Die in Vancouver ansässige Myriad Uranium Corp. (CSE: M, OTCQB: MYRUF, FSE: C3Q) hat am 20. August 2026 vorläufige radiometrische Uranwerte aus vier Bohrlöchern im Zielgebiet Lucky Cliff veröffentlicht. Das Gebiet gehört zum Copper-Mountain-Uranprojekt im US-Bundesstaat Wyoming. Bei den genannten Gehalten handelt es sich nicht um chemische Analysen, sondern um sogenannte Äquivalentgehalte (eU3O8), die aus Gamma-Messungen im Bohrloch abgeleitet werden.
Vier Bohrungen, 716,6 Meter
Nach Unternehmensangaben wurden bei Lucky Cliff vier Bohrlöcher mit zusammen 716,6 Metern niedergebracht, alle vertikal. Sämtliche vier Bohrungen hätten oberflächennahe Uranmineralisierung durchteuft. Insgesamt zählt Myriad 50 Intervalle mit mehr als 100 ppm eU3O8 über alle Bohrlöcher hinweg.
Der längste zusammenhängende Abschnitt entfällt auf das Bohrloch LUC0004DD: 19,96 Meter mit durchschnittlich 269 ppm eU3O8 ab 18 Metern Tiefe, darin enthalten 1,98 Meter mit 866 ppm. In LUC0002DD wurden 6,40 Meter mit 408 ppm ab 45,16 Metern sowie 15,54 Meter mit 179 ppm ab 85,08 Metern gemessen; ein Teilabschnitt von 1,07 Metern erreichte 821 ppm. LUC0003DD lieferte 2,74 Meter mit 389 ppm ab 18,94 Metern, LUC0001DD 12,34 Meter mit 158 ppm ab 118,46 Metern. Der höchste gemessene Einzelwert liegt bei 1.336 ppm eU3O8. Alle angegebenen Längen sind Bohrlochlängen; die wahren Mächtigkeiten sind bislang nicht bestimmt.
Werte stehen unter Vorbehalt
Myriad weist ausdrücklich darauf hin, dass die Laborverifizierung der Gamma-Werte noch aussteht. Radiometrische Schätzungen können unter anderem durch radioaktives Ungleichgewicht (Disequilibrium), Bohrlochdurchmesser, Verrohrung, Wasser und die Kalibrierung der Sonde beeinflusst werden. Die geplante Kontrolle umfasse übliche QAQC-Verfahren wie das Einschleusen von Blindproben, zertifizierten Referenzmaterialien und Duplikaten sowie eine dokumentierte Probenkette.
Die Messungen führte Century Geophysical aus Tulsa, Oklahoma, mit einer Sondensuite aus natürlicher Gammastrahlung, Widerstand, Eigenpotenzial und Abweichungsmessung durch; die Umrechnung in eU3O8-Gehalte erfolgt über das firmeneigene OREGRADE-System in 15-Zentimeter-Schritten.
CEO Thomas Lamb ordnete die Ergebnisse so ein: „Die Gehalte sind typischerweise nicht so hoch, wie wir sie in Phase I bei Canning gesehen haben, liegen aber allgemein deutlich über den durchschnittlichen historischen Gehalten des Copper-Mountain-Projekts, und die Intervalle sind sehr viel länger und flacher als bei Canning." Bei den Canning-Bohrungen der Phase I hatten die chemischen Analysen die Sondenwerte im Mittel um 50 Prozent oberhalb von 500 ppm und um 60 Prozent oberhalb von 1.000 ppm übertroffen. Für Lucky Cliff sei ein vergleichbares Verhältnis jedoch bislang nicht belegt und dürfe nicht unterstellt werden.
Gebiet außerhalb bestehender Schätzungen
Lucky Cliff liegt rund 2.000 Meter nördlich der Canning-Lagerstätte entlang des Myrtle's-Fault-Trends. Nach Darstellung des Unternehmens befindet sich das Zielgebiet außerhalb sämtlicher historischer Ressourcen- und Endowment-Schätzungen, unter anderem nördlich der sogenannten Bendix Assessment Area. Eine dort künftig definierte Ressource wäre demnach zusätzlich zum bisherigen Mineralbestand des Projekts – vorausgesetzt, sie lässt sich durch weitere Exploration und Schätzarbeiten belegen.
Das laufende Phase-II-Bohrprogramm verfolgt zwei Ziele: Zum einen soll es die historische Schätzung von 26,63 Millionen Pfund eU3O8 verifizieren – 44,1 Millionen Tonnen bei 171 ppm und einem Cut-off von 100 ppm, zusammengestellt aus internen Berichten der Rocky Mountain Energy Company von 1979. Ein Qualified Person hat diese Schätzung nicht als aktuelle Mineralressource klassifiziert; Myriad behandelt sie entsprechend nicht als solche. Zum anderen soll das Programm das konzeptionelle Explorationsziel von 245 bis 655 Millionen Pfund eU3O8 prüfen. Auch hier gilt: Die Angaben sind konzeptioneller Natur, eine Ressource ist damit nicht definiert.
Historische Bohrungen als Referenz
Union Pacific hatte Lucky Cliff Ende der 1970er-Jahre erkundet und dort mindestens 20 Bohrungen abgeteuft; von mindestens zehn ist überliefert, dass sie Gehalte über 100 ppm eU3O8 ab Tiefen von rund sechs Metern trafen. Myriad hat seine vier Bohransatzpunkte bewusst in die Nähe historischer Positionen gelegt. Da Originaldaten, Kalibrierungsunterlagen und vollständige Datensätze nicht vorliegen und historisch nur ausgewählte Intervalle berichtet wurden, ist ein direkter Vergleich alter und neuer Werte laut Unternehmen nicht möglich.
Myriad hält 75 Prozent am Copper-Mountain-Projekt. Für den Erwerb der restlichen 25 Prozent über die Übernahme von Rush Rare Metals Corp. hatten beide Unternehmen am 19. August 2026 die finale gerichtliche Genehmigung des Plan of Arrangement gemeldet. Daneben hält Myriad eine zehnprozentige Free-Carried-Beteiligung am Red-Basin-Projekt und hat sein Breccia-Pipe-Projekt in Arizona an Wedgemount Resources optioniert.
Quelle: FinanzNachrichten.de: News
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