Kanadas Finanzministerium hat am 29. September 2026 den Bericht der Financial Action Task Force (FATF) und der Asia Pacific Group on Money Laundering (APG) zur gegenseitigen Evaluierung des kanadischen Systems gegen Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Proliferationsfinanzierung begrüßt. Der Bericht ist eine unabhängige Prüfung durch andere Mitgliedsstaaten, die das gesamte kanadische AML/ATF/CPF-System bewertet.
Bessere Einstufung als 2016
Nach Angaben des Ministeriums wurde Kanada in die beste verfügbare Ergebniskategorie eingestuft, also unter jene Länder, deren Systeme gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung als weitgehend wirksam und im Einklang mit internationalen Standards gelten. Das Ministerium bezeichnet dies als Verbesserung gegenüber der letzten Evaluierung im Jahr 2016.
Neue Behörde und Gesetzesänderungen
Parallel zur Veröffentlichung des Berichts verweist das Finanzministerium auf strukturelle Änderungen im eigenen System. Eine neue Financial Crimes Agency soll die Fähigkeiten Kanadas zur Bekämpfung schwerer und komplexer Finanzkriminalität stärken und die Durchsetzung verbessern. Diese Reformen bauen laut Ministerium auf der Verabschiedung von Bill C-12 in diesem Jahr auf, das umfassende Reformen zur Stärkung der Aufsicht, Compliance und Durchsetzung im Bereich AML/ATF enthielt.
Verbot von Krypto-Geldautomaten
Die Regierung kündigt zudem gezielte Maßnahmen gegen den wachsenden kriminellen Missbrauch von Geldtransferunternehmen an, die zur Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Umgehung von Sanktionen genutzt würden. Dazu zählt laut Mitteilung ein Verbot von Krypto-Geldautomaten. Das Ministerium beschreibt diese Automaten als ein Werkzeug, das zunehmend von Betrügern genutzt werde, um Opfer um ihre Ersparnisse zu bringen.
Ein konkretes Datum für das Inkrafttreten des Verbots nennt die Mitteilung nicht. Betroffen von den angekündigten Maßnahmen sind laut Ministerium in erster Linie Geldtransferunternehmen (money services businesses) sowie Betreiber von Krypto-Geldautomaten in Kanada. Das Finanzministerium ordnet den FATF-Bericht als Bestätigung der bisherigen Zusammenarbeit mit Behörden und Provinzen zum Schutz von Bürgern vor Betrug und des Finanzsystems vor missbräuchlicher Nutzung ein.

