler schloss am Tag der Mitteilung bei 12,37 Euro und blieb damit nahezu unverändert gegenüber dem Vortag.
Offen bleibt, wann das erste Terbium-161-haltige Radiopharmazeutikum in Brasilien tatsächlich zur Behandlung eingesetzt werden kann – das hängt von den laufenden klinischen Studien und regulatorischen Zulassungsprozessen ab, zu denen die Mitteilung keine Zeitangaben macht.
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