Der kanadische Goldproduzent IAMGOLD hat die Veräußerung seiner Beteiligung an einem Explorationsprojekt im Senegal abgeschlossen. Nach Angaben des Unternehmens vom 10. August 2026 wurde der Verkauf des indirekten 35-Prozent-Anteils am Bambadji-Joint-Venture an Fortuna Mining vollzogen. Mitverkauft wurde der anteilige Anspruch an der benachbarten Explorationslizenz Bambadji Sud. Alle Beträge der Transaktion sind in US-Dollar ausgewiesen.
Rund 70 Millionen US-Dollar für IAMGOLD
Aus dem Verkauf fließen IAMGOLD nach eigenen Angaben rund 70 Millionen US-Dollar an Barerlösen zu, vor Steuern und Transaktionskosten. Anfallende Kapitalertragssteuern im Senegal sind darin ebenfalls noch nicht berücksichtigt. Das Unternehmen ordnet den Schritt als Monetarisierung eines nicht zum Kerngeschäft gehörenden Explorationsvermögens ein und verweist darauf, sich weiter auf das bestehende Portfolio aus produzierenden Minen und Entwicklungsprojekten konzentrieren zu wollen.
Auf 100-Prozent-Basis, also bezogen auf beide Joint-Venture-Partner gemeinsam, setzt sich die Gegenleistung von Fortuna aus zwei Komponenten zusammen: 200 Millionen US-Dollar in Bar, zahlbar bei Closing, sowie einer Royalty. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Net Smelter Return Royalty (NSR) in Höhe von 0,5 Prozent. Eine NSR-Royalty ist eine Beteiligung am Erlös aus dem verkauften Metall nach Abzug bestimmter Verarbeitungs- und Transportkosten. Die Royalty ist auf die ersten 1,75 Millionen produzierten Goldunzen aus der Bambadji-Lizenz begrenzt. IAMGOLD behält seinen proportionalen Anteil an dieser Royalty, verkauft wurde also allein die Beteiligung am Joint Venture.
Barrick hielt die Mehrheit
Das Gemeinschaftsunternehmen wurde bislang von Tochtergesellschaften zweier kanadischer Bergbaukonzerne getragen. Grundlage war ein Joint-Venture-Vertrag vom 23. Mai 2016, in dem IAMGOLD 35 Prozent und Barrick Mining 65 Prozent hielt. Die Mehrheitsbeteiligung lag damit beim Partner Barrick, der seinen Anteil ebenfalls im Rahmen derselben Transaktion an Fortuna abgibt. Die Aufteilung der Gegenleistung zwischen den beiden Verkäufern folgt den jeweiligen Beteiligungsquoten.
Das Bambadji-Joint-Venture kontrolliert die Explorationslizenzen Bambadji und Bambadji Sud. Die Konzessionen liegen in der Region Kédougou im Südosten Senegals, rund 850 Kilometer südöstlich von Dakar, unmittelbar an der Grenze zu Mali. Das Gebiet gehört zu einem westafrikanischen Goldgürtel, in dem mehrere große Minen betrieben werden. Angaben zu Ressourcen oder Reserven der beiden Lizenzen machte IAMGOLD in der Mitteilung nicht.
Explorationsprojekt statt Produktionsanlage
Anders als bei einem Minenverkauf verliert IAMGOLD durch die Transaktion keine laufende Produktion. Bambadji war ein Explorationsvermögen im frühen Stadium, das zudem von einem Partner geführt wurde. Über den weiteren Verwendungszweck der Mittel machte IAMGOLD in der Mitteilung keine Angaben. Ebenso wurden keine Aussagen zu erwarteten Buchgewinnen oder zur genauen Höhe der Steuerbelastung im Senegal veröffentlicht. Als Rechtsberater von IAMGOLD bei der Transaktion war die Kanzlei Fasken Martineau DuMoulin LLP tätig.
Portfolio in Kanada und Westafrika
IAMGOLD beschreibt sich als Goldproduzent mittlerer Größe mit Sitz in Kanada. Zum Betriebsportfolio gehören die Minen Côté Gold und Westwood in Kanada sowie Essakane in Burkina Faso. Côté Gold betreibt IAMGOLD in einer 70:30-Partnerschaft mit Sumitomo Metal Mining und zählt es zu den größten in Produktion befindlichen Goldminen Kanadas. Hinzu kommen Explorations- und Entwicklungsprojekte, darunter der Nelligan Mining Complex in der kanadischen Provinz Québec. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 3.800 Menschen. Die Aktie ist an der New York Stock Exchange (IAG) und an der Toronto Stock Exchange (IMG) notiert, in Deutschland wird sie unter anderem über Tradegate gehandelt.
Meldung reiht sich in mehrere Unternehmensnachrichten ein
Der Abschluss der Senegal-Transaktion folgt auf weitere Mitteilungen der vergangenen Tage. So berichtete IAMGOLD zuletzt über ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,42 US-Dollar und das Erreichen einer Netto-Cash-Position, bei der die liquiden Mittel die Finanzverbindlichkeiten übersteigen. Zudem berief das Unternehmen die kanadische Bergbaumanagerin McLeod-Seltzer in den Verwaltungsrat.
Die Veröffentlichung der Meldung erfolgte am Abend des 10. August 2026 nach Handelsschluss an den nordamerikanischen Börsen. Auf Tradegate notierte die IAMGOLD-Aktie am 10. August bei 15,965 Euro und damit 0,73 Prozent im Plus. Eine Reaktion auf die Bekanntgabe des Vollzugs war in diesem Kurs noch nicht abgebildet. Zu möglichen weiteren Verkäufen von Randbeteiligungen äußerte sich das Unternehmen in der Mitteilung nicht; im Zusammenhang mit seinen zukunftsbezogenen Aussagen verweist IAMGOLD jedoch unter anderem auf den Verkauf eines Vermögenswerts in Mali.
Quelle: FinanzNachrichten.de: News
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