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US-Präsident Donald Trump hat mit seinen jüngsten Äußerungen zu Grönland und Strafzöllen die Finanzmärkte kurzzeitig auf eine Berg- und Talfahrt geschickt. Klaus Niedermeier, Leiter Investment Strategie der apoBank, teilt dazu mit:
„Wie kurzlebig politische Aussagen für die Entwicklung an den Kapitalmärkten sein können, hat erneut US-Präsident Donald Trump demonstriert. Seine Maximalforderung, Grönland um jeden Preis ins Staatsgebiet der USA einzuverleiben, hat er während seiner Davos-Rede zunächst selbst abgeschwächt, als er sagte, dass die USA gegenüber Grönland keine Gewalt anwenden würden.
Kurze Zeit später verkündete Donald Trump über seinen privaten Nachrichtenkanal Truth Social die Rücknahme der angedrohten Strafzölle gegen acht europäische Länder, weil er sich mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte über Grönland und die gesamte Arktis Region in einem nicht näher genannten „Deal“ geeinigt habe. Die Aktienmärkte reagierten darauf mit Erleichterung, und sie konnten einen Großteil der Verluste der vergangenen Tage wieder wettmachen.
Derweil hat der Goldpreis seine Rallye fortgesetzt. Obwohl sich die Feinunze in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt hat – von 2.065 USD auf 4.324 USD – legte das Edelmetall in den ersten drei Handelswochen des Kalenderjahres 2026 erneut um mehr als 10 Prozent zu.
Aus unserer Sicht sprechen drei Gründe für eine Fortsetzung der Gold-Hausse: Die Aussicht auf sinkende Leitzinsen in den USA, das angeschlagene Vertrauen in den US-Dollar wegen Trumps Attacken gegen die US-Notenbank sowie die ungebrochene Nachfrage von Notenbanken und Finanzinvestoren nach dem Edelmetall.
Ein Überspringen der nächsten wichtigen psychologischen Marke von 5.000 USD pro Feinunze Gold halten wir im Jahresverlauf für sehr wahrscheinlich.“
Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der apoBank – Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
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18 Kommentare
Ich frage mich, ob die Erleichterung an den Aktienmärkten nach Trumps Rücknahme der Drohungen nur kurzfristig ist. Werden die Unsicherheiten bezüglich seiner Handelspolitik langfristig zu einer Flucht in sichere Häfen wie Gold führen?
Ich finde es gut, dass die apoBank die politischen Risiken, die Trump mit sich bringt, offen anspricht und deren Auswirkungen auf den Goldpreis analysiert. Das ist eine realistische Einschätzung.
Die anhaltende Nachfrage von Notenbanken nach Gold ist ein interessanter Aspekt. Gibt es Hinweise darauf, welche Länder besonders aktiv im Goldankauf sind und welche Motive dahinterstehen?
Die Erwähnung der Davos-Rede und der anschließenden ‚Truth Social‘-Mitteilung zeigt, wie unvorhersehbar Trumps Entscheidungen sein können. Das erhöht die Volatilität und begünstigt Gold als sicheren Hafen.
Die Fokussierung auf die Arktis-Region im Zusammenhang mit Trumps Grönland-Interesse ist bemerkenswert. Könnte der zunehmende Zugang zu Ressourcen in der Arktis langfristig den Goldpreis beeinflussen?
Die Tatsache, dass Finanzinvestoren weiterhin Gold nachfragen, zeigt, dass sie langfristig von einem Wertzuwachs ausgehen. Welche Art von Investoren sind hier besonders aktiv – institutionelle Anleger oder Privatanleger?
Die Verdopplung des Goldpreises von 2.065 USD auf 4.324 USD in zwei Jahren ist eine bemerkenswerte Entwicklung – wie bewerten Sie die Nachhaltigkeit dieser Rallye angesichts historischer Daten?
Die Aussage, dass die Kapitalmärkte auf Trumps Aussagen ‚kurzlebig‘ reagieren, stimmt oft. Aber die anhaltende Unsicherheit, die er erzeugt, treibt Anleger langfristig in sichere Anlagen wie Gold.
Ich bin skeptisch, ob der Goldpreis tatsächlich so stark von politischen Aussagen beeinflusst wird, wie hier dargestellt. Gibt es auch andere fundamentale Faktoren, die eine größere Rolle spielen?
Wenn die US-Leitzinsen tatsächlich sinken, wie von der apoBank erwartet, welche Auswirkungen hätte das auf die Renditen anderer Anlageklassen und wie würde sich das auf die Goldnachfrage auswirken?
Ich habe in den letzten Jahren selbst in Gold investiert und profitiere von der Preissteigerung. Die Analyse der apoBank bestätigt meine Entscheidung, an dieser Anlage festzuhalten.
Die Erwähnung des ‚Deals‘ zwischen Trump und Rutte über Grönland und die Arktis ist vage. Gibt es unabhängige Quellen, die diese Vereinbarung bestätigen oder weitere Details liefern?
Die Aussage, dass Trump Strafzölle gegen europäische Länder zurückgenommen hat, weil er sich mit Rutte über Grönland geeinigt hat, klingt sehr ungewöhnlich; könnte das ein strategischer Schachzug sein, um andere Handelsverhandlungen zu beeinflussen?
Die apoBank scheint sehr zuversichtlich, dass Gold die 5.000 USD-Marke überschreiten wird. Welche konkreten Ereignisse oder Datenpunkte würden diese Prognose Ihrer Meinung nach beschleunigen oder verlangsamen?
Das ‚angeschlagene Vertrauen in den US-Dollar‘ aufgrund von Trumps Attacken gegen die Fed ist ein wichtiger Punkt. Könnte diese Entwicklung auch andere Währungen stärken und somit den Goldpreis indirekt beeinflussen?
Die Rallye des Goldpreises in den ersten drei Handelswochen des Jahres 2026 um über 10 Prozent ist ein starkes Signal. Ist das ein Indikator für einen noch stärkeren Jahresbeginn im Vergleich zu den Vorjahren?
Die apoBank geht von einer Überschreitung der 5.000 USD-Marke aus. Welche Risiken könnten diese Prognose zunichte machen, beispielsweise eine unerwartete Stärke des US-Dollars oder eine Zinswende?
Die Kombination aus sinkenden Zinsen, Dollar-Schwäche und Notenbanknachfrage scheint eine sehr günstige Ausgangslage für Gold zu sein. Wie hoch schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass diese Faktoren gleichzeitig anhalten?