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Deutschland braucht Basisöle zur Herstellung synthetischer Schmieröle. Die Vorräte gehen zur Neige. Das trifft vor allem die Autobranche.
Schon bis Juni könnten die Lagerbestände an bestimmten Basisölen in Europa zur Neige gehen. Die Frachtschiffe, die diese Ressourcen nach Europa bringen würden, stecken im Persischen Golf fest. Ein Kriegsende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Der Iran hat die USA so weit, dass US-Präsident Trump nun doch eine heißere Intervention planen könnte. Auf Autofahrer kommt nach den höheren Spritkosten auch ein teurerer Ölwechsel zu.
Autosektor von synthetischen Ölen abhängig
Was die synthetischen Öle so wichtig macht: Basisöle der Gruppe III (hochraffinierte Mineralöle) und Polyalphaolefine (PAO, hochwertige Kohlenwasserstofföle) sind notwendig, um synthetische Fertigschmierstoffe für den Autosektor herzustellen. Moderne Autos kommen nicht ohne diese Öle aus. Selbst Elektroautos sind darauf angewiesen, und zwar bei allen Bauteilen, die noch geschmiert werden müssen.
Der französische Energiekonzern TotalEnergies gibt an, dass synthetische Öle „bessere chemische und mechanische Eigenschaften“ haben als traditionell hergestellte Schmierstoffe. PAO ist dabei vor allem für hochwertige Autos im Einsatz.
Golfregion liefert Basis-Öle nach Europa
Der Nahe Osten und die Golfregion liefern rund 15 bis 20 Prozent der weltweiten Produktionskapazität für Basisöle der Gruppe III. Laut Gabriella Twining, Expertin für die Basisöle-Märkte bei Argus Media, stemmt die Region 72 Prozent der Gruppe-III-Importe Europas und 47 Prozent der Importe für die USA (Stand 2025).
Zwei Beispiele: Der Hersteller Adnoc Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) produziert jährlich 500.000 Tonnen Gruppe-III-Öle. Bapco (Bahrain) produziert in Sitra 400.000 Tonnen pro Jahr – die Raffinerie wurde von einer Rakete getroffen.
Engpass bei synthetischen Motorölen: Preise ziehen an
Europa und die USA suchen nach alternativen Zulieferern. Doch auch sie kämpfen mit Problemen: Ihnen fehlen teilweise die Rohstoffe, um synthetische Öle herzustellen. Ein Beispiel dafür ist Ethylen. Der PAO-Rohstoff kommt eigentlich in großen Mengen vom Persischen Golf. Das Ergebnis: Die Spotpreise, also kurzfristige Börsenpreise, für Schmierstoffe der Gruppe III steigen rapide.
Sollte die Blockade der Straße von Hormus längerfristig andauern, können die Vorräte an Fertigschmierstoffen für den Autosektor knapp werden. Schon jetzt gibt die Preisberichtsagentur Argus Media an, dass die Preiserhöhungen an Kunden weitergereicht werden. Die Lieferanten warnen bereits: Sollten keine neuen Schiffe mit den wichtigen Ölen aus dem Persischen Golf kommen, werden die Vorräte der Gruppe-III-Öle bis Juni aufgebraucht sein.
So reagieren Autofahrer auf Schmieröl-Knappheit
Autofahrer sollten angesichts dieser Entwicklung fünf besonders wichtige Punkte prüfen:
- Brauchen sie einen Ölwechsel?
- Haben sie vorher synthetisches Öl genutzt?
- Welches Öl können sie noch nutzen?
- Woher kriegen sie einen Ersatz?
- Wie teuer wird das?
Das alles können sie in der Werkstatt ihres Vertrauens erfragen. Dabei sollten sie unter anderem darauf achten, ob die Viskosität, die Herstellerfreigabe und die Spezifikationen des Öls mit dem Auto kompatibel sind. Sie sollten erfragen, welches Öl eingefüllt wird, wie teuer der Liter ist und ob andere Werkstätten das vielleicht billiger machen.
Der ADAC geht davon aus, dass der Ölwechsel im Schnitt mindestens 100 Euro kostet. Ein Anstieg beim Ölpreis um 20 Prozent würde den Ölwechsel schnell um 20 Euro verteuern.
Darum lohnt sich Öl-Hamstern nicht
Falls noch kein Ölwechsel notwendig ist: umso besser. Gleichzeitig sollten Autofahrer aber kein Öl hamstern. Laut dem ADAC lässt sich Motoröl maximal fünf Jahre lang lagern. Wer jetzt große Mengen kauft und sie nicht verbraucht, bindet unnötig Geld – und muss das Öl im Zweifel entsorgen.
Zuletzt sollten Autofahrer einen schonenden Fahrstil beibehalten. Das spart sowohl an Sprit- als auch an Ölkosten.
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6 Kommentare
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