Auf dem Projekt Pilley's Island im Norden der kanadischen Provinz Neufundland laufen geophysikalische Messungen. Wie Great Atlantic Resources Corp. (TSXV: GR) mitteilte, hat Optionspartner HM Exploration Corp. Bohrloch- und Oberflächenmessungen begonnen. Eingesetzt wird die Methode der zeitbereichsbasierten Elektromagnetik (Time-Domain Electromagnetic, TDEM). Beauftragt wurde dafür der Dienstleister Crone Geophysics.
Wer hinter dem Projekt steht
Great Atlantic Resources mit Sitz in Vancouver ist Eigentümerin des Projekts. HM Exploration (CSE: HM) hält eine Option auf einen Anteil von 100 Prozent an Pilley's Island und führt die Explorationsarbeiten durch. Das Unternehmen bezeichnet das Gebiet in eigenen Mitteilungen als Lewis Pilley's Project. Zu den finanziellen und zeitlichen Bedingungen der Option macht die Mitteilung keine Angaben; auch Kosten der laufenden Messkampagne wurden nicht genannt.
Optionsvereinbarungen sind im Rohstoffsektor ein verbreitetes Modell: Der Eigentümer eines Grundstücks überlässt einem Partner das Recht, durch Ausgaben für Exploration oder Zahlungen einen Anteil zu erwerben. Der Eigentümer selbst muss dafür kein eigenes Kapital in den Boden stecken.
Was gemessen wird
Die Arbeiten setzen an der Zone Clifford Jones an, die auch als Bull Road Zone bezeichnet wird. Dort hatte HM Exploration eine erste Bohrphase absolviert. Die Messungen erfolgen sowohl an der Oberfläche als auch im Bohrloch – dokumentiert ist unter anderem eine Messung im Bohrloch PI-26-001 an der Zone Clifford Jones. Ziel ist es nach Angaben von HM Exploration, mögliche Fortsetzungen bereits bekannter mineralisierter Zonen sowie weitere leitfähige Ziele im Umfeld der ersten Bohrungen zu erfassen.
Der methodische Hintergrund: Bei TDEM wird ein elektromagnetisches Feld erzeugt und anschließend die Abklingreaktion im Untergrund gemessen. Körper mit hoher elektrischer Leitfähigkeit erzeugen dabei ein deutlicheres Signal als das umgebende Gestein. Genau darauf zielt die Kampagne ab, denn vulkanogene Massivsulfid-Lagerstätten enthalten häufig gut leitfähige Sulfidminerale und liefern deshalb eine messbare elektromagnetische Antwort. Solche als VMS bezeichneten Vorkommen gelten weltweit als Quelle für Kupfer, Zink, Blei, Silber und Gold.
Vorbereitung der zweiten Bohrphase
Die erhobenen Daten sollen unmittelbar in die Planung weiterer Bohrungen einfließen. Nach Angaben von HM Exploration ist ein Phase-Zwei-Bohrprogramm für das späte Jahr 2026 vorgesehen. Die Lage der Bohrungen soll auf Basis der Messergebnisse festgelegt werden. Zu Umfang, Bohrmetern oder Budget dieses Programms enthält die Mitteilung keine Details.
Zum Ergebnis der ersten Bohrphase äußerte sich Nick Rodway, President und CEO von HM Exploration. Nach seiner Darstellung bestätigte die erste Bohrphase die Kontinuität in beiden Linsen, der oberen und der unteren.
„Die laufenden EM-Messungen werden entscheidend dazu beitragen, die Ziele für unser Phase-Zwei-Bohrprogramm zu verfeinern“, sagte Rodway. Die Bohrloch- und Oberflächendaten sollten helfen, mögliche Fortsetzungen zu bewerten und zusätzliche leitfähige Ziele zu identifizieren, die massive Sulfidmineralisierung darstellen könnten.
Rodway kündigte an, die Ergebnisse zu veröffentlichen, sobald die Messungen und deren Auswertung abgeschlossen seien. Einen Termin dafür nennt die Mitteilung nicht.
Einordnung durch Great Atlantic
Anderson, CEO von Great Atlantic, verwies auf die vorangegangenen Bohrungen des Partners. Diese bestätigten aus seiner Sicht das Explorationspotenzial des Projekts und der Provinz. Die aktuellen Arbeiten sollten zusätzliche Informationen über mögliche Erweiterungen bekannter mineralisierter Zonen liefern und dabei helfen, neue Ziele für Folgearbeiten zu bestimmen.
Aus Sicht von Great Atlantic verändert die Kampagne die eigene Bilanz zunächst nicht: Die Arbeiten werden vom Optionspartner durchgeführt und finanziert. Für das Unternehmen ist der Fortschritt auf Pilley's Island vor allem insofern relevant, als Explorationsfortschritte die Wahrscheinlichkeit beeinflussen, dass der Partner die Option weiterverfolgt.
Offene Punkte
Belastbare Aussagen über Größe oder Gehalte einer möglichen Mineralisierung lassen die vorliegenden Angaben nicht zu. Geophysikalische Anomalien sind Hinweise auf leitfähige Körper im Untergrund; sie können durch Sulfide verursacht werden, aber auch andere Ursachen haben. Erst Bohrungen können zeigen, ob ein Ziel tatsächlich Mineralisierung enthält. Konkrete Analyseergebnisse aus der ersten Bohrphase nennt die Mitteilung nicht, ebenso keine Ressourcenschätzung für das Projekt.
Damit bleibt die Nachricht ein Zwischenschritt im Explorationsprozess: Messungen laufen, die Auswertung steht aus, Bohrungen folgen im späten Jahresverlauf. Neue Erkenntnisse hängen von der Interpretation der TDEM-Daten und vom Verlauf des zweiten Bohrprogramms ab.
Quelle: Nachrichten Ticker - Kategorie: Pressemitteilungen - www.wallstreet-online.de
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